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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.
Z 187-
Württem-
berg
IS.März I8SV
Kurhessen
Z. Febr. 18S0IS. März
ErfurterReichstagL0. März
L7.April18S0
26. April
Fürsten-kongreß inBerlinS.-16. Mai
aber von Hannover gleichfalls verworfen wurde. Im Vertrauen auf den BeistcmÖsterreichs, welches die süddeutschen Regierungen durch die Aussicht auf Zsü-vertrage zu gewinnen suchte, löste dann der König von Württemberg die dMehrheit nach demokratische Ständeversammlung in Stuttgart auf, berief an >Stelle von Römer vormärzliche Staatsmänner in seinen Ministerrat, nannbei Wiedereröffnung des Landtages in der Thronrede den deutschen Einheitsstaa„das gefährlichste aller Traumbilder", das Bündnis vom 26. Mai einen „küR -lichen Sonderbundsversuch, auf den politischen Selbstmord der Gesamtheit berechne ,und gebrauchte gegen Preußen so verletzende Worte, daß die Berliner Regierungsich bewogen fühlte, auf einige Zeit allen diplomatischen Verkehr mit Württem-berg abzubrechen. Auch in Kurhessen wurde die Stimmung des Hofes immeungünstiger für den Bundesstaat, und als der Kurfürst, der früher feierlich 8^lobt hatte, „nur mit Männern des öffentlichen Vertrauens den Thron umgebe^zu wollen", plötzlich an die Stelle des liberalen Ministeriums Eberhard-Wipp^imann den in ganz Hessen verhaßten ehemaligen Minister Hassenpflug (8 ^2 )in seinen Rat berief und die Kammer, die denselben mit einem Mißtrauensvotaempfing und ihm die verlangte Kreditbewilligung verweigerte, auf unbestimmZeit vertagte, so sahen viele in diesem Verfahren den ersten Schritt zu eineLossagung von dem Bunde des 26. Mai.
Ungeachtet dieser entmutigenden Vorgänge schien jedoch Preußen auf ^begonnenen Wege fortschreiten zu wollen, und sein Beispiel war für die übrigGlieder des Bundes so wirksam, daß am 20. März in Erfurt die Sitzung^des Staaten- und Volkshauses eröffnet werden konnten. Bei den Wahnzu diesem „Festungsparlament" hatten sich die Demokraten jeder Teilnahme euhalten, so daß die radikale Partei unvertreten blieb. Eine Versammlung von voherrschend konservativer und aristokratischer Färbung (Mitglied des Volkshaulwar auch Otto v. Bismarck), aber reich an Einsicht und Talent und dem Kermnach von deutscher Vaterlandsliebe durchdrungen, schien das Erfurter ReichParlament berufen und befähigt, die gefährliche Spaltung zwischen Volk iMRegierungen wieder auszugleichen und auf dem Boden einer deutschen „Union ,wie in der nachträglichen „Additionalakte" der neuzuschaffende Bundesstg"bezeichnet wurde, eine allmähliche Versöhnung herbeizuführen. Trotz dermühungen einiger gegnerisch gesinnten Abgeordneten wurde durch die AnstreN'gungen der „Gothaer Partei" (Z 185), der viele vaterländischebeitraten, im Erfurter Volks- und Staatenhaus die Annahme des Verfassung "entwurfs vom 26. Mai im ganzen (en bloo) beschlossen und bei den nachfolgen^Verhandlungen über die einzelnen Punkte die Wünsche der Regierungen sämsberücksichtigt, so daß in wenigen Wochen die Unionsverfassung zu einem befrNgenden Abschluß kam und nur noch der Annahme seitens der Bundesregierungbedurfte.
8 187. Union nnd Bundestag. Kurhessen. Aber das deutsche Unions-Werk sollte scheitern. Um dieselbe Zeit, als der Erfurter ReichstagAufgabe loste, lud Österreich die deutschen Regierungen zu einer auß^ordentlichen Plenarversammlung des alten deutschen Bundes na-Frankfurt a. M., um die von Preußen und Österreich gemeinschaftlichgesetzte provisorische Zentralgewalt iß 186) durch ein endgültiges Bundeorgan zu ersetzen. Einige Regierungen folgten der österreichischen Einladung'Preußen antwortete ablehnend und erließ am 1. Mai Einladungsschrerbean sämtliche Unionsfürsten zu einem Fürstenkongreß in Berlin, usich über die Annahme der Maiversassung zu erklären. Hier wurden aberden vom 9. bis 16. Mai abgehaltenen Verhandlungen manche Bedenken (Mdie Ausführbarkeit des Planes laut; namentlich trat die der Union abgenmgGesinnung des Kurfürsten von Hessen, den Hassenpflug begleitet ha