376 Fünftes Buch: Bon der Februarrevolution bis zum Jahre 1863. H ^
2 . Olt. greise General v. Hahnau, der Bruder des Besiegers der Ungarn <H 183), betraut wu^e.Aber auch dieses Mittel scheiterte an der Berfassungstreue des hessischen Volkes s.tärs. Die gebotene Auflösung dtr Bürgerwehr in Kassel hatte keinen Erfolg, das Mwauditoriat gab der Anklage des Ständeausschusses gegen den Oberbefehlshaber Hahnau wegVerfassungsvcrletzung Folge, und als der wiederholte Versuch, den Kurfürsten durch Deputatwzur Änderung seiner Politik zu bewegen, fehlschlug, vielmehr Hahnau mit verstärkten Amachten ausgerüstet wurde, da gab das gesamte hessische Offizierkorps, mit wenigen --nahmen, seine Entlassung. Damit waren alle Zwangsmittel Hassenpflugs erschöpft; vonVerwaltungs- und Finanzbehörden, von den Gerichten, vom Militär zurückgewiesen, "ihm nichts anderes übrig, als fremde Hilfe anzurufen, um mit Gewalt den Widerstaniederzuschlagen.
Z 188 . Die Vundesexekution in Knrhessen und Preußens Nieder-uui°,?ünd läge. Die Vorgänge in Kurhessen bedrohten in den Augen der Fürsten^inmarsch^und Regierungen das landesherrliche Ansehen. In Bregenz wurde da-her von den Monarchen Österreichs, Bayerns und Württembergs ge-schlossen, kraft der von der kurhessischen Regierung angerufenen GeWii.vkt.i85ohxZ Bundes dem „Aufruhr" entgegenzutreten. Demgemäß überschrittet
1. N°v. Bayern und Österreichern bestehendes Bundes-Exekutionsheer die Grenze
des Kurstaats. Aber Preußen, das die llnionsidee noch nicht aufgegebehatte und demnach der von ihm nicht anerkannten Bundesversammlung
in Frankfurt nicht das Recht einräumen konnte, ohne seine Zustimmungin einem befreundeten Lande eigenmächtig einzuschreiten, hatte bereits dtihm bundesrechtlich zustehenden Militärstraßen sowie die Hauptstadt Kam
2. N-w. besetzt und nahm eine kriegerische Haltung an, indem es das Heer auf ^
Kriegsfuß stellte und die in Baden liegenden Truppen (Z 178) zurückzogDer Eintritt des der Union ergebenenen Generals von RadoWitz stdas Ministerium schien die Absicht der preußischen Regierung, an beiIdee eines Bundesstaates festzuhalten, zu bekunden. In der Nähe voFulda standen Anfang November die preußischen Truppen dem bayerisstösterreichischen Bundesheer etliche Tage gegenüber; da aber das Berlin^Ministerium, aus dem Radowitz bald wieder ausschied und durch MnMteusfel ersetzt wurde (siehe unten), lange zu keinem festen Entschstokommen konnte, so erhielt der preußische Befehlshaber Gras v. d. Grobenso unbestimmte und schwankende Verhaltungsbesehle, daß er nichts zu unter-nehmen wagte; das Zusammentreffen der beiderseitigen Vorposten bei deMDorfe Bronze ll, bei dem nur einige österreichische Jäger und aus preußiESeite ein Pferd, der berühmt gewordene Husarenschimmel von Bronze^
8. Nov.
Verwundet wurden, wurde als ein „Mißverständnis" erklärt. Gene
ist
17 .
v. d. Gröben zog sich aus „strategischen Rücksichten" nach Hersfeld zur»)und überließ Fulda den Bundestruppen, und sofort begann man, büRichter und Beamten zu zwingen, den landesherrlichen Verordnungenhinsichtlich der Steuererhebung Folge zu leisten.d°Äu?g Dieses Zurückweichen Preußens hing zusammen mit dem EingreifenWarschau des Zaren Nikolaus, welcher Bevollmächtigte Österreichs und PreußensOn. nach Warschau eingeladen hatte. Dorthin war der Graf Brandenburgentsandt worden, um den Zaren zu überzeugen, daß Preußen mit feinernWiderstände gegen den Bundestag durchaus keine demokratische oder gar revo-lutionäre Politik betreibe. Aber der russische Kaiser trat auf ÖsterreichsSeite. Da nun Graf Brandenburg sah, daß Preußen bei einem KriegsÖsterreich, Süddeutschland und Rußland gegen sich, keinen Bundesgenossenneben sich und das völlig unsichere Frankreich im Rücken haben würde, striet er bei seiner Rückkunft nach Berlin zum Nachgeben durch Anerkennung
S1. Olt.