Peter des Großen Vorgänger und Nachfolger.
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Kiew und trotzten dem griechischen Kaiser einen Tribut ab. Wladimirder Große (980—1015) erzwäng sich sogar die Hand einer griechischenKaiserstochter, der Schwester Theophano's, welche mit dem deutschen KaiserOtto dem II. vermählt war, und ließ sich taufen (988). Er führte dasChristenthum nach dem Lehrbegriffe der griechischen Kirche ein und erhob es Einführungzur Landesreligion. Die Theilung des Reichs unter die 12 Söhne Wla- d. Christeu-dimir's entzündete innere Kriege, welche der zu Kiew von Wladimir einge- thums.setzte Großfürst nicht zu unterdrücken vermochte. Die ausgebrochenen Zwi-stigkeilen dauerten vielmehr 200 Jahre fort und schwächten das Reich so,daß es im 13. Jahrhundert unter die Gewalt der Mongolen kam. Erstals diese selbst in sich zerfielen, gelang es dem Großfürsten Iwan Wasil-jcwitsch von Moskau (1462 — 1505), wohin sein Großvater nach Kiew'sVerlust die Residenz verlegt hatte, das Land zu befreien und die einzelnenFürstenthümer zu einem untheilbaren Ganzen zu vereinigen. Auch weckte erunter seinem Volke die ersten Keime europäischer Bildung, indem er Hand-werker und Bauleute aus Deutschland und Italien herbeirief, die ihm unterAnderem den Kreml, der bisher aus Holz bestand, in Stein aufführten.
Sein Enkel Iwan der Schreckliche (1533—1584) legte sich zuerst denTitel „Zar" oder Selbstherrscher aller Reußen bei, eroberte Kasan ' und Ast- Titel Zar.rachan i und errichtete ein stehendes Heer, die Strelitzen, welche für die spä-tere Geschichte von großer Bedeutung wurden. Mit Jwan's Sohn Feodordem I. starb 1598 der männliche Stamm des Hauses Rurik aus; es folg-ten innere Kriege, da ein Mönch, „der falsche Demetrius", sich für denlange zuvor getödtcten. Bruder Fcodor's Demetrius ausgab, bis endlich 1613 HausMichael Feodorowitsch aus der Familie Romanow zum Zaren gc-wählt wurde. Unter den meist kräftigen Regenten dieses Hauses (das inweiblicher Linie noch jetzt den russischen Thron inne hat) wurde Rußlandnach und nach zu einem civilisirten Staate umgeschaffen, dessen Machtnoch fortwährend im Steigen begriffen ist. Der größte Fürst dieses Ge-schlechts war unstreitig Peter der Große (1682—1725), der vierte seiner Peter d.Gr.Familie. Er wußte in seinem Reich immer mehr europäische Kultur zu 1682-1725.verbreiten, wußte Handel und Gewerbe durch Herbeiziehen von Fremden zubefördern und mit seiner umgestalteten Militärmacht imnordischen Kriege(1700—1721) den Schweden dergestalt die Spitze zu bieten, daß ihm dieseim Nystädter i Frieden (1721) die Provinzen Esthland, Livland und Jnger-mannland abtreten mußten. Ucberhaupt war er es, der Rußland zur erstennordischen Macht emporhob, in welch' hoher Stellung es auch seine Nach-folger trotz wiederholter Hofrevolutionen und Thronstreitigkeiten erhalten haben.
2. Nach Peter dem Großen bestieg seine Gemahlin Katharinaden Thron und regierte unter Leitung des Fürsten Mentschikow von" 6 — 27.1725—1727. Nun folgte Peter II. (1727—1730), der Enkel Peter Peter II.des Großen. Unter diesem wurde der so mächtige und allgemein gefürchtcte ^' — 30.Mentschikow, eben als er auf dem Punkte stand, durch Verheiratung seinerTochter Schwiegervater des Kaisers zu werden, plötzlich gestürzt. Sein Geizhatte ihn verleitet, große Geldsummen zu veruntreuen; hierzu kamen die
r Kasan, Gonveruementsstadt am linken Ufer der Wolga, östlich von Nischnei-Nowgorod Mnler-Nenstadt). — Astrachan, Hauptstadt auf einer Insel derWolga, 12 Meilen vam kaspischen Meere. — Nystädt, Hafenstadt am bottnischenMeerbusen, den Alandsinselu gegenüber.
Spieß u. Beriet, Weltgeschichte lll. 4. Aufl.
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