Der dreißigjährige Krieg 1618—1648.
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III. Die Parteigänger Friedrich des V.: Ernst von Mansfeld,Friedrich von Laden nnd Christian von Lrannschweig.
1- Auflösung der protestantischen Union. Ernst von Mansfeld besetzt Pilsen; sein Heerund dessen Erhaltung. Mansfeld abermals in Pilsen; in der Ober- und Uuterpfalzund im Elsaß; Treffen bei Wiesloch 1622. Markgraf Friedrich von Baden; Schlachtbei Wimpfen 1622. 2. Christian von Braunschweig. Schlacht bei Höchst 1622. DiePfalz an Baiern 1623. Sachsen erhält die Lausitzen. Schlacht bei Stadtlohn 1623.Christian IV. von Dänemark 1625. Dessauer Brücke 1626. Mansfelds und Braun-
schweigs Tod 1626.
1. Nach der Schlacht auf dem weißen Berge (S. 152) zeigte sich unter dendeutschen Protestanten fast überall Schrecken und Verwirrung. Die Union löstesich auf und überließ den geächteten Friedrich den V. seinem Schicksal. DagegenPflanzten einzelne deutsche Fürsten, welche nichts hatten als ihr Schwert undihren Mut, das Panier des vertriebenen Kurfürsten und des von dem Kaiserbedrohten Protestantismus auf.
Der bedeutendste unter ihnen war Graf Ernst von Mansfeld (geb.1585). Beim Ausbruch der böhmischen Unruhen hatte er namens der Unionden Aufständischen 4000 Mann deutscher Truppen zugeführt und alsbaldPilsen i besetzt. Bon hier aus unternahm er verheerende Streifzüge durchdas Land, bis er gegen die Kaiserlichen seine Reiterei, einen großen Teilseines Fußvolks und das ganze Gepäck verlor Bald vervollständigte er jedochsein Heer durch neue Werbungen; überhaupt zeigte er zum erstenmal, daßman auch ohne Land, und selbst ohne Geld, ein Heer auf Kosten andererunterhalten könne Als Friedrich V. nach der Schlacht auf dem weißenBerge kleinmütig aus Prag und Böhmen geflohen war, wagte Mausfeldallein, in Pilsen der kaiserlichen Macht zu trotzen. Er hielt die Stadt solange, bis sie von seinen Soldaten aus Mangel an Pulver an den baicrischenGeneral Tilly (S. 155) verkauft wurde. Bon diesem Schlage nicht erschüttert,begab er sich nach der Oberpfalz wo er durch neue Werbungen sich bald einHeer von 20 000 Mann schuf. Schon zitterten alle benachbarten Bistümervor diesem Schwärme, als Mansfeld, durch deu Herzog Maximilian vonBaiern, der als Vollstrecker der Reichsacht einrückte, ins Gedränge gebracht,aus derselben Gegend entweichen mußte. Er zog nach der Uuterpfalzsetzteaber, da der General Tilly ihm dahin folgte, über den Rhein und warf sichauf das blühende Elsaß. Dieses Land wurde durch Mansfelds zuchtloseScharen so entsetzlich verwüstet, daß der größte Teil der armen, von Hausund Hof vertriebenen Einwohner durch Hunger und Kälte umkam. Gestärktvon diesen; Zuge, zeigte sich Mansfeld wieder am Rhein; Tilly eilte herzu, wardaber von seinem gewandten Gegner bei Wiesloch^ (29. April 1622) geschlagen.
Das Beispiel des tapfern Mansfeld weckte noch andere Fürsten zum
' Pilsen, Stadt im mittleren Böhmen, südwestlich von Prag. — Die Ober-pfalz ist das jetzige nordöstliche Baiern, die Unterpfalz (Rheinpfalz) das heutigeRheinbaiern mit dem nördlichen Teil des Großherzogtums Baden und dem südlichendes Großherzogtums Hessen. — Wiesloch, Stadt im jetzigen Großherzogtum Baden,südlich von Heidelberg.
2 Die Niederlage Mansfelds bei Pilsen war es, welche den Grasen Thurnzur Aufhebung der Belagerung von Wien nötigte (S. 152).
° Unter dieser Maßnahme mußten freilich Feind und Freund schrecklich leiden.Noch schlimmer war es unter Wollensten«, welcher Minsfelds Grundsatz: „DerKriegmuß den Krieg ernähren" im großen anwandte; auch wurde er ja wegen der Gewalt-tätigkeit seiner Truppen auf dem Reichstage zu Regensburg (1630) des kaiserlichenDienstes entlassen.
Graf
Mansfeld.
Sein Heeru. dessenErhaltung.
Wiesloch
1622.