Band 
Zweiter Kursus.
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Philipp II. von Spanien 1556—1598.

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haltcrin, was Margarete bewog, ihre Würde niederzulegen. Nach AlbasEinzug begannen die Gewaltthätigkeiten. Die Grafen Egmont und Hoorn Gefangen«wurden unter dem Borwandc, mit ihnen und anderen niederländischen Großen »ahmeeinen Staatsrat abzuhalten, in das Schloß gelockt und ins Gefängnis geworfen.

Sobald die beiden Grafen verhaftet waren, setzte Alba zur Bestrafungder Unruhen ein besonderes Gericht nieder, welches die Spanier den Empö-rungsrat, die Niederländer aber den „Blntrat" nannten. Alba selbst Blutrat.war Vorsteher desselben; die Beisitzer waren ihm gleichgesinnte Spanier,deren einer den Anssprnch that, „die Niederländer hätten alle den. Galgenverdient, denn sie seien entweder Bilderstürmer gewesen, oder hätten nichtsdagegen gethan". Die Vorladungen nahmen nun ihren Anfang. Wer nichterschien, verlor seine Güter. Alle Tage sah man Menschen verbrennen,hängen, vierteilen, köpfen.

Bor diesen Blntrat wurden auch Egmont und Hoorn gezogen. Fruchtlosblieb die Verteidigung der Grafen, fruchtlos die dringendste Verwendung ihrer ^'^^"3Anverwandten um Befreiung. Beide Grafen wurden des Verbrechens der be- ^ Hoornsleidigten Majestät schuldig gesprochen und öffentlich enthauptet (5. Juni 1568). 1568.

Alba triumphierte: die Niederlande befanden sich zu seinen Füßen. Daglaubte der Gcwaltherr, weiter gehen zu dürfen, und legte dem Lande diedrückendsten Abgaben auf, Abgaben, die den Handel der Nation vollends ver- NeueNichten mußten. Er verlangte nämlich (1572), daß jeder den 100. Pfennig ^K"benfeines Vermögens einmal und außerdem den 20. und 10. Pfennig bei jederVeräußerung unbeweglicher oder beweglicher Güter bezahlen solle. DiesesAnsinnen bewirkte, was so viele Hinrichtungen nicht vermocht hatten. Ein-mütig erhoben sich alle zu ernstem Widerstand, und als Alba (1572) diesofortige Entrichtung des 10. Pfennigs anordnete, schloffen die Krämer, Fischer,

Bäcker und Brauer ihre Läden. Schon war der Herzog im Begriff, dieWiderspenstigen aufhängen zn lassen, als ihn die Nachricht von den Unter-nehmungen der Masse rgensen davon abbrachte. Wassergen sen nannte Wafser-man die vertriebenen Niederländer, welche auf dem Meer ninherschwärmten geusen.und Schiffahrt und Handel der Spanier durch Kapereien störten. DieseFreibeuter hatten sich der Seestädte Briel* und Blicßingeni bemächtigtund ermutigten hierdurch die nördlichen Provinzen zn offener Empörung.

Holland, Seeland und Utrecht wühlten zn Dordrccht^ Wilhelm von OranienOranien zu ihrem Statthalter und bewilligten ihm Gelder zum Krieg Statthaltergegen die Spanier. Der Aufstand verbreitete sich auch über die südlichen ^ >chrdl.Provinzen, so daß Alba den Aufruhr nicht stillen konnte. Provinzen.

Als Philipp sah, daß Albas Tyrannei nicht zu dem gewünschten Zieleführte, rief er ihn nach sechsjähriger Statthalterschaft zurück (1573). Bei Albas Ab-seilte», Weggange war das blühende Land verödet. Kein Wunder: hatte sich ^^"'3doch der Herzog selbst gerühmt, daß er während seiner Statthalterschaft18 000 Menschen habe hinrichten lassen. Der Krieg dauerte auch unter denfolgenden Statthaltern fort; Wilhelm von Oranien blieb die Seele des Wider-standes und behauptete das Übergewicht zur See. Zwar die gesamtenNiederlande konnte er nicht gewinnen, da die zehn südlichen Landschaften(Belgien) bei dem katholischen Glauben blieben; doch die sieben nördlichen

' Briel und Bließiugen, Städte im jetzigen Holland; jenes ander Mündungder MaaS, dieses an der Mündung der Scheide. — Dordrecht, Handelsstadt auseiner Insel der Maas in Süd-Holiand.

Spieß u. Beriet, Weltgeschichte II. 9. Auflage.

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