Deutschland in den Jahren 1830—1848.
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der Verdmnmung des Volkes und suchten daher einer freieren Ansicht vornChristentum Verbreitung zu verschaffen. Es bildete sich der Verein der„Lichtfreundc", die sich zu sogenannten „freien Gemeinden" zusammenschlössen.
Dieselben haben aber, nachdem sie (1847) das Recht selbständiger Religions-gesellschaftcn erhielten, an Bedeutung sehr verloren.
Schon bei der Krönung zu Königsberg war Friedrich Wilhelm IV.durch die Stände an die Verheißung seines Vaters von, 22. Mai 1815,
„die Errichtung von Reichsständen betreffend", in einer „ehrfurchtsvollstenBitte" erinnert worden. Endlich erschien am 3. Februar 1847 ein könig-liches Patent, in welchem die Einberufung eines „Vereinigten Land- Vereinigtertages" auf Grundlage der bisherigen Provinzialstände angekündigt wurde.
So trat (April 1847) in Berlin der erste vereinigte Landtag zu-sammen. In der Eröffnungsrede sagte Friedrich Wilhelm IV. mit Rücksichtauf die kirchlichen Vorgänge: „Ich aber und Mein Haus, wir wollen demHerrn dienen!" (Iosua 24, 15) und im Hinblick auf politische Wünsche:
„Keiner Macht der Erde soll es je gelingen, Mich zu bewegen, das natür-liche Verhältnis zwischen Fürst und Volk in ein konventionelles, konstitu-tionelles umzuwandeln, und nun und nimmermehr werde Ich es zugeben, daßsich zwischen unsern Herrn Gott im Himmel und dieses Land ein beschrie-benes Blatt, gleichsam als eine zweite Vorsehung, eindränge, um die alte heilige Treue zu ersetzen."
Aber viele der Abgeordneten dachten anders und sprachen in der anden König erlassenen Antwort (Adresse) die Erwartung aus, „daß dasPatent vorn 3. Februar 1847 der Anfang, nicht das Ziel der ständischenEntwickelung des Königreiches sein werde." — Der König, welcher auf Dankgerechnet hatte, ward hierdurch unangenehm berührt und ließ den vereinigtenLandtag am 26. Juni 1847 schließen. Im Januar 1848 begannen wiederdie Sitzungen der vereinigten ständischen Ausschüsse; aber noch waren ihreBeratungen nicht zu Ende, als die Februarrevolution in Frankreich ausbrach,deren Einfluß auch in Deutschland neue Verhältnisse schuf oder doch anbahnte.
60. Die deutschen Einheitsbestrcbungen 1848—1851.
1. Die Märztagc in Wien und Berlin. Das Frankfurter Parlament, Mai 1848.
Grundrechte. Österreich: Radetzkys Siez bei Custozza 1848 (Viktor Emannel:
Friede zu Mailand 1849). Windischzrätz in Prag, in Wien und in Ungarn. Kos-snth (Bilazos, 1849). Ministerium Schwarzenberg. Franz Joseph 1. Kaiser, Dezember1848. Preußen: Ministerium Brandenbnrg-Mantcnfsel, November 1848. Ver-fassung vom 6/Februar 1850. 2. Frankfurt: ReichSverfassuug. Preußens Ab-lehnung der Kaiserkrone. Schleswig-Holstein. Ausgang der Frankfurter National-versammlung 1849. 3. Dreiköuigsbuud und Erfurt 1850. Wiederherstellung des
Bundestages. Kurhessen 1850. Ausgang in Schleswig-Holstein. London '1852.
Dresdner'Konferenzen 1850—1851. Beitritt Preußens zum Bundestag, Mai 1851.
1. Die Februarrevolution (24. Februar 1848) zu Paris, welche dieAbsetzung Ludwig Philipps (S. 215) und die Ausrufung der Republik zurFolge hatte, versetzte auch Deutschland in stürmische Bewegung. ZweiIdeen waren es, welche damals das deutsche Volk erfüllten: die Idee derFreiheit und die der Einheit. Allgemein verlangte man volkstümliche Ver-fassungen in den einzelnen Staaten, dazu eine Volksvertretung am Bundeund eine oberste Gewalt im Sinne deutscher Einheit. Die letzte For-derung war um so berechtigter, da der Bundestag der nationalen Gemein-schaft nicht genügen konnte. — Diesmal machte die Bewegung an derSchwelle der Großstaaten nicht Halt.