Ludwig XIV. 1643—1715.
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treten müssen. Elf Jahre (1659) später schloß er mit dem Könige von Spanien,
Philipp dem IV., nach einem seit 24 Jahren (seit 1635) geführten Krieg, denPyrenäischen Frieden, durch welchen Frankreich neue Besitzungen an denPyrenäischerPyrenäen (Roussilon) und an der niederländischen Grenze (Teile von Artoisund Flandern) erhielt. ' '
Der erste Eroberungskrieg 1667—1668. — Nach Philipp des IV.
Tode begann Ludwig 1667 den ersten Eroberungskrieg und griff die 1- Kriegspanischen Niederlande unter dem Vorwand an, daß seine Gemahlin, Maria 1667—68.Theresia, Tochter Philipp des IV., Ansprüche auf dieselben habe. Die Nieder-länder waren auf den Krieg nicht vorbereitet, und so gelang es den fran-zösischen Truppen, in kurzer Zeit beinahe das ganze Land zu erobern. —
Die Fortschritte der Franzosen flößten jedoch den Generalstaatcn (S. 146)
Besorgnis ein; denn sie wollten lieber das spanische Gebiet zwischen sich undFrankreich zur Scheidewand, als das letztere zum unmittelbaren Nachbarnhaben. Sie schlössen daher mit England (Karl dem II.) und Schweden (Karldem XI.) die sogenannte Tripelallianz und nötigten so Frankreich zu demFrieden von Aachen* (1668), in dem Ludwig sich mit zwölf nieder- Friede zuländischen Grenzstädten begnügen mußte.
2. Der zweite Eroberungskrieg 1672—1678. — Der französischeKönig konnte es aber den Holländern nicht vergeben, daß sie es vor-nehmlich gewesen waren, die seine Erobcrungspläne vereitelt hatten. Er trafdaher Vorbereitungen, die verwegenen Republikaner zu züchtigen. Es gelangihm, die Tripelallianz zu trennen und England und Schweden auf seineSeite zu ziehen. Auch waren diesmal sogar zwei deutsche Fürsten (der Bischofvon Münster und der Kurfürst von Köln), Nachbarn der Holländer, mitFrankreich verbündet. So begann 1672 der zweite Eroberungskrieg. 2. KriegLudwig brach mit einem Heere von 120000 Mann, das Condä? und Turennc 1672—78.(S. 165) befehligten, in Holland ein. Der erste Stoß gegen die Republikwar furchtbar, binnen Monatsfrist standen die Franzosen im Herzen des Landes.
Schon war Naarden' gefallen; noch ein Schritt, und es fiel auch Amsterdamund mit Amsterdam der ganze Staat. In dieser Not übertrugen die Bedrängtendem Prinzen Wilhelm von Oranien (S. 171) den Oberbefehl über dasLandhcer; an die Spitze ihrer Flotte stellten sie die Admirale Rnyter undTromp (S. 170). Zur See wurden die englischen und französischen An-griffe rühmlich zurückgewiesen, und endlich ward auch zu Lande LudwigsSiegeslauf gehemmt. Die Holländer durchstachen (1673) die Dämme, ver-wandelten das Land in einen See und hinderten so den Feind am Vordringen.
Dennoch würden die Holländer der feindlichen Übermacht am Ende Hollandshaben unterliegen müssen, hätten nicht mächtige Bundesgenossen sich zu ihnen Bundesge-gescllt. Zuerst verband sich mit ihnen der Kurfürst Friedrich Wilhelmvon Brandenburg b, wurde aber bald (durch den Vertrag zu Vossem* 1673)zur Neutralität gezwungen. Dann ließ der Kaiser Leopold 1. (1657—
* Aachen, S. 81 Anm. 2. — Naarden, Stadt am Südrande des Zuidersees,südöstlich von Amsterdam. — Bossem, unweit Löwen, S. 86 Anm. 1.
- DieCond 6 s waren eine Seitenlinie der Bonrbonen (Nachkommen von Ludwig vonBourbon, Bruder des S. 146 erwähnten Anton v. Bonrbon) und führten darumden Prinzentitel. Der oben auftretende Condö heißt auch der „große Condv."
« Friedrich Wilhelm (1640—1688), Sohn und Nachfolger Georg Wilhelms(S. 157 Anm.), legte den Grund zu Preußens Macht und wird daher „der großeKurfürst" genannt.