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Neue Geschichte.
Universität der Universität zu Halle l (1694) und der Societät (jetzt Akademie)Halle der Wissenschaften (1700) in Berlin hervorzuheben. Seine Liebe zur Kunst1694, bethätigte er durch die treffliche Reiterstatue seines Bakers und durch herr-liche Bauwerke, wie das Schloß, das Zeughaus und mehrere Kirchen zus-Lasten Berlin. Auch ist unter seiner Regierung die erste Anlage zu der Friedrichs-1700. stadt >n Berlin gemacht worden (seit 1691). — Friedrich I. starb 1713und hinterließ den durch Prunkliebc und durch Unterhaltung einer großen Kriegs-macht sehr erschöpften Staat seinem 25 jährigen Sohne.
Friedrich 3. Friedrich Wilhelm I. (1713—1740) war ganz das GegentheilWilhelm I. seines Vaters. Wie dieser durch Pracht und Verschwendung, so zeichnete1713—40. xr sich durch Sparsamkeit und Einfachheit aus. Während man Berlin unterWilhelm Friedrich dem I. das deutsche Athen nannte, so hieß es unter Friedrich^des I. Wilhelm dem I. das deutsche Sparta. Von den 100 Kammerherren, welche
Sparsam- Er bei seinem Regierungsantritt vorfand, behielt er nur 12. Bei Hof wurden^ ' alle theuren, goldgestickten Modekleidcr verbannt; fortan erschien der Preußen-könig und seine Umgebung nur in einfacher, blauer Uniform mit sparsamemSilbcrbesatz. Statt der ungeheuern Alongenperrücken trug man lange Zöpfe.In den Zimmern des Königs waren die Wände ohne Tapeten, alle Tische,Stühle und Bänke von Holz, sogar die Waschbecken. Sein Haushalt wardmit einer unglaublich geringen Summe bestricken; seine Lebensart wardurchaus bürgerlich, seine Mahlzeiten bestanden in Hausmannskost -. SeinerGemahlin erlaubte er auf Reisen nicht mehr Bedienung mitzunehmen, alseine einzige Kammerfrau; wünschte sie mehr, so ward noch eine und dieandere unter Zittern und Zagen in einem Packwagen versteckt. Die Prinzenmußten schon als Knaben den Soldatendienst von unten auf lernen undwurden in ihrem Taschengelde sehr kurz gehalten. Der Kronprinz Fritzhat wegen Schulden mehr als einmal auf die Wache spazieren müssen. Dieeinzigen Vergnügen, welche der König sich erlaubte, waren Jagd, das Spielseiner Hoboisten und das sogenannte „Tabakskollegium", zu welchem seine„guten Freunde" Zutritt hatten und in welchem gewöhnlich auf Kosteneiniger Gutwilliger allerlei Scherz getrieben wurde.
So sparte Friedrich Wilhelm I. aller Orten, konnte aber bei schick-Wiederbe- lichen Gelegenheiten auch um so mehr geben. Die Wiederbevölkerung desvölkerung durch die Pest verödeten Litthauen's * ließ er sich Millionen kosten. ErLitthauen's. nicht nur zahlreiche arme Familien aus der Schweiz, aus Schwaben,Franken und Sachsen dahin auf, sondern auch noch 27,000 Salzburger,die von dem Bischof Firmian des evangelischen Glaubens wegen (1731 und32) vertrieben worden waren. Ebenso wandte er große Summen auf ge-meinnützige Anstalten. Im Jahre 1717 ward das Berliner Kadettcnhauserbaut, 1722 das große Potsdam'sche Waisenhaus; 1727 entstand zu Ber-r In Halle erlangte Christian Wolf, welcher die mathematische Lehrart aufdie Philosophie anwandte, großen Ruhm. Als er aber wegen einiger Lehrsätze mitden Theologen in Streit gerieth, mußte er unter Friedrich des I. Nachfolger (Fried-rich Wilhelm dem 10 „bei Strafe des Galgen" in 24 Stunden die Stadt verlasse»(1723). Friedrich II. hat ihn später nach Halle zurückberufen.
2 Am liebsten aß Friedrich Wilhelm Grünkohl und Schinken. Diese?Gericht hat er oft bei dem Gastwirth Nikolai in Berlin genossen, weil dessen Fraues ihm am besten zubereitete.
s Litthanen, Gebiet, das gegenwärtig den östlichen Theil der Provinz Preu-ßen bildet.