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Fünftes Buch: Bon der Februarrevolution bis zum Jahre 1863 .
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Königreich
Italien
is.Febr. 1881 endlich die Fortschritte der Belagerer, Mangel an Lebensmitteln und KriegMunition den König zur Kapitulation. Er begab sich nach Rom und blieb stünoch zehn Jahre, von der Hoffnung getragen, durch eine Gegenrevolution »nein seine Königsrechte -eingesetzt zu werden.
Damit nahm das Königreich beider Sizilien sein Ende. Schon18. Februar versammelte König Viktor Emanuel die Abgeordneten anStaaten, die seine Oberhoheit anerkannten, in Turin um seinenn.Miirz 1861 und legte mit ihrer freudigen Zustimmung sich und seinen rechtmäßigNachfolgern, den Titel „König von Italien" bei.
So war denn das unglaubliche Ereignis eingetreten, daß sämtliche Staa ^Italiens, mit Ausnahme des österreichischen Venetiens und der Stadt R amit ihrer Umgebung, zu einem Königreich vereinigt waren. Wie weitdie Ergebnisse über die Bestimmungen des Züricher Friedens und über die asanglichen Absichten des französischen Kaisers hinausgegangen! Aber daswordene zu befestigen, die äußerlich verbundenen Glieder auch innerlich " hschmelzen, war eine schwierigere Aufgabe als das Erwerben selbst. Wäh^hier ein mächtiger nationaler Aufschwung unerwartet rasch zu einem Ziele säg ^mußte man jetzt mühsam bald auf dem Wege diplomatischer VerhandlungenMißtrauen der auswärtigen Höfe zu beseitigen suchen, bald dem Ungestümvorwärts strebenden Revolutionspartei wehren, bald die reaktionären Bewegustö 'die von Rom aus unterstützt wurden, mit starker Hand niederhalten.
^P°ut§ schwierigen Aufgaben gegenüber entfaltete Graf Cavour dieselbe staatsmänM'^Gewandtheit, die er von jeher an den Tag gelegt hatte. Sollte die ^ rder nationalen Einigung Italiens nicht wie ein schönes Traumbild nachZeit wieder entschwinden, so bedurfte es einiger Jahre des Friedens, um ^Gewonnene zu ordnen, um das Zerstreute zu sammeln, um dem AuslandeGlauben einzuflößen, daß die rasche, zum Teil mit ungesetzlichen Mitteln -stände gebrachte Schöpfung auch Dauer habe und würdig sei, als ein n^starkes Mitglied der europäischen Staatenfamilie anerkannt zu werden. .
*StÄüngs Frankreichs Hilfe war das Werk der Befreiung und Einigung geschaffen wol" 'daß es aber eine viel größere Ausdehnung angenommen, als Napoleonwünscht hatte, ließ sich aus seiner auffallenden, unberechenbaren Haltungden raschen Vorgängen schließen. Eine unbesonnene Handlung des Tu>ffKabinetts hätte ihn leicht zu andern politischen Gängen führen können, "s-jmußte die Erreichung des Zieles: „Italien frei bis zur Adria" derüberlassen, wenn nicht alles wieder in Frage gestellt werden sollte.Napoleon doch bei einer persönlichen Zusammenkunft der drei MonarchenÖsterreich, Rußland und Preußen die Versicherung gegeben, daß M
den Fall eines Angriffs auf Venetien von Frankreich keinen Beistand ery^^werde. Nicht minder große Schwierigkeiten standen einem Vorgehen gegen . ^im Wege. Hier wäre die päpstliche Armee zwar kaum imstande gewesen, b§ ^geringsten Hilfe Sardiniens die Volksaufstände im eigenen Lande niederzuwe ^aber die französische Besatzung in Rom hatte den Befehl, jeden Angriff m> ^Waffen zurückzuweisen. Nur wenn der römische Stuhl selbst die Hand zu ^Übereinkunft bot, konnte die „römische Frage" gelöst werden; aber Eav ^Anerbieten, dem Papste und der katholischen Kirche gegen den Verzicht ausweltliche Herrschaft vollkommene Freiheit und Unabhängigkeit vom „xdeallen geistlichen Dingen zugestehen („Ollissa lillsra in libsro stato"), "mit Entrüstung zurückgewiesen.
tz 218. Die Aktionspartei und Garibaldis zweite Schilderhebung. §
dieser Lage kam dem Grafen Cavour das Drängen der italienischender „Jtalianissimi", sehr ungelegen. Indem sie das Volk durch densprecherischen Ruf „Rom und Venedig" in Aufregung hielten, erregten I ^Gemüter auch gegen die Regierung. Inmitten dieser.Schwierigkeiten
Ott. 1880