490 Sechstes Buch: D. Gründg. d. neuen Deutschen Reiches u. d. Vollends d. ital. Einheit. 8 2
Verhaue waren angelegt, die Schußentfernungen vorher ausgemesfen. Gegen 8 Uhr ^org^begann der Kampf. Der Elbarmee gelang es, über die Bistritz zu kommen und die ^in schwerem Kampfe zurückzudrängen. Die erste Armee ging bei Sadowa über die -ol ^und stand hier sechs Stunden lang in unentschiedenem Ringen. Um 9 Uhr war der ^ .auf dem Schlachtfelde erschienen und leitete von einem Sadowa gegenüberliegenden vaus, im heftigsten Granatfeuer befindlich, die Schlacht. Wie einst Wellington auf ^wartete (8 75), so wartete man jetzt sehnsüchtig auf das Eintreffen der Armee des ^ ^Prinzen. Diese hatte erst um 4 Uhr morgens den Schlachtbefehl erhalten und steev- ^gewaltigen Eilmärschen über den morastigen Boden sich durcharbeitend, erst gegen ^^^,1Horcenowes und Benatek auf die rechte Flanke des Feindes. Nach mehrstündigem furchteKampfe gelang es der ersten und zweiten Division des Gardekorps in eine von den t-I ^reichern gelassene Lücke einzudringen und die Anhöhen von Lipa, Chlum und Resbers?^nehmen. Zugleich konnte nun auch die erste Armee vorgehen. Um 3 Uhr war die AU ^läge der Österreicher entschieden, und Benedeks ganze Sorgfalt nur noch darauf gerichtet- ^Trümmer der geschlagenen Armee nach Königgrätz zu retten, von wo aus sie daws.beiden Ufern der Elbe ihren Weg nach Pardubitz suchten. Der König selbst an derder Reservekavallerie leitete die Verfolgung, und erst die Nacht und die Festung KönlWhielten die Sieger auf. . ..
Wohl hatte der Sieg große Opfer gefordert — unter den 9000 Preuh ,welche als Leichen und Verwundete das weite Schlachtfeld bedeckten,der tapfere General Hiller von Gärtringen und der junge Prinz Antons. Juii Hohenzollern —, aber mit der Schlacht bei Koniggrätz (oder Sado)vwar, wie Moltke auf dem Schlachtfelde dem Könige erklärte, der ganze Wzug entschieden. Nicht bloß die überlegene Waffe, das Zündnadelgewellmehr noch der überlegene Geist, die Genialität der Entwürfe, derSchnellkraft der Ausführung entsprach, die Intelligenz, die taktische lloj^die verständige Kampfweife des „Volkes in Waffen" hat den ^dhrnW.^Krieg zu einem für Preußen so ruhmvollen Ausgang geführt. Der Ko ldrückte dem Kronprinzen noch auf dem Schlachtfelde feinen Dank ^Überreichung des Ordens pour ll nmrits aus. 5 Fahnen, 187 GesE^und 12000 unverwundete Gefangene stelln in die Hände der Sieger- -st ^Recht durfte der königliche Führer in feinem Tagesbefehl an die Ar"f.sagen: „Der Tag bei Königgrätz hat schwere Opfer gekostet, aber erein Ehrentag für die ganze Armee, auf welche das Vaterland mit Stund Bewunderung blickt." ^
§ 245. Der Waffengang in Italien. Die TrauerbotschaftSchlachtfelde bei Königgrätz verbreitete in Wien um so größere Bestürmst,als man kurz zuvor durch günstige Nachrichten vom italienischen KrEschauplatz erfreut worden war. Italien hatte am 20. Juni den Kriesl ^klärt, und seine Truppen waren gleichzeitig mit den Preußen ins v .gerückt. Viktor Emanuel selbst befand sich bei dem Hauptheer,
Führung des Generals und Kriegsministers Lamarmora den M §überschreiten und mitten durch das Festungsviereck nach der Etschsollte, um dort, mit dem von Bologna über den unteren Po heranzieheArmeekorps Cialdinis vereinigt, die Eroberung Venetiens zu vollbftjm sZugleich sollte Garibaldi mit seinen Freischaren auf dem linken Fwestlich vorn Gardasee in Tirol einbrechen. Moltke hatte empfohüwHauptangriff nicht auf das starke Festungsviereck zu richteu, sondern -
den Truppen Cialdinis als Hauptarmee im Rücken dieser Festungen >Padua zu unternehmen. Indes dieser Plan war verworfen worden,man glaubte zudem dem Gerücht, die Österreicher wollten nur das Ge§jenseits der Etsch verteidigen. An Zahl der Truppen waren die Jtau^den Österreichern weit überlegen, und sie brannten vor Verlangen, '
Italienischer
Kriegsplan