21. Juli26. Juli
Nikolsburg
Der Friedsvon Prag23. Aug.
Fortgangdes süddeut-schen Krieges
494 Sechstes Buch: D. Gründg. d. neuen Deutschen Reiches u. d. Vollends- d. ital. Einheit- 8 ^
Hände der Preußen gefallen wäre, wenn nicht ein Parlamentär sie nnttMim Siegeslauf gehemmt hätte durch die Botschaft, daß in NikolsburgWaffenstillstand geschlossen worden sei. Nachdem dann Viktor Emanuelsgestimmt hatte, folgte die Unterzeichnung der Fried enspräliminarrmit folgenden Bedingungen: Ausschluß Österreichs aus dem deutschen Staa°verband, Verzichtleistung auf das Kondominatsrecht in den ElbherzogtüMund Einwilligung, daß das an Napoleon abgetretene Venetien von dreidem Königreich Italien überlassen werde. , ^
Diese Tage der diplomatischen Verhandlungen in Nikolsburg waren die kritischedes ganzen Krieges. Die wiederholten Anforderungen Napoleons mußte Bismarck drlat ^behandeln, um eine alles gefährdende Einmischung Frankreichs zu verhindern, besonder^auch eine solche des russischen Kaisers zu furchten war, der die ihm verwandten deuiFürstenhäuser zu schützen und deshalb einen Kongreß der Großmächte zu berufenNapoleon wurde einstweilen damit beruhigt, daß Preußen darauf verzichtete, schon jetztdeutschland in den geplanten Norddeutschen Bund aufzunehmen; es wurde ihm auchseine Zustimmung zu den Friedensbedingnngen zu geben, besonders zu der von Preußeforderten Annektierung deutscher Gebiete. Bismarck mußte alles daran gelegen sein, ^wie möglich mit Österreich zum Abschluß des Friedens zu kommen. Hier aber fand e .größten Schwierigkeiten bei dem Könige Wilhelm selbst. Während es die größte Mühe ^hatte, den König zu diesem Kriege mit dem alten Waffengenossen Österreich zu bewegen, önun auf der Höhe des Sieges sich bei ihm die Überzeugung festgesetzt, daß er den ^Opfern entsprechende Entschädigungen nicht nur von den deutschen Mittelstaaten, sse-
allem auch Landabtretungen von Österreich und, wenn möglich, ganz Sachsen verlangen n>Bismarck aber hatte schon auf dem Schlachtfelds von Königgrätz den Entschluß gefaßt, ^reich einen ehrenvollen Frieden anzubieten: „Nicht vernichten und demütigen dürfen wir >reich; wir müssen es zum Freunde und Bundesgenossen gewinnen für das unter M ^zu einigende Deutschland." Da der König aber fest auf seinen Absichten beharrte, 1° ^
es in Nikolsburg zu so erregten Szenen zwischen ihm und seinem Minister, daß Bls ,sich entschloß, seinen Abschied zu nehmen. Erst den eindringlichen Vorstellungen des ^Prinzen Friedrich Wilhelm gelang es, den König umzustimmen und zur Einwilligung ^Unterzeichnung der Friedenspräliminarien zu bewegen. In dem Augenblicke, als Bis ^dieselben am 26. Juli unterzeichnen wollte, erschien der französische Gesandte BenebeM ^verlangte für die Zustimmung Napoleons zu der Vergrößerung Preußens in Deuhw
entsprechende Entschädigungen für Frankreich auf dem linken Rheinufer. Bismarck
nicht ausreden, sondern bat ihn, ein andermal darüber zu sprechen, und setzte seinen - „
unter den Vertrag mit Österreich. In ähnlicher Weise wußte er auch spätere FordernNapoleons, die auf Abtretung rheinischer Gebiete gingen, abzuwehren. < »
Auf Grund der Nikolsburger Präliminarien wurde dann vier 2VoOspäter der Präger Friede vereinbart. Österreich verlor nur Venen,hatte aber zwanzig Millionen Taler Kriegskosten zu entrichten, das VunVerhältnis, welches Preußen nördlich des Mains begründen werde, n ^den beabsichtigten Territorialveränderungen anzuerkennen und dnWiener Frieden erworbenen Rechte aus die Elbherzogtümer dem ^ '
Wilhelm zu übertragen; dem von Frankreich befürworteten Nationallta
Prinzip trug man insoweit Rechnung, daß die nördlichen Distrikte ^wigs mit Dänemark vereinigt werden sollten, falls sie in freier AbstimM ,diesen Wunsch aussprächen. Preußen verpflichtete sich, den Territos-bestand des Königreichs Sachsen bestehen zu lassen und den König W. ^Emanuel zur Annahme der Friedensbedingungen zu bewegen, sobald hErklärung Napoleons Venetien zur Verfügung Italiens gestellt sein wn§ 248. Die übrigen deutschen Friedensschlüsse. Als die Vimburger Waffenruhe zum Abschluß kam, hatte sich das achte Bundesarmkorps durch den Odenwald an die Tauber gezogen, wo es mit der b lrischen Armee bei Würzburg Verbindungen unterhalten konnte. ^hatte gehofft, der Waffenstillstand würde auch aus die Bundesstaa