484 Sechstes Buch: D. Gründg. d. neuen Deutschen Reiches u, d. Vollendg. d.ital. Einheit-
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unterzeichnet werden konnte, worin die Regierung Victor Emanuels ^
April verpflichtete, den König von Preußen zur Durchführung der von ---absichtigten Reform der deutschen Bundesverfassung selbst mit Wässerigeszu unterstützen; Preußen dagegen versprach, die Abtretung VenetiensItalien zu erwirken. Während nun Sachsen und Württemberg dugeheime Rüstungen ihr geringes Vertrauen auf einen friedlichen Ausgl^bewiesen, gewann es nochmals den Anschein, als sollte das blutige KrEspiel vermieden oder verschoben werden. ^
Neue Ver- Österreich stellte die Absicht eines offensiven Auftretens gegen Preußen in Abrede- , ^Hand ungen Truppenbewegungen in Böhmen seien durch Judenkrawalle hervorger -
worden. Preußen erwiderte diese friedlichen Kundgebungen durch die Versicherung, daßihm nichts ferner liege als ein Angriffskrieg, und erklärte sich bereit, die zur Grenzverteidrgerlassene Mobilisierungsorder zurückzunehmen, wenn Österreich, welches mit den Riistlw^vorangegangen sei, auch mit der Abrüstung beginnen wolle. Das kaiserliche Kabiiw , ^klärte sich bereit dazu, sofern Preußen an dem nämlichen Tag oder doch am nächstfoM ^dasselbe tun werde; und als dieses damit einverstanden war, wurde der 25. April als ^Anfangstermin der Abrüstungen festgesetzt. Aber ehe dieser Zeitpunkt eintraf, fand maWien, daß Venetien von Victor Emanuel bedroht sei, und beschloß daher in einer28. April tärischen Beratung, die Abrüstung nur gegen Preußen eintreten zu lassen, die itaU^Armee dagegen auf den Kriegsfuß zu setzen. Dieser Umschlag mußte in Berlin Bemerregen: fühlte sich Preußen bedroht, so war es einerlei, auf welcher Seite desdie Truppenvcrstürkung stattfand. Eine entschuldigende Depesche des Wiener Kabinetts ^nicht vermögend, die Besorgnisse zu zerstreuen, zumal da gleichzeitig der Vorschlag ^26. April wurde, „Preußen und Österreich möchten die durch den Wiener Friedensvertrag erworRechte auf die nordelbischen Herzogtümer demjenigen Prätendenten weiter Übertragwelchem der deutsche Bund die überwiegende Berechtigung zur Erbfolge in Holsteu^erkennen würde". Für den Fall einer Ablehnung auch dieses Vorschlages würde d" talichen Regierung kein anderes Mittel übrigbleiben, als dem deutschen Bund den AStand der Sache offen darzulegen und ihm anheimzugeben, welche Wege einzusV ^seien, um zu einer bundesmüßigen Regelung der holsteinischen Angelegenheit zuZugleich würde man die holsteinischen Stände einberufen müssen, um die Stimmeso. April Landes zu vernehmen. Bismarck antwortete, wenn Österreich nicht seine gesamte Heeres.^ st,in allen Teilen der Monarchie auf den Friedensfuß setze, könne auch von einer 2lbru> ^Preußens keine Rede sein; er bedauerte, daß die kaiserliche Regierung nicht auch dieBundesstaaten zur Einstellung ihrer militärischen Vorkehrungen bewogen habe, und efl.in bezug auf den Vorschlag, die Entscheidung über die Herzogtümer dem Bunde zu ^tragen, Preußen sei nicht gesonnen, den in Gemeinschaft mit Österreich erkämpften und "völkerrechtliche Verträge erworbenen Besitz von anderer Entscheidung als der eigenen > ^Entschließung abhängig zu machen, aber stets bereit, mit dem Kaiserstaat direkt üre ^Bedingungen einer Verzichtleistung aus seinen Anteil zu verhandeln und in der B»rcform mit demselben zusammenzugehen.
Mittlerweile nahmen die Rüstungen überall immer größere st8. Mai dehnung an. In Preußen wurde die gesamte Heeresmacht in KrE,bereitschaft gesetzt, und in Italien trat der Minister Lamarmora densitz des Ministeriums anRicasoli ab, um den Befehl über die Truppszu übernehmen. Österreich lehnte die Abrüstung gegenüber Italienund übertrug den Oberbefehl in Venetien dem Erzherzog 2 llbre^während Feldzeugmeister Benedek zur Nordarmee berufen wurde,
Höhe die preußenfeindliche Stimmung und der Haß gegen Bismarck daNl7. Mai erreicht hatte, ging aus dem Mordversuch hervor, den ein irregeht
Jüngling, Karl Cohn, gegen den Grafen in Berlin auf offener St ^Wagte; nur wie durch ein Wunder entging der Angefallene den KugmWauf ihn abgefeuert wurden. Durch leidenschaftliche Agitationen warName Bismarck der Gegenstand des blindesten Volkshaffes geworden; 1 -frühere Reise nach Biarritz gab seinen Gegnern eine Handhabe, ihn rEinverständnisses mit Napoleon zu beschuldigen. Gegenüber der allgeme
ihm be-