Band 
Dritter Kursus.
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Neue Geschichte.

Friede zu Vorpommern bis zur Peene, sowie um die Inseln Wollin und Usedom, die^i 7 ?o^ E Fncden von Stockholm (1720) an Preußen fielen. Obschon er fürdiese Erwerbung 6,000,000 Mark an Schweden zu zahlen und viel Geld aufdie Verbesserung seines Landes und die Erhaltung seiner Kriegsmacht zuwenden hatte, so erlaubte ihm doch der treffliche Zustand seiner Finanz-verwaltung, einen Staatsschatz zu sammeln. Gegen Ende seines Lebensverwandte er große Summen auf Silbergeräthschaftcn, die dem Nachfolgernicht gleich so' angreifbar sein möchten wie baare Münzen, aber doch unNothfall gute Dienste thun könnten. In den Prunkzimmern des könig-lichen Schlosses zu Berlin sah man Tische, Spiegel, Gefäße, Kronleuchter,ja eine ganze, für die Musiker bestimmte Gallerie von gediegenem Silber.Trotz alledem hinterließ er, als er 1640 starb, in dem Staatsschatz noch25 Millionen Mark.

Friedrich Auf Friedrich Wilhelm den I. folgte sein Sohn Friedrich II., derder Große Große (1740—1786), welcher das von seinen drei Vorfahren begonnene1740-86. Preußen in der Reihe der großen Mächte Europa's eine ehrenvolle

Stelle zu verschaffen, zum Ziele führte. Leider löste sich aber bei dem Em-porkommen Prcußen's die Einheit des deutschen Reichs immer mehr auf.

77. Rußland: Peter des Großen Vorgänger und Nachfolger.

1. Slavische Slämme die frühesten Bewohner zwischen Ostsee und Dniepr. DieHcrrschersitze Nowgorod und Kiew im 6. Jahrhundert. Begründung der Staatseinheitdurch normannische Einwanderer: das Hans Rurik 862 — 1598. Wladimir der Großeläßt sich taufen (988) und erhebt das Christenthum nach griechischem Ritus zur Slaats-rcligion. Theilungen des Reiches und innere Kämpfe. Die Herrschaft der Mongolenim 13. und 14. Jahrhundert. Befreiung und Wiedervereinigung des Reiches durchIwan Wasiljewitsch 1462—1505. Iwan der Schreckliche nimmt den Titel „Zar" an.Erlöschen des Hauses Rurik 1598. Der „falsche Demetrius." Thronbesteigung desHauses Romanow 1613. Peter der Große 1682—1725. Einführung europäischerKultur in Rußland. Peter's Erwerbungen im Frieden zu Nystädt 1721. Ruß-land die erste nordische Macht. 2. Katharina I. 1725 - 1727: Fürst Mentschikow.Peter II. 1727 — 1730: Familie Dolgorncki. Anna von Kurland 1730 — 1740:Herzog von Biron. Iwan von Branuschweig 1740. Elisabeth 1741—1762: ihreTheilnahme am 7jährigen Kriege. Peter III. 1762. Katharina II. 1762—1796,„die nordische Semiramis." Ihre Einwirkung auf die Kultur Rußlaud's. Türken-kriege : von 1768—1774 (Friede zu Kutschuk-Kainardsche) und von 1787—1792(Friede zu Jassy). Die Theilungen Poleu's 1772, 1793, 1795.

1. Die Hauptmasse der Bevölkerung des heutigen Rußland's bildetenschon in frühester Zeit slavische Stämme, welche die weiten, zu Viehzuchtund Ackerbau wohlgeeigneten Flachländer von der Ostsee bis zum Dnieprhinab einnahmen. Die zahlreichen Slavenstämme hatten schon im 6. Jahr-hundert als Anhaltspunkte einer Herrschaft Nowgorod ^ im Norden undKiew * im Süden gegründet. Aber die Stiftung einer Reichseinheit unterihnen ist von cingewanderten Normannen, dort Waräger genannt, aus-gegangen. Zur Schlichtung eingetretener Streitigkeiten wurden nämlich imHaus Rurik Jahre 862 drei Brüder aus dem schwedischen Stamme Ruß herbeigerufen862-1598. und zu Fürsten gemacht. Der eine von ihnen, der in Nowgorod seinenWohnsitz hatte, erhielt nach Ableben seiner beiden Brüder die Alleinherr-schaft und wurde der Stammvater eines Fürstenhauses, welches bis 159»über Rußland herrschte. Seine Nachfolger verlegten ihre Residenz nach' Nowgorod Weliki (Großueustadt), Gouveruemenlsstadt am Wolchow-uud Jlmensee. — Kiew, Gouveruemeutsstadl am rechten Ufer des Dniepr.