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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.
§ 212 .
ÖsterreichsStell»» g
Neapel u.Sizilien
Die österreichische Regierung blickte mit Unruhe aus das bewegpolitische Leben des Nachbarlandes; sie sah mit Besorgnis auf die wachse"Auswanderung angesehener Männer nach diesem Lande der Freiheit. Sw"im Februar 1853 kamen nach einem mißlungenen Ausstand in Mack",verschärfte Maßregeln in Anwendung. Österreich verlangte, daß "lombardischen Flüchtlinge von den Grenzgebieten entfernt (interner/werden sollten, und belegte zugleich deren Güter in der Lombardei ""Venetien mit Beschlag. Schon damals stieg die Spannung zwischen belle
Staaten zu solcher Höhe, daß der diplomatische Verkehr abgebrochen WM"^Wie verstimmt aber auch Österreich durch die Teilnahme Sardiniens adem Krimkriege und am Pariser Kongreß sein mochte: bei der schwanketden Haltung, die es selbst im Kriege (ß 200) beobachtet hatte, wußte ^mit Rücksicht aus die von den Westmächten für Sardinien bewies^Sympathie einzulenken suchen. Im Winter 1856—1857 machte deshawder Kaiser mit seiner jungen, schönen Gemahlin, Elisabeth von Bayerweine Reise durch seine italienischen Staaten. Dieser „fröhliche Einzug 'mit der Aushebung der Gütersequestration aller politischen FlüchtlEund mit einer Amnestie im Gefolge, war noch vermögend, einige K"" ,gebungen von Loyalität hervorzurufen. Aber die Leidenschaften wallbereits zu sehr aufgestachelt, als daß ein leidliches Verhältnis hätte zus^geführt werden können. Die sardinische Presse hatte schon lange einefeindlichen Ton angeschlagen; über ganz Italien waren Verbindungorganisiert worden, welche, wenn auch in Zwecken und Motiven vielMgespalten, doch vorerst die nationale Einigung durchzuführen beuüllwaren. Vor allem wirkte in diesem Sinne der italienischeNational'verein (Z 180) unter der Leitung des hochsinnigen Patrioten ^vicino und des tätigen Messinesen La Farina; ihm schloß "EGaribaldi sich später au, der nach wechselvollen Lebeusgeschicken wll^nach Italien zurückgekehrt war und auf der kleinen Insel Caprera ewZufluchtsstätte gefunden hatte. Dieser Verein erstrebte, im Anschlußdie sardinische Regierung die Befreiung Italiens von der Fremdherrsch"^und bemühte sich, die dahinzielenden Pläne des Grafen Cavour aus ^Weise zu unterstützen. Der radikale „Bund der Tat" (Aktiousverenllder von Mazzini (ß 124. 181) seine Weisungen empfing, verfolgrepublikanische Gedanken, war aber nicht vermögend oder nicht Wille"/
den nationalen Aufschwung unter den volkstümlichen Namen Cavour
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Mordtaten
Garibaldi zu lähmen. In ganz Italien gab sich in dieser oder jenereine allgemeine Gärung kund.
Schon im März 1854 war Herzog Karl III. von Parma, ein Todfeind der De^traten und Patrioten, der den ehemaligen englischen Stallmeister Ward zu feinem ^vermögenden Minister erhoben hatte, auf offener Straße ermordet worden, ohne daß ,Täter ergriffen werden konnte. Zwei Jahre später bluteten an demselben Orte der StHausdirektor Cereali und der Kriegsauditor Bordi unter Mörderhänden. Die allgeM ^Unsicherheit erreichte einen solchen Grad, daß die Herzogin Marie Luise, die währendMinderjährigkeit ihres Sohnes Robert die Regentschaft führte, den Kriegszustand über Pa ^verhängte. In Mailand wurden österreichische Soldaten einzeln überfallen und erdolcht,Pavia wurde ein kaiserlich gesinnter Professor getötet. ^
Am schrecklichsten war der Zustand im Königreich Neapel und Sizilre 'Ferdinand II. (§ 181), der „König Bomba", benutzte die Jahre der eupäischen Reaktion, um mit Hilfe seiner Schweizergarde und seiner Miettruppjede Regung der Freiheit niederzudrücken, die Gefängnisse und Galeeren mit smpolitischen Widersachern zu füllen und, auch vom Klerus unterstützt, ein Regt>"