Band 
Zweiter Kursus.
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185
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Ludwig XIV. 1643-1715.

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zu Rastadt' (7. März 1714) und für das Reich zu Baden' dem UtrcchterFrieden bei (7. September 1714).

VIII. Endung des XIV. Tod 1715.

Ludwig-j-1715. Sein Nachfolger. Ludwig des XIV. Äußere. Goldenes Zeitalter derfranzösischen Literatur. Ludwigs glanzvolle Hofhaltung; deren Nachahmung. Frank-reich nach Ludwigs Tod.

Kurz nach diesen Friedensschlüssen starb Ludwig XIV., am 1. September1715, und ward zu St. Denis' beigesetzt. Ihm folgte sein Urenkel, derSohn des Herzogs llon Burgund (S. 181 Anm. 1), Ludwig XV. 1715—1774,geboren 1710.

Ludwig deS XIV. Gestalt war schön und männlich, seine Gcsichtsbildnngedel und einnehmend. Dabei verband er in seinem Benehmen Anmut mitWürde, und während der freundliche Ton seiner Stimme ihm die Herzengewann, flößte die Hoheit seines ganzen Wesens Ehrfurcht ein. Sein Geist,von Natur scharf und durchdringend, war zwar ohne wahre Pflege geblieben,doch kam ihm in der Kunst, die Gedanken mit Würde und Feinheit aus-zudrücken, keiner seiner Hofleute gleich. Auch besaß er ein treffliches Ge-dächtnis. Die Künste und Wissenschaften wurden von ihm geehrt, weil sieihn selbst ehren und verherrlichen sollten. Wo ein ausgezeichnetes Talentsich zeigte, ließ er es hervorziehen und unterstützen. Die größten Dichter Frank-reichs, welche damals lebten, ein Corneille, ein Racine, ein Moliöre^waren dem Hofe befreundet, und noch heute versteht man in der Litteratur-geschichte unter dem „Zeitalter Ludwig des XIV." das goldene Zeitalter derfranzösischen Poesie. Auf die Hofhaltung wandte Ludwig ungeheuere Summen.Er setzte seinen Ehrgeiz darein, in seinem Leben den Glanz der Krone wicdcr-zuspiegeln und sich mit allem Zauber der Majestät zu umgeben. Die Pracht,welche er zu Versailles', seinem Lieblingsschlosse, entfaltete, blendete ganzEuropa und verleitete mehrere deutsche Fürsten (August den Starken inSachsen und Friedrich den l. von Preußen; S. 181 Anm. 2.), ihre Hof-haltungen darnach einzurichten. — Aber trotz dieses Glanzes und dieser Be-rühmtheit war durch seine Regierung die Blüte Frankreichs geknickt, derWohlstand zerrüttet, die Schuldenlast auf zwei Milliarden Frank erhöht worden.

53. Schweden: Karl XII. 1637—1718.

Der nordische Äricg 1700—1721.

1. Karl des XII. (geb. 1682) Regierungsantritt 1697. Die Gegner Schwedens. 2.Beginn des nordischen Krieges 1700. Karl vor Kopenhagen. Friede zu Travendal1700. Schlacht bei Narva 1700. Karl XII. gegen August von Polen 1700-1706;dessen Niederlagen 1701—1703. Stanislaus Leszinskg 1704. Karl in Sachsen.Friede zu Altranstädt 1706. 3. Der Feldzug in die Ukraine. Mazcppa. Schlachtbei Poltawa 1709. Karls Flucht »ach der Türkei. Achmcd des III. Krieg gegenRußland 1711. Katharina I. Karls Gefangennahme 1713. Karls Heimkehr 1714.

- Rastadt, Stadt und Festung im Großherzogtmn Baden, an der Mnrg. —Baden, Stadt an der Limmat im Kanton Aargau. — Saint Dcnis S. 148Am». 1. — Versailles, Stadt westlich von Paris; das hier von Ludwig dem XIV.1673—1680 erbaute Schloß war die Residenz der französischen Könige bis 1789.

'' Corneille, der Schöpfer des französischen Trauerspiels, geb. 1606 zu Rvuen,von Haus aus Jurist, P 1684 zu PariS. — Racine, der größte französische Tragiker,geb. 1639 im nordöstlichen Frankreich, studierte in Paris und widmete sich dann, durchkönigliche Pension unterstützt, lediglich der Litteratur, P 1699 zu Paris. — Moliire,der größte französische Lnstspieldichtcr, geb. 1622 zu Paris, war Schauspieler und 41673 in PariS.

Rastadtu. Baden171 l.

Ludwig

XIV.

1- 1715.

Seine

Persönlich-

keit.

ZeitalterLudwigdes Xiv.