Band 
Zweiter Kursus.
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Neue Geschichte.

gelegene Teil des Großherzvgtums dem norddeutschen Bunde beitrat. EinSchutz- und Trutzbündnis Südhessens mit Preußen wurde am 11. April1867 abgeschlossen. — Mit Sachsen kam der Friede am 21. Oktober

1866 zustande, indem es dem norddeutschen Bunde beitrat und sein Militär-wesen unter die Leitung und den Oberbefehl des Königs von Preußen stellte.

Bundestag. — Die Bundesversammlung, welche, zuletzt auf vier Stimmen herab-gesunken, zu Augsburg ihres Endes harrte, wurde am 14. August 1866durch den österreichischen Gesandten für aufgelöst erklärt.

Annexio- Am 17. August ward dem preußischen Abgeordnetenhaus folgende könig-nen. liche Botschaft verkündigt: „Die Politische Notwendigkeit zwingt uns, den Re-gierungen des Königreichs Hannover, des Kurfürstentums Hessen und desHerzogtums Nassau, sowie der freien Stadt Frankfurt die Negierungs-gewalt, deren sie durch das siegreiche Vordringen unserer Heere entkleidet sind,nicht wieder zu übertragen, vielmehr jene Gebiete mit unserer Monarchie zuvereinigen." Hierauf wurden die genannten Ländergebiete durch Gesetze vom20. September Preußen einverleibt. Dasselbe geschah am 12. Januar

1867 mit den Elbherzogtümern Schleswig und Holstein samt dem Her-zogtum Laucnbürg. Der preußische Staat erhielt durch diese „Annexionen"einen Zuwachs von 65 000 Quadratkilometern mit 4>/s Millionen Ein-wohnern und zugleich ein abgerundetes, zusammenhängendes Ländergebiet miteinem Küstenumfang, welcher der Entwicklung seiner Seemacht günstig war.

Folgen Das war das Ergebnis eines sieb enwöchent lichen Krieges. Erde« Krieges, hatte das Machtverhältnis Europas umgestaltet und namentlich die Ent-wickelung Deutschlands in neue Bahnen geleitet. Preußen nahm als deutscheGroßmacht die Einigung Deutschlands in seine Hand; das Ziel, das dieBewegungen der Jahre 1848 u. 1849 erstrebten, war in vielen Stückenerreicht und für weiteres die Bahn geöffnet. Auch der Zwiespalt imInnern Preußens (S. 266) wurde unter dem überwältigenden Eindruckdes Errungenen, sowie durch gegenseitiges Entgegenkommen ausgeglichen undbeseitigt. — Doch noch eine schwierige Aufgabe hatte Preußen zu lösen,Nord- die Organisation des norddeutschen Bundes, der an die Stelle

deutscher des beseitigten deutschen Bundes treten sollte. Im Anschluß an den früherBund. bereits vorgelegten Entwurf (S. 237) wurden die deutschen Staaten nördlichvom Main.zu einem Bündnis eingeladen. Infolgedessen traten zunächst am15. Dezember 1866 die Bevollmächtigten der norddeutschen Staaten in Berlinzusammen, um den vorgelegten Verfassungsentwurf in Beratung zu ziehenund festzustellen. Nachdem dies geschehen, fanden am 12. Februar 1867 dieWahlen — auf je 100 000 Einwohner ein Abgeordneter — zum Reichs-Reichstag tage statt, der am 24. Februar durch den König von Preußen eröffnet wurde.. 1667. I,, 35 Sitzungen wurde hierauf der von den Regierungen vereinbarte Ent-

wurf der Zustimmung der Volksvertreter unterbreitet, und schon am 17.April konnte der neue Bundeskanzler Graf BiSmarck „die Verfassung ^ des

> Die wichtigsten Bestimmungen der Verfassung des norddeutschen Bun-des waren folgende: „Der norddeutsche Bund ist kein Staatenbnnd, sondern ein Bnn-deSstaat. Das Bundcspräsidium ist bei der Krone Preußen, welche den Bund völker-rechtlich vertritt, in seinem Name» Krieg erklärt, Friede „nd Bündnisse schließt, Ge-sandte beglaubigt. Die Regierungen werden vertreten durch den Bundesrat, in deinPreußen 17, die übrigen 21 Bundesglieder 26 Stimme» haben. Das Volk ist durchden aus direkte» Wahlen hervorgegangenen Reichstag an der Leitung seiner Geschickebeteiligt. Die gesamte Land- und Seemacht des Bundes steht unter dem Oberbefehl