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Neue Geschichte.
Dunbar > und 13. September 1651 bei Worccster ^) entscheidend geschlagenund hatte Mühe, sich durch die Flucht nach Frankreich zu retten.
Durch diese Siege gewann Cromwell sehr an Ansehen. Dies benutzteer, um das Rumpfparlament, welches sich seinen Wünschen in den Wegstellte, zu sprengen (30. April 1653). Darauf berief er (14. Juli 1653)Bareb one- ein neues, meist aus Independenten bestehendes Parlament, das gewöhnlich nachParlament. Lederhändler Barebone „Bareboncparlamcnt" genannt wird. Auch dieseswurde nach fünf Monaten aufgelöst und nun (22. Dezember 1653) unterZustimmung der Oberoffiziere eine neue Verfassung gegeben. Cromwell erhieltCromwell unter dem Titel eines „Protektors" die ausübende Gewalt und den Ober-Protektor bcfehl über die Land- und Seemacht; die gesetzgebende Gewalt aber hatte er mit1653—58. einen! Parlamente zu teilen, das alle drei Jahre zusammcnbernfen werden sollte.
So war Cromwell auf der höchsten Stufe der Macht angelangt. Erbenahm sich mit Würde und Festigkeit in seiner Stellung und gab baldProben seines außerordentlichen Herrschergeistes. Er förderte die Wohlfahrtdes Landes, gab treffliche Gesetze und hob Industrie und Handel. Nie istEngland berühmter, bei allen Nachbarstaaten gefürchteter gewesen, als in denSeekrieg mit fünf Jahren (1653—1658), da Cromwell an der Spitze stand. Er war es,Holland, die zur See so mächtigen Holländer, welche damals an Martin undCornelius Tromp, Vater und Sohn, und an Nuyter die ausgezeichnetstenNaviga- Scchclden hatten, besiegte und znr Anerkennung der Navigation sakte^tionsaktc. zwang. Auch im Kriege gegen Spanien erntete die englische Flagge Ruhmund eroberte Jamaika ^ und DünkirchenV Überall wurde Cromwells Namemit Ruhm genannt, selbst der stolze Ludwig XIV. suchte seine Freundschaft.
Nur die inneren Parteiungen vermochte der Protektor nicht zu be-seitigen. Er sah sich von zu vielen Leuten gehaßt; daher mußte er einunumschränktes Regiment führen und dieses auf die Macht des Schwertesstützen. Vor seiner Kraft und Geschicklichkeit beugte sich alles, doch die bittereStimmung gegen ihn blieb. Deshalb gelang ihm auch nicht, die auf seinerPerson beruhende Militärhcrrschaft in eine friedliche Regierung umzuwandeln.
Bei den großen Anstrengungen für das Wohl seines Vaterlandes schwandCromwcll Cromwells Gesundheit. Er starb im 59. Jahre seines Alters am 13. Sep-1' 1658. tember 1658, dem Jahrestage der Schlachten bei Dnnbar und Worcestcr. SeinKörper ward niit großem Gepränge in der Westminsterabtei, dem Begräbnis-platze der englischen Könige, beigesetzt. Die meisten europäischen Höfe legtenum den Dahingeschiedenen Trauer an.
Richard 5. Nach Oliver übernahm sein Sohn Richard Cromwell die WürdeCromwell eines Protektors; dieser war aber der hohen Stellung nicht gewachsen und1658—59. ^at nach einem halben Jahre in den Privatstand zurück (1659). Nun strittenum die Regierung das Parlament und die Führer des Heeres, bis der GeneralMonk, der Statthalter von Schottland, mit Truppen herbeikam, das Par-lament sprengte nnd eine neue, aus gemäßigten Mitgliedern bestehende
) Dnnbar, Hafenstadt in Schottland, östlich von Edinburg. — Wor erster,Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft (S. 167 Anm. 1.) am Fluß Scvern. —. Jamaika, eine'der großen Antillen in Weslindicn. — Dünkirchen, Seestadt im
nördlichen Frankreich, 45 Kilometer östlich von Kalais.
* Die von Cromwell erlassene Naviaationsakte oder Schifsahrtsakte be-stimmte, daß fremde Nationen nur solche Waren in englische Häfen einführen durften,die entweder Produkte oder Fabrikate ihres eigenen Landes waren. Dieselbe brachtedem englischen Handel ebensoviel Vorteil, als dem niederländischen Schaden.