Cromwcll 1649-1658.
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Deputtcrtenvcrsammlung berief. Auf deren Beschluß wurde der Sohn desenthaupteten Königs, Karl II., zum König ernannt und am 8. Juni 1660 Karl ll.mit großem Jubel in London empfangen. Er hatte die Schule des Unglücks 1000—85.durchgemacht und berechtigte darum zu der Hoffnung, daß er gut regierentverde. Allein der charakterlose Mann hatte in seinem Leide „nichts gelerntund nichts vergessen." Er hatte Amnestie (S. 28) und Gewissensfreiheitverheißen, verhängte aber über elf, welche bei dem Prozesse seines Vaters mitzu Gericht gesessen, die Todesstrafe, entsetzte 2000 Presbyterianische^ Geistlicheihres Amtes und ließ die Leiche Cromwells wieder ausgraben, hängen undunter dem Galgen verscharren. Dabei brachte er die Einkünfte des Staateöauf leichtsinnige Weise durch und wählte zu seinen Ratgebern fünf Männer(Elifford, Ashley, Buckingham, Arlington und Lauderdale), welche vom Volk Cabalniini-allgemein gehaßt und mit dem aus ihren Anfangsbuchstaben gebildeten Spott- sterium.Kamen „Cabal"2 bezeichnet wurden. Auch begünstigte er den Katholizismusin einer Weise, daß die Engländer anfingen, für ihre Religion Besorgnissezu hegen. Zur Sicherstellung der anglikanischen Kirche führte daher dasParlament im Jahre 1673 die sogenannte Testakte ein, durch welche die TcstakteKatholiken von allen öffentlichen Aemtern ausgeschlossen wurden. Außerdem 1073.mußte der König 1679 die Habeascorpusakte genehmigen, welche jedem Habeascor-Bürgcr, der in Verhaft genommen, Verhör und Urteil in möglichst kurzer ^"?akteZeit zusicherte. Überhaupt wurde das ganze Land wieder nnvnhig, und die ' 'beiden politischen Parteien, welche sich gebildet hatten, die Tories (Hofpartci)und die Whigs (Bolkspartci) traten einander immer schroffer gegenüber.
Karl starb im Jahre 1685 und hatte seinen Bruder, den katholischgewordenen Jakob den II., zum Nachfolger. Dieser wollte seinen Glaubens- Jakob n.genossen gleiche Rechte mit den Protestanten verschaffen und hob die Testakte 1085—68.auf. Da aber brach der allgemeine Ünwille gegen ihn los. Man bot demSchwiegersöhne des Königs, dem Statthalter der Niederlande, Wilhelm Wilhelmvon Oraniena, die Krone an, wenn er seinen katholischen Schwiegervater in>verdrängen wolle. Wilhelm ging auf den Antrag ein, landete am 15. November ^ '1702.
1688 mit einem niederländischen Heere (15000 Mann) in England, nötigteJakob zur Flucht und bestieg im folgenden Jahre (1689) den englischenThron. Jakob hatte sich nach Frankreich gewandt und lebte da bis zu seinemTode (1701) von Gnadengcldern Ludwig des XIV.
Wilhelm III. (1689—1702) achtete die Rechte des englischen Volkes undregierte mit Kraft und Einsicht. Weil er keine Nachkommen hinterließ, sofolgte ihm seine Schwägerin Anna (1702 — 1714), 5ic jüngste Tochter AnnaJakob des II. Als sie (1714) starb, fiel der englische Königsthron an 1102—14.ihren nächsten Verwandten, den Kurfürsten Georg von Hannover, dessenNachkommen ihn noch heute inne haben,
' Prcsbytcrianer (von Presbyter oder Älteste, Benennung der Vorsteher derchristlichen Gemeinde), Gesamtbczcichnung der Bekenner der reformierten Kirche imbritischen Reiche, welche im Gegensatz zu der bischöflichen Verfassung der anglikanischenKirche <S. 140) ihr Kirchcnwesen nach den Grundsätzen Kalvins geordnet haben. Essind dazu sowohl die Puritaner, als die Anhänger von Knox zu rcchnen.I
° Aus Cabal ist das Wort „Kabale," d. h. geheime Verbindung zu Erreichungböser Absichten, entstanden.
" Wilhelm v. Oranicn, ein Urenkel des Befreiers der Niederlande (S. 145)und Enkel Karl des I. von England (S. 167), geb. 1650, seit 1672 Statthalter derNiederlande und seit 1677 vermählt mit Maria, der Tochter Jakob des 11., hatte sichbereits als umsichtiger und thatkräftiger Filrst bewährt (S. 173).