496 Sechstes Buch: Die Gründg. d- neuen Deutschen Reiches u. d. Vollendg. d. ital. Einheit- 8 2
Fortgangdes italieni-
L. Ergebnisse des Rrieges.
des italieni- 8 249. Vereinigung Venetiens mit dem Königreich Italien. ^
schon Krieges Abtretung Venetiens an den Kaiser der Franzosen brachte den Österreichnicht einmal den Vorteil, daß sie ihre Streitkräfte ungefährdet aus 0Lande ziehen konnten. Denn Napoleon betrachtete die Abtretung alsvollkommen, solange nicht Franz Joseph auf die als Gegenbedingung Sstellten Friedensvermittlungen eingegangen wäre, und gebot daherKriegsoperationen der Italiener keinen Einhalt. So trat denn das ergtümliche Schauspiel ein, daß die Österreicher das siegreich verteidigte Laals ein ihnen nicht mehr gehöriges räumten und sich nur auf Bewach" 'der Festungen beschränkten, die Italiener dagegen bei dem Vorsätze beharre -das Land mit Waffengewalt zu erobern. ^
Als Cialdini, dem jetzt die Führung des Offensivkrieges übertragen war, denÜbergüber den Po bewerkstelligte, stieß er nirgends auf Hindernisse. Mitte Juli stand seine MN. Iattisss in Padua und Vicenza, und als auch das feste Borgosorte am Po vom General Punz ^erobert wurde, war alles Land zwischen der Lagunenstadt und dem Festungsviereck lNHänden der Italiener. Die Österreicher zogen sich ohne Gegenwehr über den Taghbzum Jsonzo; Cialdini drang nach Treviso vor, indes sein rechter Flügel unter Cugj" 1 ^Marsch nach Mestre nahm, und General Medici mit dem linken auf Bassano ^Garibaldi bei der Eroberung Südtirols zu unterstützen. Die Italiener wollten sich s ^lich schon nicht mehr mit Venetien begnügen: alles Land, wo Italienisch gesprochen w ^sollte mit dem Königreich vereinigt werden. Vergebens ließ der französische Kaiser .
Jeröme Napoleon, Viktor Emanuels Schwiegersohn (Z 213), den König zurermähnen, die Bolksstimme trieb die Regierung zu weiteren Forderungen und verM ,^den Beitritt zu den Verhandlungen von Nikolsburg. lind doch entsprachen die s-s'Garibaldis sehr wenig den Erwartungen, die der Name des Führers erregt ^
Nationalheld, der einst ein Königreich im Fluge erobert hatte (Z 216), konnte aur s. AMeilen in dem Gebirgstals Judicarien Vordringen. Erfolgreicher war das Vorgehen Die ^der von Bassano aus über das Gebirge zog und nach einem siegreichen Gefechte übe22 . Juli Österreicher bei Levico sich der Stadt Trient auf wenige Meilen näherte. Aber
eine neue Niederlage erfolgt, nicht minder empfindlich als der Schlag bei Custozza-20. Juli Unfall war die unglückliche Seeschlacht bei Lissa. Von dem Marineminister drwS ^aufgefordert und von der ungeduldigen Volksstimme gedrängt, verließ Admiral Peklmit der italienischen Flotte, aus 10 Panzerfregatten und 13 Holzschiffen bestehend- ^Hafen von Ancona, um die Insel Lissa, welche die Österreicher durch Strandbatterien I ^befestigt hatten, zu erobern. Zwei Tage lang versuchte er durch ein heftiges Boinbarde ^das feindliche Geschütz zum Schweigen zu bringen: als er dann im BegriffLandungstrüppen auszuschiffen, kam die österreichische Flotte unter dem Vizeadmiral D ^hoff herbei. An Gesamtzahl der italienischen gleich, übertraf sie dieselbe durch ^ihrer Panzerschiffe und ihrer Schiffsartillerie. Nach einem vierstündigen heftigen Seesah sich Persano, nachdem sein größtes Panzerschiff „König von Italien", von dem gepav)österreichischen Widderschiff „Erzherzog Max" in den Grund gebohrt und einKanonenboot in Brand geschossen worden war, zum Rückzug in den Hafen von AN ^genötigt. Wie Bencdek in Österreich wurde Persano in Italien von dem Unwillen desbetroffen und in der Folge einer gerichtlichen Untersuchung unterworfen.
So hatte der italienische Krieg mit einer Niederlage begonnen ^mit einer Niederlage geendigt. Dennoch legte das Glück demdie schönsten Gaben in den Schoß. Wenige Tage nach der Schlag <W. Ju« Lissa trat Viktor Emanuel den Abmachungen von Nikolsburg bei, ^da Napoleon erklärt hatte, daß er die Abtretung Venetiens nur WAbsicht angenommen habe, das Land nach erfolgtem Frieden an 3s"zugeben, vorausgesetzt, daß die Bevölkerung damit einverstanden ses' -schien dem Frieden nichts mehr im Wege zu stehen. Aber weit euM 'daß die erlittenen Unfälle die Italiener zur Bescheidenheit geführt hat .erhoben sie auch jetzt noch Ansprüche aus Südtirol und Friaul, weil
Erwerbung
Venetiens