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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.
Prinz Wil-helm undOlmütz
Bestrafung
Kurhessens
Der Prinz hat diese Schmach von Olmütz nie vergessen; in einem SchreibenApril 1851 sagt er: „es sollte noch nicht sein. Aber sobald sehe ich jetzt dazu keim ^ficht; es muß Wohl noch verfrüht gewesen sein, und ich glaube, wir sehen die gehoffte Siefür Preußen nicht mehr. Ich bin gewiß für den Frieden und für ein Hand-m-V ^gehen mit Österreich; doch beides muß mit Ehre geschehen und wir dürfen uns n>wie es geschieht, an das Gängelband nehmen lassen." Ein Olmütz war aber damals ^zu umgehen. „Es war ein Grundirrtum der damaligen preußischen Politik", urteilte Bisspäter, „daß man glaubte, Erfolge, die nur durch Kampf oder durch BereitschaftWonnen werden konnten, würden sich durch publizistische, parlamentarische und diplowaHeucheleien in der Gestalt erreichen lassen, daß sie als Preußens tugendhafterzum Lohne oratorischer Betätigung seiner deutschen Gesinnung aufgezwungen erschwMan nannte das später „moralische" Eroberungen; es war die Hoffnung, daß andereuns tun würden, was wir selbst nicht wagten." .s
Nach dem Tage in Olmütz rückten die Exekutionstruppen ungehindnin die noch übrigen Teile des Kurstaats vor. Durch Einquartierungund Entlassungen „renitenter" Beamten kamen im Anfang des D^zeMdie Septemberordnungen in Oberhessen zur Ausführung. InHessen gab das Oberappellationsgericht Wider Erwarten in der ^Stunde nach, indem es unter dem Einfluß des preußischen KommmPeucker die Steuerverordnung bis zur endgültigen Ordnung der kurhesfl!"Angelegenheiten auf den bevorstehenden Konferenzen für gültig kmmssDie dabei eröffnete Aussicht, der Einquartierungslast zu entgehen,trügerisch. Österreichische und bayerische Bundestruppen („Strasbaye^21. Dez. 1850 zogen in Kassel ein und ermöglichten dem Buudeskommissar, „die ÖrvNherzustellen". So endigte „das Trauerspiel in Kurhessen" oder, tvie Ateuffel sich ausdrückte, „die Revolution in Schlafrock und Pantofl ^Nach Wiederherstellung des „landesherrlichen Ansehens" kehrte KniffFriedrich Wilhelm mit seinem Ministerium in die Hauptstadt zurück-
au°na Schlei § 13ü. Der Ausgang in Schleswig-Holstein und die HerstKi^'c
wig-tzol- des Bundestages. Einen ähnlichen Ansgang wie der Verfassungsm
in Kurhessen nahm auch der Nationalkrieg in Schleswig-Holst^^Wurde schon während der Waffenruhe unter der „Landesregierung" ^ Fdie deutschgesinnte Partei in Schleswig in ihren heiligsten Rechtenso stand noch Schlimmeres zu erwarten, als Preußen im Namen des2 . Juli i 85 o scheu Bundes denFrieden von Berlin abschloß, wonach es dem König .Dänemark überlassen bleiben sollte, alle zur Bewältigung des Widerstasiin Schleswig-Holstein dienlichen Mittel zu gebrauchen. Im VorgeM ^bevorstehenden Drangsale beschlossen dieHerzogtümer, nachdem Verhandlnmit Dänemark gescheitert waren, den Krieg mit eigenen Kräften und ^freiwilliger Unterstützung der Deutschen fortzusetzen. Unter Führung ^i4. Zun ehemaligen preußischen Generalleutnants v. Willisen rückten ihre Trnpt^24., 25. Juli zugleich mit den Dänen in Schleswig ein. Hier kam es bei J dste d ^einer zweitägigen Schlacht, die nach anfangs siegreichem Kampfe m» ^Rückzug der Schleswig-Holsteiner nach der Festung Rendsburg en ^Ebenso wenig Erfolg hatten diese in dem Gefecht bei Mi s fünde ,bei dem Versuche, die stark befestigte Stadt Friedrichstadt zu rrstsss MDie Statthalterschaft, aus diesen Vorgängen auf Willisensschließend, entließ nunmehr den Oberbefehlshaber und übertrugWürde dem General von der Horst. Indes die beiden deutschen r ^mächte waren bereits auf der Olmützer Konferenz übereingekommen, ^Nationalkrieg im Norden zu beendigen und damit die Revolution3°». i 85 i letzten Ringen zu unterdrücken. Im Namen des Deutschen Bundes for
12. S-Pt.4. Ott.