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Vierter Band.
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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.

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Regierung kein Hindernis in den Weg zu legen versprach, wenn sie währender auf zwei Jahre bestimmten Abzugszeit eine Armee bilden würde, „genügenzur Aufrechterhaltung der Autorität des Heil. Vaters und der Ruhe im Innerund auf der Grenze, aber nicht so stark, daß sie in ein Angriffsmittel gege>die italienische Regierung ausarte." Diese Übereinkunft erzeugte in der Haup^stadt Turin, die wohl zugunsten von Rom, aber nicht von Florenz auf ihreVorrang verzichten wollte und sich durch die Entfernung des Hofes und deRegierungsbehörden mit schweren materiellen Verlusten bedroht sah, große sti»zufriedenheit. Gegen die Aufruhrversuche schritt das Ministerium scharfaber dem König ging das Schicksal der Stadt, die seinem Hause so vielgebung bewiesen hatte, zu Herzen. Er entließ das Ministerium und übertrug22 . S-pt. dem General Lamarmora, einem Piemontesen von Geburt, die BilduWeines neuen Kabinetts. Als sich aber auch das Parlament für die VerlegungHauptstadt erklärte, kam es zu Ausschreitungen des Pöbels, und nun vermll8. F°br. wer Viktor Emanuel ohne Abschied seine bisherige Hauptstadt und nahm sei^Aufenthalt in Florenz. ^

Kundgebun- In Rom zürnte man heftig über die ohne Beiziehung der päpstlichen -N^Papstes gierung abgeschlossene französisch-italienische Konvention. Da die Kurie aban eine baldige Rückgewinnung der verlorenen Länder nicht denken konnte, Isuchte sie um so mehr die geistliche Herrschaft über die ganze Welt zu befestig^'8. D-z. 1864 Wie man diese zu verstehen hatte, das zeigten die „Enzyklika" und b„Syllabus". Die Enzyklika verdammte die freien Ansichten der Zeit übReligion und bürgerliche Gesellschaft; der „K^llabus ooraplsotsiis prasoipno^uostras astutis srrorss" enthielt ein Verzeichnis von 80 auf Religion, Wis!^schaft und bürgerliches Leben bezüglichen Irrlehren und verlangte die völligUnterordnung des Staates und der Wissenschaft unter die päpstliche Autor»«'Die hohe Bedeutung dieser beiden Kundgebungen, der Vorbereitung auf ^spätere Lehre von der Unfehlbarkeit, wurde damals übersehen. Die italienWRegierung ließ ihre Verkündigung ruhig geschehen, obwohl jeder der a"gesprochenen Sätze die Rechtshoheit des Staates, d. h den Staat selbst, leugne ,der ohne Rechtshoheit nicht bestehen kann. Man glaubte durch die Einführungder Zivilehe, durch Aufhebung der Klöster und Säkularisation der geisttAGüter, durch Abschaffung der Todesstrafe u. a. m. die Wirkungen der Enzytüunschädlich zu machen. Der Papst selbst sah sich zunächst gezwungen, den realls. März 1865 Verhältnissen insoweit Rechnung zu tragen, daß er an Viktor Emanuel keigenhändiges Schreiben richtete, um die Wiederbesetzung der verlassenen Bischastsitze zu erwirken. Der König sandte einen gewandten Staatsmann, Vege?? 'nach Rom, mit dem Auftrage, über kirchliche Angelegenheiten wo möglich ^Verständigung mit der Kurie herbeizuführen, die Erörterung politischer Fv«8aber zu vermeiden. Trotz der schwierigen Finanzlage, in welche Italien durchBefreiungskrieg und durch seine staatliche Reorganisation geraten war, zeigetdoch Viktor Emanuel bereit, gegen die Anerkennung des neuen Staats einen e"sprechenden Anteil der römischen Staatsschulden zu übernehmen, allein dersetzte allen Ausgleichungsversuchen ein „nou possumus" entgegen. Wie 8^indessen auch die Schwierigkeiten waren, mit denen das junge Königreichkämpfen hatte, die Nation und die Regierung lebten der festen Zuversicht/in nicht gar ferner Zeit sich für Italien Gelegenheit bieten würde,schicke zu erfüllen". Im Gefühle des neuen geistigen und politischen-LebMai 1865 feierte Italien das sechshundertjährige Jubelfest seines großen Dichters DaAlighieri (II, § 288. 330), gleichsam als Erfüllung der heißesten Wünschealten Florentiners für ein großes und einiges Italien. a,-

Diese Vorgänge in Italien hatten auch jenseits der Alpen eine starke tWirkung: sie enthüllten aller Welt, daß die Interessen Deutschlands mitFreiheits- und Einheitsbewegung des italischen Volkes zusammengingen. ^Wiener Hofburg und die römische Kurie standen offen da als Hort der Real" ?um die Selbstbestimmung zweier Nationen zu bedrohen.