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Neue Geschichte.
seit 1848 zwischen seinen Grundsätzen und den Zeitereignissen eingetretenwar. Seine Freudigkeit war dahin, sein inneres Leben getrübt; auch seineGesundheit litt darunter. Am 3. Oktober 1857 wurde er vorn Schlagegetroffen und seitdem an der Regierung behindert.
2. In des Königs Auftrag übernahm sein Bruder Wilhelm, PrinzRegent- von Preußen, zunächst die Stellvertretung, dann seit dem 9. Oktober 1858fchaft. j,ix Regentschaft. Als Friedrich Wilhelm IV. am 2. Januar 1861 starb,
König bestieg der „Prinzregcnt" als König Wilhelm I. den Throu. GeborenWilhelm i. den 22. März 1797, zweiter Sohn Friedrich Wilhelm des III. und seiner1881. Gemahlin Luise, sah er in seiner frühesten Kindheit noch den Glanz desalten Preußen, wie es Friedrich der Große hinterlassen. Sein Knabenalterwar Zeuge von dem Falle und den Leiden der Monarchie durch Napoleonden I.; als Jüngling erlebte er die Erhebung des Vaterlandes in den Freiheitskriegen. Da er ursprünglich schwächlicher Gesundheit war, so gestatteteder Vater erst nach der Schlacht bei Leipzig dem 16 jährigen Jüngling, denFeldzug mitzumachen. Bei Bar sur Aube ^ (27. Februar 1814) erwarb ersich das eiserne Kreuz, beim Einzug in Paris begleitete er die Monarchen.Erst nachdem der Krieg beendet, empfing seine Iugcndbildung ihren Abschlußund es erfolgte seine Konfirmation. Damals schrieb er in seinem, von ihmselbst aufgesetzten Glaubensbekenntnis: „Meine Kräfte gehören der Welt, demBatcrlaude; ich will daher unablässig in dem mir angewiesenen Kreise thätigsein, meine Zeit auf das Beste anwenden und so viel Gutes stiften, als inmeinem Vermögen steht." In diesem Sinne strenger Pflichterfüllung reifteer heran; und besonders war es der Dienst im Heer, dessen er sich annahm,und dessen höhere Stellen er vom Vater, dessen Gcsamtbcfehl er schließ-lich vom Bruder übertragen erhielt Beim Ausbruche der Revolution von1848 richtete sich daher die Abneigung des Volkes wie gegen das Heer, soauch gegen ihn, als den eifrigsten Beförderer des Militärmcseus, weshalber sich nach England begab. Im Jahre 1849 führte er den Oberbefehlüber die preußischen Truppen, welche den Aufstand in der baierischen Pfalzund in Baden unterdrückten (S. 222).
Mit dem Antritt der Regentschaft (1858) begann in Preußen dieNeue Ära. „neue Ära." Der Prinz entließ das Ministerium Mauteuffcl und berief einneues unter dem Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Bon frischenHoffnungen bewegten sich die Gemüter und die Wahlen zum Abgcordnetcn-hause bewiesen die Übereinstimmung von Land und Regierung.
Die Einigung Italiens gab dem nationalen Streben in Deutschlandeine neue Anregung. Schon 1859 entstand der „Nationalvercin", dessenausgesprochener Zweck war, das ins Leben zu rufen, was 1849 die kleindeutsche Partei (S. 221) vorgeschlagen hatte. Dazu gingen aus dem Ber-cinsrechte neue Verbindungen hervor, wie die Säuger-, Turn- und Schützenvereine, welche durch Nationalfeste in engere Beziehungen zu einander tratenund zur Kräftigung des vaterländischen Sinnes beitrugen.
Nach dem Tode seines Bruders begann König Wilhelm seine Re-> Bar sur Aube, Stadt am rechten Ufer der Aube (S. 205 Amn. 1.) oberhalb la Rothisre.
^ Am 11. Juni 1829 vermählte sich Prinz Wilhelm mit der PrinzessinAugusts von Sachsen-Weimar. Sie gebar,ihm am 18. Oktober 1831 den Krön;Prinzen Friedrich Wilhelm und am 3. Dezember 1838 die Prinzessin Luise, seit 185«>Großherzogin von Baden.