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Neue Geschichte.
Toskana wurde an die Bedingung geknüpft, daß diese Fürsten von ihrenUnterthanen zurückgerufen würden; letztere aber erklärten (März 1860) denAnschluß an Sardinien. Auch der nördliche Teil des Kirchenstaates, diesogenannte Emilia, riß sich vom Papste los und vereinigte sich mit Sardinien.Savoyen —Das Herzogtum SavoYen * und die Grafschaft Nizza ^ dagegen wurden,u> Nizza, Lohn für den geleisteten Beistand, von Frankreich „annektiert" (Juni 1860>.
2 . Mit dem Züricher Frieden war der Grundstein zu Italiens Ein-Garibaldi hcit gelegt und bald erfolgte der Weiterkam Im Mai 1860 landete Gari-1860. baldi mit etwas über 1000 Freiwilligen an der Westküste Siciliens. Nach-dem seine Schar durch Zuzüge bis auf 4000 gestiegen, übernahm er imNamen des „Königs von Italien" die Diktatur über die Insel und entrißletztere mit Unterstützung der Bewohner in wenig Monaten der neapolitani-schen Herrschaft. — Bereits am 20. August setzte der Diktator nach dem Fest-land über. Ohne Widerstand zu finden, zog er durch Unteritalien und hieltNeapel. a„i 7 , September seinen Einzug in der Hauptstadt Neapel. Er war ent-schlossen, nach Niederwerfung des neapolitanischen Heeres, das sich mit FranzGaiüa. dcni Ik. nach Gaäta^ zurückgezogen hatte, auf Rom loszugehen und vomKapital aus das Königreich Italien zu Proklamieren. Um dies zu verhüten,verständigte sich Napoleon III., dessen Truppen seit 1849 zum Schutze desPapstes in Rom standen, mit Biktor Emanuel dahin, „daß dieser den östlichenTeil des Kirchenstaates, Umbrien und die Marken, noch mit Sardinien ver-binde, Rom aber, wie überhaupt den westlichen Teil des Kirchenstaates, dassogenannte Patrimonium Petri (S. 79), unangetastet lasse; weiter möge'erNeapel und Sicilien ^ mit dem übrigen Italien vereinigen, um dort stattder revolutionären Diktatur Garibaldis ein geordnetes monarchisches Regi-ment zu errichten." So geschah es. Sardinien besetzte zunächst Um-brien und die Marken. Hierauf rückte Viktor Emanuel an der Spitze seinerTruppen nach Unteritalien und hielt (7. November 1860) mit Garibaldiseinen Einzug in Neapel. Garibaldi legte die Diktatur nieder und ging nachder Insel Caprera^ zurück. — König Franz mußte in Gaüta kapitulieren,und begab sich nach Rom unter den Schutz des Papstes.
Mit Ausnahme von Rom (nebst dem Patrimonium Petri) und Venedigwar nun Italien unter dem Zepter Viktor Emanucls vereinigt. Am 18.Februar 1861 wurde das erste italienische Parlament zu Turin eröffnet undKönigreich Viktor Emanuel am 14. März zum „König von Italien" ausgerufen.^166l" Mitten unter den Bestrebungen, den Einheitsstaat auch innerlich auszubauen,starb Graf Cavour ( 6 . Juni). Nach seinem Tode verlangten die Hciß-Garibaldi Mtigsten die alsbaldige Eroberung Roms und Venedigs. Garibaldi sam-Rom '"^lte aufs neue seine Freiwilligen in Sicilien und setzte mit ihnen, um gegen1862. Rom zu marschieren, nach Unteritalien über. Hier standen Truppen des' Königreichs Italien. Bei Aspro in onte^ erfolgte am 28. August 1862der Zusammenstoß. Garibaldi wurde am rechten Fußgelenk verwundet undmußte sich mit seiner Schar ergeben. Er wurde in rücksichtsvoller Gefangcn-
* Savoyen, (S. 184) umfaßte 10076 glrm. — Nizza, die südwestliche Provinz Sardiniens, enthielt 3000 glcm (S. 131 Anm. 1.) — Neapel oder das Königreich beider Sicilien war Süditalien und die Insel Sicilien, zusammen 111900 glrw-2 Gaeta, Stadt und Festung am mittelländischen Meere, nördlich von Neapel.— Caprera, der eigentliche Wohnort Garibaldis, kleine Insel, nördlich von der InselSardinien. — Aspromonte, Gebirgszug in dem südlichsten Teil der Apenninen.