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Mittlere Geschichte.
heute in den Worten Schwaben und Schweiz fort. Die Ungarn nennenalle Deutschen „Schwaben".
45. Die deutschen Bölkervereine.
Einfluß der „römischen" Nachbarschaft auf die Germanen. Gründung von vierdeutschen Völkervereinen. Der Bund der Alemannen, Franken, Sachsen
und Gothen.
Die Nachbarschaft der Römer am Rhein und an der Donau verfehlteihres Einflusses auf die Deutschen nicht. Sie lernten manche neue Ein-richtung, das Geld und verschiedene Bedürfnisse des Luxus kennen. DieRömer hatten am Rhein Weinreben gepflanzt, sonst Landstraßen, Städte hSchauplätze, Schlösser, Tempel und Altäre angelegt; römische Kaufleutebrachten ihre Waaren nach Deutschland und holten dagegen Bernstein,Federn, Pelzwerk, Sklaven und — die Haare der Deutschen; denn es warjetzt in Rom bei den Frauen der Gebrauch, blonde Perrücken statt der eigenenHaare zu tragen. Schon hierdurch wurde manche Veränderung in den Sittender Deutschen hervorgebracht. Die wichtigste Veränderung jedoch, die sichim 2. und 3. nachchristlichen Jahrhundert bei unsern Vorfahren zeigte,war ihre Vereinigung in vier große Völkerbündnisse. Wahrscheinlichsind diese Bündnisse durch den Anblick des römischen Reiches, welches beialler Verderbtheit durch Vereinigung noch so stark war, sowie durch dieUebermacht einzelner deutscher Völkerschaften entstanden. Man unterschied:
Alemannen. 1- Die Alemannen, ein Bündniß suevischer Völker zwischen Mainund Donau und später auch am Oberrhein und Neckar. Ihr Name be-deutet alle oder allerlei Männer. Sie drangen oft über den Rhein inGallien und durch die Alpen in Italien vor.
Franken. 2. Die Franken am Niederrhein und in den Niederlanden, ein istä-vonischer Völkerverein, dem sich auch die Chatten und Cherusker anschlössen.Sie wollten frank, d. h. frei sein, daher ihr Name. Oft unternahmensie verheerende Streifzüge in das mittlere Gallien.
Sachsen. 3. Die Sachsen, an der Weser, Elbe und Nordsee. Ihren Namenhat man bald von Sachs (einer Waffe), bald von Sassen (als feste Wohn-sitze habend) ableiten wollen. Allgemein galten sie für treffliche Seeleute.Später zerfielen die Sachsen in 3 Stämme: in Ostfalen, Westfalen undEngern. — Die Finnen nennen noch heute alle Deutschen „Sachsen".
Gothen. 4. Die Gothen zwischen Weichsel und schwarzem Meer. Sie theiltensich in Ost- und Westgothen. Die Herrschaft der Gothen war im viertenJahrhundert am ausgebreitetsten; ihrem Könige Hermanrich gehorchtenMoldau, Walachei, Ungarn, Polen und Preußen. Das Vordringen derHunnen machte ihrem Reich ein Ende und gab zugleich den Anstoß zu der großenVölkerbewegung, in welcher die Germanen eine hervorstechende Rolle spielten-
46. Europa nach -er Völkerwanderung.
Kurze Dauer der meisten während der Völkerwanderung entstandenen Reiche. DasVandätenreich (429) wird 534 durch Belisar zerstört. Die Sueven (409) unterliegen585 den Westgothen (415), diese selbst 711 den Arabern. Die Franken (410) un-terwerfen 496 die Alemannen, 530 die Thüringer, 534 die Burgunder, 788 dieBaiern und 803 die Sachsen. Die angelsächsische Heptarchie wird 827 ein König-
e Von den römischen Pflanzstädten sind noch vorhanden: Salzburg,Augsburg, Basel, Strahburg, Baden-Baden, Speier, Worms, Mainz, Trier, Köln,Bonn rc.