Band 
Zweiter Kursus.
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Lromwell 1649—1658.

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Anzeige; man untersuchte das Parlamentsgebäude und entdeckte in dem Kellerdie Pulvertonnen. Am bestimmten Tage betrat Fawkes, einer der Ver-schworenen, das Gewölbe; er wurde ergriffen und nannte die Namen seinerGenossen. Diese waren, sobald Fawkes' Verhaftung ruchbar geworden, nachWorcester' geflüchtet. Dort fielen drei im Kampfe gegen die anrückendenTruppen, die übrigen büßten zu London ihren Anschlag auf dem Schafott.

Jakob I. regierte nach der Pulvcrvcrschwörung, welche harte Bestim-mungen (Ausschließung von allen obrigkeitlichen Ämtern) gegen die Katholikenzur Folge hatte, noch 20 Jahre, war aber nicht im stände, das Ruder desStaates bei so stürmischer Zeit mit Kraft zu führen. Er zerfiel auch mit demParlamente, weil er ohne dessen Einwilligung die Zölle erhöhte, neue Steuernauflegte und Zwangsanleihcn ausschrieb. Unbetraucrt starb er im Jahre 1625.

2. Auf Jakob den 1. folgte sein Sohn Karl l. (1625—1649), ein per- Karl I.sönlich liebenswürdiger, aber starr an seinen königlichen Rechten festhaltender 1625—49.Fürst. Gleich anfangs entfremdete er sich die Gemüter des Volkes, weil erden verhaßten Herzog von Buckingham, den Günstling seines Vaters, Bucking.als Minister beibehielt und sich (1625) mit einer katholischen Prinzessin ham.(Heuriette Marie von Frankreich, Tochter Heinrich des IV.) vermählte. DieAbneigung gegen ihn gab sich am lautesten im Parlamente kund. Dasselbeverweigerte die vom König verlangten Geldsummen und wurde deshalb zwei-mal, 1625 und 1626, aufgelöst. Bald darauf (1628) siel Buckingham durchden Dolch eines überspannten Menschen (Fclton); aber der Tod des Herzogsstillte die vorhandene Aufregung nicht. Das dritte Parlament (1628) zeigte sichebenfalls karg und ungefügig und wurde abermals aufgehoben. Nach solchenErfahrungen regierte Karl elf Jahre (1629—1640) ohne Parlament. 1629—40.Während dieser Zeit ließ er, da ihm der reformierte Gottesdienst zu kahlerschien, eine neue Liturgie ausarbeiten, durch welche mehrere abgeschaffte NeueGebräuche (prächtige Gewänder, Bilder, brennende Lichter, Kniebeugen) wieder Liturgie,eingeführt wurden. Schon in England, wo die Puritaner 2 ihren Einflußgeltend machten, nahm man dieselbe ungern an; in Schottland jedoch, wodie Anhänger von Knox (S. 140) die Einfachheit des reformierten Gottes-dienstes verlangten, rief ihre Einführung offene Widersetzlichkeit hervor. Baldstand ganz Schottland unter den Waffen, was den König veranlaßte, einenFeldzug gegen dasselbe zu unternehmen (1639). Das englische Volk unter-stützte ihn jedoch in dem Kriege so schlecht, daß er schon nach einiger ZeitWaffenstillstand mit den Schotten schließen mußte. Um sich neue Hilfsquellenzu eröffnen, berief Karl 1640 das vierte Parlament; weil dasselbe aber nichts 1640.bewilligte, erfolgte alsbald dessen Schließung. Nun merkten die Schottendes Königs Schwäche, fielen in England ein und zwangen den von allenHilfsmitteln entblößten Monarchen zur Einberufung des fünften Parlaments,welches acht Jahre (1640—1648) zusammenblieb und unter dem Namen Langesdes „langen Parlaments" bekannt ist. 1610^ 18

Dieses bestand fast aus lauter Puritanern und geriet mit dem Königbald in immer heftigeres Zerwürfnis. Als es aber, nachdem es schon mancheRechte der Krone au sich gerissen, auch den Oberbefehl über das Heer be-

' Worcester, Grafschafe nordwestlich von London.

2 Die Puritaner waren Gegner des von Elisabeth festgesetzten anglikanischenGlaubensbekenntnisses' (S. 140) und verlangten in der Kirche die ursprüngliche Rein-heit (Mi-itas, daher der Parteiname).