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Neue Geschichte.
netensystems ruhende Sonne bewege. Der durch Armut, protestantischeKepler Glaubenstrcue und Scharfsinn ausgezeichnete Astronom Johann Kepler, von-j- 1630. im Wiirtembergischen ('s 1630), dessen Mutter als Hexe angeklagtwurde und im Kerker starb, fand die Gesetze des Planetenlaufs undlegte in seinem „Traum" die erhebensten Ansichten über den Bau und dieGalilei Ordnung des Weltganzen nieder. Der Italiener Galilei aus Pisa (s-1642),'s 1642. welcher die Gesetze des Pendels und des freien Falls entdeckte und daskurz zuvor in Holland erfundene Fernrohr zuerst gegen den Himmel richtete,lehrte die Bewegung derErde um die Sonne öffentlich, zog sich aberdadurch die Verfolgung der Inquisition zu, ward eingekerkert und zumWiderruf gezwungen, wobei er jedoch leise die Worte gesprochen habensoll: „und sie bewegt sich doch!" Auf den Schultern dieser Männer stehend,Newton entdeckte später der Engländer Jsaak Newton (ff 1727) die Gesetze der1727. Schwere, der Anziehungs- und Fliehkraft. Auch gehören in diesenZeitraum die Erfindung des Thermometers durch den Holländer KorneliusDrebbel (s 1634), des Barometers durch den Italiener Torricclli(ch 1647) und der Luftpumpe durch den Magdeburger Bürgermeister Ottovon Guericke (um 1650). — Die Fortschritte in der Astronomie warenes auch, welche den Papst Gregor den XIII. zur Verbesserung des Julia-nischen Kalenders bewogen (S. 188).
75. Ludwig XIV. 1643-1715.
1. Richelieu uudMazarin: Ludwig XIII. 1610—1643. Unruhen des Adels.Richelieu (seit 1621). Sein Streben nach Vergrößerung Frankreich's und Grün-dung einer absoluten Königsmacht. Sein Auftreten im 30jährigen Kriege. Ver-fahren gegen die Hugenotten: Einnahme von La-Rochelle. Hinrichtung und Ver-bannung anmaßender Edelleute. Richelieu 1642. Stiftung der französischenAkademie 1635. Tod Ludwig des XIII. 1643. Ludwig XIV. 1643—1715. Kar-dinal Mazarin. Krieg der Fronde 1648 — 1652. Unterwerfung des Adels.Mazarin's Tod 1661. 2. Ludwig des XIV. Staatsverwaltung. Die königlicheAllgewalt (1'Ltat o'sst moi). Ludwig des XIV. Persönlichkeit. Thätigkeit Lou-vois',Vauban's und Kolbert's. Errichtung der Polizei. Goldenes Zeitalter der franzö-sischen Literatur. Die französische Sprache wird Diplomatensprache. 3. Ludwig desXIV. Hof-und Privatleben. Zahlreiche Hoffeste. Etikette. Neue Tracht. Tagesordnungdes Königs. Nachahmnng des französischen Hofes durch deutsche Fürsten. Die „Bil-dungsreisen" nach Paris. 4. Ludwig des XIV. Eroberungssucht und Unduldsam-keit. Friedensschlüsse. Aufhebung des Edikts von Nantes 1685. Auswanderungen.
Ludwig des XIV. Tod 1715.
1. Richelieu und Mazarin. — Die erste Regierungszeit LudwigLudw.XIII. des XIII.(1610—1643), der bei seines Vaters, Heinrich des IV., Ermordung1610 —43. (S. 189) nur 9 Jahre zählte, war für Frankreich unheilvoll. Während dieKönigin-Mutter, Maria von Medici, die Regentschaft führte, übten ita-lienische Günstlinge großen Einfluß auf die Regierung und verletzten durchUebermuth den französischen Nationalstolz. Erbittert darüber, griffen die ein-heimischen Edelleute zu den Waffen und erfüllten das Reich mit Aufstän-den und kriegerischer Unruhe. Nach eingetretener Volljährigkeit übernahmLudwig XIII. selbst die Regierung, vermochte jedoch auch nicht Friede undOrdnung herzustellen. Abermals erhoben sich die Großen des Reichs, so-wie die in ihren Rechten gekränkten Hugenotten und stürzten das Land inneue Verwirrung. Solch' traurigen Zuständen wußte erst der KardinalRichelieu. Richelieu ein Ziel zu setzen. Dieser große Staatsmann behauptete zweiJahrzehnte lang (seit 1621) eine fast unumschränkte Gewalt und führte,