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Vierter Band.
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8 90. Erstes Kapitel: Literatur (die außerdeutsche bis zum Ende des Jahrhunderts).

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alles verstehenden Rationalismus. Diese Abneigung wurzelt in der Romantik, die demAchter durch die Werke von Novalis nähergebracht wurde und wohl auch den Anstoß gabZu der fast übersteigerten Feinheit seiner im Wohlklange schwelgenden und in Tönen förm-"ch verschwimmenden Sprache. Ihr entspricht die Schilderungsweise Maeterlincks. Seinegrüblerische, weltschmerzlich angehauchte Natur sträubt sich geradezu gegen die Klarheit derllmrisse, feste Formen und anschauliche Deutlichkeit. Wunderbar gelingt ihm dagegen allesInnige, Träumerische, besonders das Unheimliche. Aber Maeterlinck ist auch Philosoph.

7* 4at den Neuplatoniker Platin studiert und sich in die Mystik versenkt. Er glaubt an^u Unbewußtes, den geheimnisvollen Urgrund des Alls. Ihm in der eigenen Seele lauschend,

^rnimmt er Töne, die anderen unhörbar bleiben, und entdeckt Beziehungen von Seele zu^rele, die nur der seherhafte Blick des inneren Auges zu gewahren vermag. Auf dramatischewegte Handlung verzichtet seine Dichtung. Das innere Leben, durch das der Mensch mitWeltganzen in Verbindung tritt, ist der Hauptgegenstand seiner Kunst. Maeterlincks^kstlingswerk war die Gedichtsammlung von 1889 Zsrrss ebnnäeo (Treibhaus); esMgten vou-w ebaiwoiw und ein Mürchendrama Um privessss Nackoleiiw. ImOchsten Grade sind die eigensten Reize seiner um die dramatischen Gesetze unbekümmerten,

^ im Traume versunkenen Innerlichkeit in seinen Schauspielen wirksam. Es sind Die^linden, Der Eindringling, Die sieben Prinzessinnen, Interieur, das erals Marionettendrama bezeichnet hat, wie den Tod des Tint agil es und^"adine und Palomides, dann das Liebesdrama Pelleas und Melisande,

^ letzter Zeit Schwester Beatrix und die vielangefochtene Monna Vanna.

^rne philosophischen Ansichten entwickelte er zuerst im Schatz des Armen, der denMenschen ganz unter ein vorher bestimmtes Schicksal stellt. Eine Umkehr kündigte sich mitäsbtivöe an; auf den Boden der Wirklichkeit stellte sich Maeterlinck mit dem"Nenstaate, pessimistisch endlich ist Der begrabene Tempel.

, Vor Bilderdijk (Z 80), der eine wissenschaftliche Geschichte des Vaterlandes ,A°Wcht-Mieb, hatte Clnit die lckistoris. oomitatus Ilollaiuliae et 2eslaväiak und die Geschichteholländischen Staatsregierung, jene vor, diese nach 1800, verfaßt und"ermann das Leben des Grafen Wilhelm von Holland behandelt. Ein Riesen-werk ist Koweiusebe gimebieckeuis von Stuart. An des verdienstvollen Reichsarchivars"n Wijn Forschungen schlössen sich Groen von Prinsterers ^.rebivss (Urkunden-^"slung), die Beiträge zur vaterländischen Geschichte von Nijhoff, dierbeiten Fruins, der beiden de Jonge, van den Brinks, van Vlotens und vielerÖderer. Kirchengerichte schrieben Vermont, Kist und van Hammelswald in der^(gemeinen Geschichte der christlichen Kirche. Die Literaturforschung wurde»^fordert durch Kok mit dem Vaterländischen Wörterbuche, durch Saxe imkoinnstioon und durch van der Aas, dessen Biographisches Wörterbuch Schoteiherführte. Die Geschichte der niederländischen Literatur behandelten u. a. Jonkbloet"d van Vloten. — In Belgien schrieb der namhafteste Geschichtsforscher Gachard in^ Sprache seines Geburtslandes Frankreich.

8 90. Die Romantik und die neuere Literatur Frankreichs. Mag auch in°Fr "nk!- solches in der dichterischen Tätigkeit Chateaubriands (H 80) nur kurze Wirksam- reich"i gehabt haben, wie seine philosophischen Ideen und die malerische Vorstellung,

^ er von der alten Welt gab, so liegen doch in ihr bereits all die Antriebe^ dem neuen literariHen Leben, das sich seit dem Sturze Napoleons inFrankreich regte. So wird er, wiewohl ein Verehrer des großen Jahrhundertsudwigs XIV. und in diesem Sinne ein „Priester der Vergangenheit", durchreligiösen Enthusiasmus, seine Begeisterung für Ossian (II H 362) undhakespeare, seine reiche und kühne Sprache doch zu einem Propheten derZukunft, der Romantik (Z 81), deren gesunde und kranke Elemente sichsaO' ^ rhm vorfinden. Wir sehen hier davon ab, die Fülle der mannig-^ "lgen geistigen und materiellen Lebensäußerungen darzutun, die man mitP dehnbaren Begriffe der Romantik umfaßt; es genügt darauf hinzu-Lie diese mit den ausgehenden zwanziger Jahren in der französischen

leill^"* ^ Herrschaft gelangende Richtung überaus wertvolles dadurchr ' bte, daß sie die Lyrik wiederbelebte, das Drama erneuerte und zu einerH Htdaren Erkenntnis und Ausbeutung der nationalen Vergangenheit anregte,dj? Früchte dagegen zeitigte die krankhafte Abwendung von der Wirklichkeit,notwendigerweise zum Skeptizismus, zu einem an Gott und Menschheit