Deutschland in den Jahren 1651 -1871.
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getreten, erklärte die Bundesversammlung die Exekution für beendigt. Diesächsisch-hanuöverschcn Truppen wurden zurückgerufen und eine österreichisch-preußische Landesregierung errichtet. Bald aber trat es nun zn Tage, daßPreußen die Herzogtümer „annektieren" oder doch nur unter gewissen Be-dingungen (Überlassung der Land- und Seemacht) an den Prinzen vonAugustenburg > abtreten wollte. Der Versuch Preußens, den Prinzen (1865)zu einem Abkommen zu bringen, führte zu keiner Einigung. So dauerteder Zustand fort, bis es am 14. August 1866 zn der Gastciner- Kon-vention kam. Darnach wurde die Regierung von Schleswig an Preußen,die von Holstein an Österreich überlassen. Laucnburg wurde gegen eineEntschädigung von Österreich an Preußen abgetreten. Der Minister v.Bismarck, der diese Ausgleichung zustande gebracht, wurde dafür von seinemKönig in den Grafcustand erhoben. — Im September 1865 ward gemäßder Gastciner Konvention Freiherr v. Gablcnz österreichischer Statthalter inKiel^ und General von Manteuffel^ preußischer Gouverneur in Flcnsburg-.
Aber der genannte Vertrag war nur ein Provisorium, in welchem dieKeime zu neuen Zerwürfnissen zwischen beiden Großmächten lagen.Österreich insbesondere unterstützte die Bestrebungen zu grinsten des Augustcn-burgers, und Graf v. Bismarck sah sich deshalb veranlaßt, (26. Januar 1866)in Wien Beschwerde zu führen, daß „revolutionäre und jedem Throne feindselige Tendenzen unter dem Schutze des österreichischen Doppeladlers sich ent-falten dürften." Das österreichische Kabinct wies die Anklage zurück underklärte (7. Februar), daß es bei der bisherigen Art und Weise, Holstein zuverwalten, beharren werde, auch auf die Gefahr eines Bruches mit Preußen.Bereits im März zog Österreich Truppen nach Böhmen; auch im KönigreichSachsen begannen Rüstungen, während Preußen seine schlesischen Festungenin Verteidigungszustand setzte und Unterhandlungen wegen eines Bündnissesmit dem Königreich Italien anknüpfte (S. 231). Als dieses Bündnis nochvor Ende März zum Abschluß kam, erfolgten in Italien bedeutende Rü-stungen, doch auch Baiern und Würtembcrg trafen militärische Vorkehrung„zur Wahrung des Friedens im Bunde."
Gleichzeitig gab der im deutschen Bunde hervortretende Zerfall dem GrafenBismarck Anlaß, auf die Notwendigkeit einer Bundesrcform hinzuweisen,und am 9. April 1866 stellte er bei dem Bundestag den Antrag auf Ein-berufung eines aus allgemeinen Wahlen hervorgegangen«:» deutschen Par-lamentes, wobei er zugleich die Absicht Preußens aussprach, „die militäri-schen Kräfte Nord- und Mitteldeutschlands um sich zu vereinigen." Da sich
- Friedrich (geb. 1629, gest. 1880), Prinz von Augustenburg (Schloß auf derInsel Asien) hatte Erbansprüche auf Schleswig-Holstein. — Seine älteste Tochter, Bittoria, ist seit 1882 vermählt mit dein Prinzen Wilhelm von Preußen, ältesten! Sohndes Kronprinzen (S. 234 Anm. 2.).
^ Gastein, Bad im Süden des österreichischen Herzogtums Salzburg. — Kiel,Stadt i» Holstein, an einem Busen der Ostsee. — Flcnsbnrg, Stadt in Schleswig,an einem Busen der Ostsee.
- Erwin, Freiherr v. Manteuffel, geb. 1809 in Dresden, Sohn des Regie-rungspräsidenten der damals sächsischen Nicderlausitz. trat 1837 in die PreußischeAruiee und ward 1857 Chef des Miütärkabinets, sowie 1861 General. In demdeutschen und dem deutsch-französischen Kriege zeigte er sich wiederholt als tüchtigerFeldherr. Seit dem 1. Oktober 1879 ist er Statthalter des Reichslandes Elsaß-Lothringen.
Gasteiner
Konvention
1865.
'Reue
Zerwürf-
nisse
1866.