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Neue Geschichte.
Drösle
Vischeriiig.
Friedrich
Wilhelm
IN.
1- 1840.
Friedrich
Wilhelm
14 .
Sein Ziel.
Deutsch-
Katholiken
1845.
Freie Ge-meinden.
lischer Kindererziehung gestattet sei, und der Erzbischof bon Köln, Droste-Vischering, bedrohte (1836) jeden Priester mit Aintsentsetzung, der dem päpst-lichcn Gebote nicht unbedingt gehorche. Alle gütlichen Versuche, den Kirchen-fürsten umzustimmen, blieben ohne Erfolg, und so wurde er 1837 verhaftetund nach der Festung Minden * abgeführt. Dasselbe Schicksal traf (1839)auch den Erzbischof von Posen (Martin von Duiiin), der nach Kolbcrg^gebracht wurde.
3. Friedrich Wilhelm 111. sollte die Beilegung dieses Streites nichtmehr erleben; nach 43 jähriger Regierung starb er am 7. Juni 1840, tief be-trauert von seinem Volk. Ihm folgte sein Sohn Friedrich Wilhelm IV.(geb. 1795). Er begann seine Regierung mit Handlungen der Milde undGerechtigkeit: ein königlicher Erlaß kündigte Amnestie für politische Ver-brechen an; mehrere Entlassene wurden in den Staatsdienst zurückgerufenund die Erzbischöfe von Köln und Posen ihrer Haft entlassen.
Dabei lag dem Könige die Weiterentwicklung sowohl in Preußen, alsim gesamten Deutschland am Herzen. Sein Ziel war: deutsches Wesen unddeutschen Sinn zu stärken und dem deutschen Bunde neues Leben einzuhauchen.Bei der Grundsteinlegung des Kölner Dombaues" (4. September 1842), woer in ahnendem Geiste schon „die Thore einer neuen großen Zeit vollendet"sah, sprach er diesen Gedanken mit einer Begeisterung aus, die in ganzDeutschland ihren Widerhall fand.
Bereits im Jahre 1840 hatte er daher in Wien erklären lassen, daßeine tiefgehende Umbildung des Bundes notwendig sei, nnd 1845 erneuerteer seine Bemühungen. Aber Metternich ging auf die erhaltenen Vor-schläge nicht ein, einesteils weil er ein Feind aller Freiheit und Öffent-lichkeit ^ war, und anderenteils weil ihm die bestehenden Einrichtungen desBundes Österreichs Übergewicht zn sichern schienen.
Auf dem religiösen Gebiete dauerten auch unter Friedrich Wilhelmdem IV. die Gährungen fort. Im August 1844 ließ der Bischof von Trier(Arnoldi) den dort aufbewahrten „heiligen Rock" (einen von den 20 vorhan-denen) zur Verehrung ausstellen und veranlaßte dadurch taufende von Katho-liken, zu der Reliquie zu wallfahrten. Während die Protestanten sich überden Mummenschanz wunderten, erschien von dem katholischen GeistlichenRouge ein Sendschreiben „gegen das Götzcnfest zu Trier, an den dasigcnTezel des 19. Jahrhunderts." Dieses Schreiben fand vielen Beifall, weiles das aussprach, was die öffentliche Meinung längst gedacht hatte. Rougestiftete auch eine neue, die deutsch-katholische Gemeinde; sie fand aberwenig Anhänger, da ihr (zu Leipzig 1845) festgestelltes Bekenntnis alleGlanbenstiefe vermissen ließ.
In der protestantischen Kirche andererseits trat der Gegensatz zwischenStreugglänbigkeit und einer freieren Auffassung des Christentums immerstärker hervor. Der König ließ Männer, welche der strenggläubigen Nichtung angehörten, zu den einflußreichsten Ämtern berufen. Andere aber fürch-teten in dem Wiederaufkommen des alten Kirchcnglaubcns eine Rückkehr zui Minden, Stadt nnd Festung an der Weser, im Nordosten der Provinz West-falen. — Kolberg, Stadt und Festung in der Provinz Pommern, unweit der Mün-dung der Persante in die Ostsee.
' Die Feier der Vollciidung des Kölner Domes geschah am 15. Oktober 1880.' Mctternichs Grundsatz in der Politik war: „Alles für das Bolk, nicht«durch das Bolk!"