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Neue Geschichte.
Teufels- u. volle Bürger und Bauer, fast immer in Todesangst schwebend, allenthalbenGespenster- Teufel und Gespenster. Man glaubte an Heckpfennige , Licbestränke, anerscheinun- Gießen von Freikugeln und an die Passauer Kunst, welche letztere jedengen. Krieger unverwundbar machen sollte. Dazu kam das Suchen nach einer
Universalmedizin (einem Lebenselixir), dann die schon erwähnte Goldmacher-kunst (Alchemie) und Sterndeuterei (Astrologie). Auch wollte man ausden Linien der Hand wahrsagen und Krankheiten durch Sympathie heilen.Manche suchten die bösen Geister zu bannen, Andere verschrieben sich dem Teufel,um durch ihn Glück und Reichthum zu erlangen. Zu den traurigstenHexeupro- Verirrungen jener Zeit gehören aber die Hexenprozesse. Man glaubte,zesst. boshafte Weiber ständen mit dem Teufel in Verbindung und lernten von ihmböses Wetter machen, fremden Kühen die Milch entziehen, fremdes Getreidedurch die Luft entführen, durch den bösen Blick Menschen und Vieh töd-tcn rc. Fast jede der Angeklagten gestand in der Folterpein, mit dem Teufelsich abgegeben, als Hexe gelernt und schlechte Künste getrieben zu haben.Alle Hexen sollten in der Walpurgisnacht (1. Mai) auf einem Besen,Spinnrocken oder Bratspieß, auf einer Ofengabel oder Katze zum großenHexensabbath auf den Blocksberg reiten, dort. mit dem Rücken gegen einan-der gekehrt, tanzen und Götzendienst mit einem großen schwarzen Bock trei-ben; dieser Bock sollte sich dann selbst verbrennen und seine Asche von denHexen zu weiteren Zaubereien gesammelt werden; endlich sollten die Hexenauf ihrem abenteuerlichen Roß wieder heimkehren. Derartiger Wahn griffeilends um sich, und fast jedes Uebel, welches Menschen oder Thiere befiel,schrieb man einer Hexe zu und stellte förmliche Hexenverfolgungcn an.Verdächtige Frauen wurden der Hexenprobe unterworfen, indem man ihrenrechten Daumen an die linke große Zehe und den linken Daumen an dierechte große Zehe band und sie so in's Wasser warf. Schwammen dieFrauen oben, so galten sie für überführt und mußten den Feuertod erlei-den. Am eifrigsten verurtheilte man im Bamberg'schen, wo von 1600 — 1700über 20,000 Menschen, Männer, Frauen und halberwachsene Kinder ver-brannt wurden. Der Bischof von Würzburg ließ 1616 von der Kanzelverkündigen, daß im laufenden Jahre 300 Hexen und Zauberer den Schei-terhaufen hätten besteigen müssen. Im Jahre 1617 betrug die Zahlabermals 219. Noch 1750 fand zu Quedlinburg und 1780 zu Würzburg eineVerbrennung statt. Die letzte Hexe ist erst 1783 zu Glarus enthauptet worden.
74. Kunst uud Wissenschaft von 15««—165«.
1. Einfluß Melanchthvn's auf Verbreitung der humanistischen Studien. Schulenin den protestanlischen Städten. Das Kirchenlied: Luther, Speratns, Decius, Eber,Hermann und Ringwald; weltliche Dichtung: erste (Opitz) und zweite schlesischeSchule. Italien Hauptsitz der Kunst: Michel Angela, Rafael, Tizian, PaulVero-nese, Leonardo da Vinci und Correggio. Deutschland und die Niederlande: Albrecht Dürer, Hans Halbem und Lukas Kranach; Rubens, van Dyk und Rem-brandt. Kirchenmusiker: Paleftrina undAllegri. Dichter: Ariosto nnd Tasso: Cer-vantes, Lopez de Vega und Calderon; Camoens; Shakespeare und Mtllon.
2. Umwandlung der Astronomie und Naturwissenschaften durch Kopernikus, Kepler
und Galilei; dann durch Newton, Drebbel, Torricelli und Guericke.
1. Die humanistischen Studien wurden in unserm Vaterlande besondersdurch Melanchthon, den „Lehrer Deutschlands" (pEeoptor dsrmaniao),