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Vierter Band.
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474
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Einrückender Bundes-truppen

2?. Dez.

30. Dez.

Bismarcks

Politik

474 Sechstes Buch: D. Gründg. d. neuen Deutschen Reiches u. d. Vollendg. d. ital. Einheit- 8

-betrachteten auf den Rat der Großmächte die Exekution nicht als Kriegsfall und räumten alles Land südwärts der Eider, so daß die beiden Butt ^kommissare, welche dem Heere auf dem Fuße nachfolgten, einstweilenVerwaltung Holsteins übernahmen. Mit dem Einrücken der deutschTruppen begannen die Kundgebungen für den Erbprinzen Friedrich "Augustenburg. Nachdem sich die holsteinischen Stände in großer MeW .zu einer Bitte an den Bund um Einsetzung desselben in sein Recht geb ghatten, riefen ihn nach und nach alle Städte und eine große VolksversaMlung zu Elmshorn als Herzog aus. Ermutigt durch diese Vorgänge, re IFriedrich inkognito nach Kiel, wo er mit großer Begeisterung empfangWurde, enthielt sich jedoch auch jetzt noch jeder Regierungshandlung. ^So fügsam sich die Dänen in Holstein erwiesen hatten, so trotzigharrten sie auf dem Besitze von Schleswig. Sie vertrauten aus Engw 'wo Regierung und Volk einstimmig für Dänemark Partei nahmen, "hofften, die deutschen Regierungen würden bald in Zwietracht auseinangehen oder aus Furcht vor einem europäischen Krieg, vielleicht auch "Scheu vor dem Danewerk und den Düppeler Schanzen, nicht wagen,Bundesgebiet zu überschreiten. Aber die Dinge nahmen einen andcGang. Bismarck beabsichtigte nicht, um idealer Ziele willen gegen Damark Krieg zu führen; er wollte entweder direkten Machtzuwachs.l,Preußen oder aber einen Staat, der im innigsten Zusammenhange, ^!im Widersprüche zu Preußen stände; deshalb wollte er sich nicht für irg^einen Thronanwärter verpflichten. Um aber gegen die anderen europäWMächte sicher zu gehen, mußte er Österreich, dessen Interessen am wewg>durch die Dinge in den Herzogtümern berührt wurden, in seine ,hineinziehen. Es gelang ihm auch, auf dem Londoner ProtokollÖsterreich zur Beteiligung an der Bundesexekution und zu der Erklärn ^zu bestimmen, daß die neue dänische Gesamtverfassung ein Bruch des p"doner Vertrages sei. Trotz der scharfen Angriffe im preußischen AV8ordnetenhause gegen seine antinationale Politik behielt Bismarck seine -sonnene Haltung, so daß auch die bei den übrigen Großmächten auftaut .den Befürchtungen beschwichtigt wurden. Als dann sein Antrag, Schlrs^für die Erfüllung der dänischen Verpflichtungen in Pfand zu nehmen, vBundestage abgelehnt worden war, brachte er Österreich am Bundestags §14 . Jan. 1864 der Erklärung, daß beide Mächte sich für den Fall der Ablehnung eines ^Dänemark zu richtenden Ultimatums zu gemeinsamem bewaffnet ,Vorgehen, und zwar unabhängig vom Bunde, verpflichtDie Frage der Erbfolge sollte dann später nur in gemeinsamem EW .i6. Jan. ständnisse entschieden werden. Als dieses Ultimatum, das die Rücknayder Novemberverfassung binnen 48 Stunden forderte und im Weigerungfalle mit der Besetzung Schleswigs drohte, von Dänemark zurückgeNN ^Worden war, begannen die österreichischen und preußischen TruppenVormarsch. Der Protest des Bundestages gegen das eigenmächtigefahren wurde beiseitegeschoben. Eine von England vorgeschlagene Konff ,scheiterte schon an Napoleons Weigerung, sich daran zu beteiligen- ^verbündeten Österreicher und Preußen standen unter dem gemeinsam ,.

18. Jan.20. Jan.

Schleswig

Befehle des alten Feldmarschalls Wrangel, dessen Feldherrngabe ffl

persönlichen Tapferkeit nicht entsprach, so daß gegen den Rat des inzurückgebliebenen Chefs des Generalstabes, v. Moltke, manche sch^Ostrategische Fehler in dem Kriege gemacht wurden. Die Preußen,