246 Drittes Buch: Europa von d. Stiftung d. Heiligen Allianz bis z. Julirevolution.
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Karbonari
bald solchen Fortgang, daß der König sich genötigt sah, in die Ein-führung der spanischen Cortesverfassung von 1812 ein-zuwilligen. Triumphierend zogen Wilhelm Pepe und CarascosN'die Häupter der Verschwörung, an der Spitze der aufständischen Trupps"Zu!-IM» und der mit ihnen verbundenen Karbonari in Neapel ein. Aber eine r"Sizilien zu gleichem Zwecke entstandene Erhebung wurde in töricht"Weise von den Patrioten in Neapel mit Waffengewalt verhindert.
Die Karbonari bildeten einen Geheimbund, der zur Zeit der französischen GewawHerrschaft von den in die Gebirge Kalabriens geflohenen Patrioten gebildet worden wa 'Ihre Einrichtungen entlehnten sie dem Freimaurerorden, dessen Ursprung noch nicht gEaufgeklärt ist, die Losungsworte aber und den Namen dem Gewerbe der Kohlenbrenr(earbonari). Als ihren Zweck bezeichneten sie die Reinigung des Waldes vonTieren, namentlich von Wölfen; symbolisch meinten sie damit den Kampf um die FrEdurch Ausrottung der Tyrannei, späterhin wurde ihr Ziel die nationale EinigU"2Italiens in einer freisinnigen Staatsform.
§ 168. Intervention der Heiligen Allianz: n. In Italien. Metternicherkannte sofort mit sicherm Gefühle, daß diese Aufstände in Spanien ""Italien nicht nur gegen die absolute Herrschaft des Königtums in dieseLändern gerichtet seien, sondern sein politisches System bedrohten. Jede kon-stitutionelle Kundgebung sah er als eine Auflehnung an, der man ausentschiedenste entgegentreten müsse. Statt den Ursachen der ErreguEnachzuforschen und wirklich begründete Wünsche nach Möglichkeit zu erfülle,'
Metternicbs
PotttU
dadurch aber sich das Recht zu erwerben, unbilligen Forderungenruhiger Entschlossenheit zu widerstehen, griff er ohne weiteres zur GewatHier wußte er sich eins mit Kaiser Franz, der von einem tiefen -gegen alles, was auf die Zulassung einer auch noch so bescheidenen Ant^ ,nähme der Bevölkerung an dem Gang der öffentlichen Angelegenheithindeutete, erfüllt war (8 103). Er rechnete auch aus die Unterstützung ^russischen Kaisers; Preußens König Friedrich Wilhelm III. war ebenso"allmählich von den Ideen Metternichs gewonnen worden. Diese drei Mächwaren von der Berechtigung der Heiligen Allianz, auch in fremden Landes ^demokratische Bewegungen gewaltsam zu unterdrücken, überzeugt. ^ !
war denn Kaiser Alexander sofort entschlossen, in die spanischen Wirt
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einzugreifen, aber hiervor scheute Metternich doch noch zurück, weil er
Empfindlichkeit der spanischen Nation kannte und andererseits die
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mächte von solcher Einmischung nichts wissen wollten. So blieben ei23 ^Ott°bis teilen die Spanier sich selbst überlassen. Dagegen wurde zur Regel"
24^ Dez. 1820 der italienischen Angelegenheiten ein Kongreß nach Troppau berufe 'Hier wußte Metternich es durchzusetzen, daß der König von Neapel Zeinem neuen Kongresse in Laibach eingeladen wurde, um seine Sawselbst vertreten zu können. In dem von Österreich, Rußland und Pre"ll ,unterzeichneten Protokoll hieß es: „Die verbündeten Mächte verpsiichsich, illegalen Reformen ihre Anerkennung zu versagen. Um Staat 'in denen dergleichen vorgekommen, in den Schoß der Allianz zu""zuführen, behalten sie sich gegen dieselben zunächst freundschaftliche Sch"" ^nötigenfalls aber Zwangsmaßregeln vor. Dieses Verfahren solldas Königreich beider Sizilien angewendet werden." Zu solcher Pgaben die Westmächte England und Frankreich ihre Zustimmungund verweigerten die Unterschrist unter das Protokoll. Da st" ^indes nur bei Worten bewenden ließen, so konnte Metternich auf ,Januar°i82i K o n g r e ß in Laib ach doch seinen Willen durchsetzen. Hier fand >