Der dreißigjährige Krieg 1618—1648.
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schweig und von da nach den Wesergegenden, wo er aus den Trümmern seinergeschlagenen Armee, aus den Besatzungen in Niedersachsen und den Verstär-kungen, die ihm zugeführt wurden, ein neues Heer bildete. Mit diesem rückteer nach Baiern, das indes von den Schweden bedroht wurde. Bei derStadt Rain, oberhalb der Einmündung des Lech in die Donau, nahm ereine Stellung, deren natürliche Festigkeit er noch durch Schanzen verstärkte. ^ '
Dessenungeachtet bewerkstelligte Gustav Adolf den Übergang am 15. April1632 auf einer Brücke, die er unter den Mündungen der feindlichen Kanonenin zwei Tagen herstellte. 'Nach einem Verlust von 3000 Mann mußten sichdie Kaiserlichen zurückziehen; Tills) selbst ward so gefährlich verwundet, daßer vom Pferde sank und ohnmächtig nach Ingolstadt (S. 151 Anm. 2.)gebracht wurde, wohin ihm auch der Kurfürst von Baiern mit dem Restedes geschlagenen Heeres folgte. Hier endete der berühmte Feldherr schon am 2Mb30. April (1632) im 73. Jahre seines Alters. Seine letzten Worte waren ^ ^2-(da Gustav Adolf eben Ingolstadt belagerte), man solle Regcnsburg in achtnehmen, weil sonst des Kaisers Krone in Gefahr wäre. Dann rief er nochzweimal: „Regcnsburg, Regensburg!" und verschied.
Tilly gehörte zu den ersten Feldherrn seiner Zeit, hat aber durch dieZerstörung Magdeburgs seinen Ruhm befleckt. Er war mäßig im Essen,trank niemals Wein und rühmte sich selbst, nie die Liebe gekannt zu haben.
Trotz aller Gelegenheit, sich zu bereichern, verschmähte er doch Geld und Güter,sowie Titel und Würden. Er war von mittlerer Statur, stark gebaut, aber ..Seinmager. Seine breite, runzelvolle Stirn, sein graues, borstig herabhängendes äußeres.Haar, die großen Augen mit dem finstern Blick, eine lange Nase, ein starkerKnebelbart, eingefallene Backen und ein spitzes Kinn gaben ihm ein abschrecken-des Aussehen. Er trug einen kleinen, hochaufgcstutzten Hut, von welchemeine rote Feder herabwallte, ein grünatlasnes Kleid mit aufgeschlitzten Ärmeln,weite Beinkleider und große aufgestülpte Stiefeln. In der Schlacht ritt er meisteinen kleinen Grauschimmel. Wegen der Pünktlichkeit und des Eifers, so er aufdie Einübung seiner Soldaten verwendete, pflegte ihn Gustav Adolf den „altenKorporal" zu nennen. Doch war er nur insoweit streng gegen seine Soldaten,als es die Erreichung seiner kriegerischen Zwecke erforderte, im übrigen ge-stattete er ihnen die größte Freiheit, und nach eurer gewonnenen Schlacht odereiner erstürmten Festung durften sie ungestraft die ärgsten Frevel verüben.
v. Wallensteins Tod, den 25. Februar 1634.
1. Wallensteins Strafgericht zu Prag. Die evangelische Partei: Axel Oxenstierna undJohann Georg 1.; Bernhard von Weimar und die schwedischen Generale. Wollenstemin Böhme». Die Anklage gegen Wollenstem. Mißtrauen des Kaisers. Das Bankettzu Pilsen. 2. Graf Piccolomini nach Wien. Zweite Absetzung Wallensteins 24. Jannar1634. Wallenstein in Eger. Ermordung der Freunde Wallensteins. Wallenstein undSein. Ermordung Wallensteins 25. Februar 1634. Belohnung der Mörder.
1. Nach der Schlacht bei Lützen (16. November 1632) mußte sichWallenstein nach Böhmen zurückziehen. Da er den Verlust der Schlacht demfeigen Benehmen mehrerer Offiziere und Regimenter zuschrieb, so hielt erzu Prag ein strenges Gericht. Vor dem Rathause erlitten zwei Oberstlien-Strafgerichttenants, vier Hauptlente und fünf Lieutenants den Tod. Sieben Offizieren zu Prag.wurden die Degen zerbrochen, mehrere gemeine Reiter wurden gehenkt undmehr als 50 Namen abwesender Offiziere als ehrlos an den Galgen ge-schlagen. Dann folgten in allen kaiserlichen Ländern neue Werbungen, das