Band 
Zweiter Kursus.
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Das Königreich Italien 1859 1871.

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schast gehalten und im Oktober entlassen. — Die römische Frage wurde nundurch einen Vertrag (15. September 1864) so geordnet, das? Frankreich ver-sprach, binnen zwei Jahren seine Truppen aus Rom zurückzuziehen, wogegenItalien sich verpflichtete, das gegenwärtige päpstliche Gebiet nicht anzutastenund gegen jeden Angriff von außen zu schützen. Florenz sollte die Haupt-stadt des Königreiches werden, nnd König und Parlament siedelten im No-vember 1865 dahin über.

Ein weiterer Schritt znr Einheit Italiens geschah, als im März 1866Viktor Emanuel mit Preußen ein Bündnis znr Eroberung Be-ie-tiens schloß. Am 20. Äuni erfolgte die Kriegserklärung Italiens an Öster-reich, und an demselben Tage (23. Juni), an welchen, die Preußen in dasKaisertum Österreich (Böhmen) eindrangen (S. 240), erfolgte auch im Südender Angriff auf Veneticn. Die Italiener überschritten den Minciowurdenaber bei Cnstozzai (24. Juni) geschlagen und mußten sich nach der Lom-bardei zurückziehen. — Ebenso unglücklich wie zu Lande, war der Erfolg derItaliener zur See. Die Flotten gerieten am 20. Juli bei der Insel Lissa»in Kampf; die Österreicher blieben Sieger.

Inzwischen war die Sache Italiens auf den Schlachtfeldern in Böh.mcn mit entschieden worden. Nach der Niederlage bei Königgrätz. (S. 24l)hatte Kaiser Franz Joseph Veneticn an Napoleon den III. abgetreten, und imFrieden zu Wien. der am 3. Oktober zwischen Österreich und Italienzustande kam, übergab Kaiser Napoleon Veneticn? an Italien.

Bereits im Dezember 1866 räumten gemäß dem geschlossenen Ver-trage die Franzosen Rom, worauf der Papst zum Schutz der Stadt unddes belassenen Gebiets selbst ein Heer warb. — Nicht lange nach demAbzug der Franzosen aber erschien (1867) Garibaldi auf dem Festland,nni seine Pläne auf Rom zu erneuern. Sofort schickte Napoleon 111. demPapste 10 000 Mann zu Hilfe, die Rom besetzten. Und als Garibaldigegen die ewige Stadt aufbrach, wurde er von den päpstlichen Truppen,denen eine französische Brigade folgte, bei Mcntana » (3. November) ange-griffen. Schon waren jene geschlagen, da nahmen die Franzosen mit ihrenChaffepotgewehrenb den Kampf auf und brachten den Freischarcn eine blutigeNiederlage bei. Garibaldi wurde auf dem Rückweg nach Florenz verhaftet,erhielt aber »ach einigen Wochen Erlaubnis znr Rückkehr nach Eaprera«.

Während des deutschen Krieges in, Jahre 1870 (S. 243) endlich wußteItalien seine Einheit durch die Einverleibung Roms zu vollenden. ViktorEmanncl hatte bei Ausbruch dieses Krieges seine Neutralität erklärt, ließaber, als die französische Besatzung, die seit Garibaldis letztem Zuge in demKirchenstaat geblieben war, von dort abgerufen wurde nnd in Paris die Re-publik an die Stelle des Kaisertums trat, ein Heer an der römischen Grenze

- Mincio, S. 229 Aam. I- — Lustozza S. 22« Anm. 3. — Lissa,eine zu Dalmatien gehörige Insel, südöstlich von Ankona, an der dalmatischen Küste.Mcntana, Ort nordöstlich von Rom.

2 Die 1859 abgetretene Lombardei und das 1866 zugefügte Veneticn um-fassen zusammen über 40000 gkm.

- Lhassepot, das französische Zllndnadclgewehr, nach dem Erfinder Chassepot,Kontrolciir bei der Artillerie in Paris, benannt, wurde 1666 in der französischenArmee eingeführt.

- Auf Laprera blieb nunmehr Garibaldi; doch beteiligte er sich im Jahre 1870an der Verteidigung der französischen Republik gegen Deutschland; 1882 ist er gestorben.

Florenz

1665.

Bündnistit Preußen1866.

Eustozza.

Lissa.

Friedezu Men1866.

Mcntana

1867.

Rom

187«.