492 Sechstes Buch: D. Gründg. d, neuen Deutschen Reiches u. d. Vollendg. d. ital. Einheit. 8 ^
keinem gemeinsamen Handeln verbinden könnten. Zu dem Ende schickte er die Divisionostwärts gegen die Bayern, welche aus der Gegend von Koburg und Meiningen nordl4. Juli 1888 bis Kaltennordheim vorgerückt waren. Bei Dermbach kam es zu einem blutigen ZuialN
stoß: obwohl die Bayern weit in der Mehrzahl waren, blieb daS Tressen ohne Entscheid ^Dennoch aber gab Prinz Karl den Gedanken auf, sich in dieser Richtung mit demArmeekorps zu vereinigen, und zog südwärts an die fränkische Saale, begleitet von ^evs v ^tzischen Heer, welches weiter westwärts durch das Fuldatal auf Hanau losrückte, so daßeinem mehrtägigen Parallelmarsch beide im Maingebiet anlangten. Um der lästigen Begttt ^ledig zu werden, beschloß General Falckenstein einen neuen Angriff. Nachschwerlichen Marsche durch das Rhöngebirge erreichten die preußischen Truppen die BM .
10 . Juli im Saaletale und zwangen sie nach den scharfen Gefechten in und bei Kissingev ,Hammelburg, wo der bayerische General von Zoller den Tod fand, zum RückzugSchweinfurt und hinter den Main. Nun wendete sich Falckenstein gegen das achte Ar ^korps, das bisher in seinen geschützten Stellungen ruhig abgewartet hatte, bis man k» ^greifen würde. Als man im Hauptquartier zu Bornheim die Kunde von dem AnrückeUpreußischen Mainarmee empfing, geriet man wegen Frankfurts in Besorgnis: daher IwPrinz Alexander rasch eine hessische und eine österreichische Division unter General Nnach Aschaffenburg, um die von Gemünden her anrückenden Preußen aufzuhalten, und bei ^zugleich die Pässe bei Gelnhausen- Aber das siegreiche Gefecht der Division Goeben UNBrigade Wrangel bei Laufach und die Eroberung Aschaffenburgs nach einemTreffen und einem blutigen Häuser- und Straßenkampf setzten den Oberfeldherrn so ffv ^Bestürzung, daß er seine Stellungen bei Frankfurt und die Bundesstadt selbst uusg",^nach dem Odenwald zurückzog. Mit ihm verließen auch die noch anwesenden Bunde- ,,gesandten den Ort ihrer bisherigen Wirksamkeit; sie nahmen „vorläufig" ihren Sitz inbürg, wo sie noch einige Zeit als deutscher Bundestag ein wenig bemerktes Dasein ftnNun stand den Preußen der Weg nach Frankfurt offen, und General v. Falckenstein Zvg Istjeglichen Widerstand in die Bundesstadt ein. Die preußenfeindliche Haltung der Bürger!veranlaßte ihn, der Stadt eine Kriegskontribution von sechs Millionen Gulden uull^ Hund sie mit schwerer Einquartierung zu belasten; man ängstigte die Bewohner auchweitere Forderungen und durch Androhung von Gewaltmaßregeln, so daß der BürgetFellner, um nicht bei gehässigen Schritten mitwirken zu müssen, sich selbst das Leben " ^Falckenstein nahm im Namen des Königs von Stadt und Land Besitz, ebenso von 8^
is.
14.
Juli
Juli
AbtretungLenetisns anNapoleon
Nassau und Oberhessen, eine Maßregel, die als Vorbedeutung künftiger Beschlüsse geltenBald darauf wurde er wegen der bei Langensalza begangenen Fehler (Z 243) abm ^is. Juli und zum Gouverneur von Böhmen ernannt; an seiner Stelle übernahm v. Manteufs^Oberbefehl über die Mainarmee.
8 247. Von Königgrätz nach Nikolsburg. Der PrägerDie Schlacht bei Königgrätz hatte die Widerstandskraft Österreichs ^brachen: das Ansehen des früher so hochgepriesenen Benedek war ersckMman hatte dem siegreichen preußischen Heere keine neue Armee entgeg^zstellen, der Weg nach Wien, in das Herz des Kaiserstaats, stand offen- ^Gesuch um einen Waffenstillstand von vier Wochen, welches GableNZTage nach der Schlacht dem König persönlich vortrug, wurde abgew^,Da faßte Kaiser Franz Joseph einen Plan, der an den Frieden von W.franca (H 215) erinnerte. Er beschloß, Venetieln an Napoleonzutreten, in der Hoffnung, sich dadurch die Bundesgenossenschaft ^reichs zu erwerben, das preußisch-italienische Bündnis zu sprengen »n ^Südarmee zur Verwendung in Böhmen freizubekommen. In der ^ ^nach der Königgrätzer Schlacht meldete eine Depesche nach Paris, daßJoseph, nachdem die Ehre der österreichischen Waffen in Italiensei, Venetien an den Kaiser der Franzosen abtrete. Aber der pou^'Schachzug hatte nicht den erwarteten Erfolg. Napoleon erklärte,in der Abtretung Venetiens nur die Aufforderung erkenne, zwischen ^s. Jun kriegführenden Mächten einen Frieden zu vermitteln, und wandte W hdie Könige von Preußen und Italien, um zunächst einen Waffenstrüll^ii
herbeizuführen. König Wilhelm wies Frankreichs Friedensverrnittlu