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Vierter Band.
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Viertes Buch: Von der Julirevolution bis zur Februarrevolution. 8 E-

Deutschland

den modernen Ultramontanismus so charakteristische demokratische Färbungannahm und damit zu dem sich leise regenden neuen Arbeiterstande r"Beziehung trat. Der gegen das manische Königtum gewandte belgischeLiberalismus ging mit diesem Ultramontanismus ein unnatürlichesBündnis ein, und das Ergebnis war die Lossage vom Hause Oranien-Ermöglicht wurde dieser Erfolg durch die wohlwollende Haltung der West-mächte, und die Ordnung des neugeschaffenen Staates erfolgte dann ri"Sinne des Liberalismus; Belgien wurde sogar der liberale Musterstaat,doch blieb die ultramontane Massenbewegung sehr stark.

>>) Spanien InSpanien wurde der erbitterte Thronstreit zwischen Jsabella undor uga Carlos zugleich zu einem Kampfe zwischen Liberalen und Klerikalen;das Ergebnis war schließlich eine gemäßigt liberale Verfassung bei völligerZerrüttung des Landes. Auch der Sturz des portugiesischen Usur-pators Dom Miguel erschien als ein Sieg des Liberalismus: in beidenLändern waren die Sieger von England und Frankreich unterstützt,e) Polen Anders als in Belgien verliefen die Revolutionen in Polen undL) Italien Italien, wo sie auf die alten Großmächte stießen. Sie hatten hier aucheinen nationalen Charakter, aber Rußland auf der einen und Österreich aVder andern Seite waren stark genug, sie zu bändigen; Frankreich stellte Hilftin Aussicht, gewährte sie aber nicht: in Polen standen die Interessen derTeilungsmächte auf russischer Seite, und in Italien sahen die KleinsürsteNeinschließlich des Papstes in Österreich ihre Schutzmacht.

Auch in Deutschland zündete die Julirevolution: die nationalenWünsche sprachen sich lebhafter aus, und in einer Reihe deutscher Staatenwurden mit oder ohne vorhergehende Revolten Verfassungen gegeben-Indes eine größere Wirkung hatte das nicht. Preußen blieb der reaktionäre"Politik Österreichs treu und schloß sich eng an Rußland an; dieDemagogenversolgungen sollten die liberalen Ideen ersticken. Zugleich er-lagen in der katholischen Kirche die nationalkirchlichen Gedanken voll-ständig ; es entstand der demokratische Ultramontanismus und zog auch dieBischöfe, die nicht mehr so aristokratisch waren wie vor der große"Säkularisation (§ 35), in seine Bahnen: er machte im preußischen Kirche"-streit einen siegreichen Vorstoß gegen den Staat und fand in dem neue"Papste Pius IX. oder vielmehr in der von den Jesuiten geleiteten päpst-lichen Politik einen entschiedenen Vorkämpfer.

Diese ultramontane Richtung war der Gegenschlag gegen dümoderne Bildung, die ihre Nahrung aus dem Aufschwung ebensoder Naturwissenschaften wie der historischen Wissenschafte"zog und ihrem Wesen nach im Gegensatz stand zu dem katholische"Autoritätsglauben und der evangelischen Orthodoxie. Der immer miede"niedergehaltene Subjektivismus fand in ihr eine Stärkung und die e"^bittertste Gegnerschaft in dem mit den Jesuiten eng verbundenen Papst-tum. Dieselben Kreise aber, in denen diese Wissenschaft gepflegt wurde,die sich literarisch im jungen Deutschland betätigten, waren auch die Träge"Wirtschaft- der neuen wirtschaftlichen Entwicklung, der Großindustrie, dt»Großhandels und des Kapitalismus. So geistig und materiell gestärkt'hielt das Bürgertum an den von den Regierungen verfolgten liberale"und nationalen Ideen fest.

Während eine politische Einheit Deutschlands noch in weiter Fer"lag, wurde hierdurch die geistige Einheit der Gebildeten immer enge",

Ultramonta-nismus undmoderne Bil-dung

LicheEntwick-lung