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Vierter Band.
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502
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Erster nord-deutscherReichstag

Olt. I8KS

Verhältniszu den Süd-staaten

Febr. 1870

Mai 1870

Rückwirlnngauf Österreich

Lkt. 18«

Ausgleich

I8S6

502 Sechstes Buch: D. Gründg.d. neuen Deutschen Reiches n.d.Vollendg.d.ital- Einheit- 8 2

Männer im Norden und Süden. Dieser nationale Geist war auch "u!dem ersten ordentlichen Reichstag des Norddeutschen Bundes hervorgetret 'welcher im September 1867 abermals unter Simsons Präsidium MArbeiten begonnen hatte. Die nationalliberale Partei erfuhr, besonoeaus den neuen preußischen Provinzen, eine bedeutsame Verstärkung uhatte in Rudolf von Bennigsen einen Führer von echt nationaler Gesinnung

In dieser ersten Legislaturperiode des norddeutschen Reichstages wurden eine frelfniGewerbeordnung, Gesetze über Unterstützungswohnsitz und Freizügigkeit, über die Verpfnchzum Kriegsdienst, über Gleichberechtigung der Konfessionen in staatsbürgerlicher dezwy 'ein Handelsgesetzbuch, eine Wechselordnung, ein Aktiengesetz, eine Maß- und GewichtsonM 'ein Gesetz über das Konsulatswesen, über Errichtung eines Bundesoberhandelsgericht» ^Leipzig) und andere Bundesgesehe erlassen, die die gemeinsamen Interessen förderten undGefühl in allen Gliedern erweckten, daß sie einem organischen, im Wachsen und Dorisch"begriffenen Staatsganzen angehörten. — Auch die Kraft und Umsicht, welche dieRegierung im eigenen Staate entfaltete, erzeugten nun immer größeres Vertrauen: dienennung des gemäßigt liberalen Camp Hausen zum Finanzminister, die verständigenmaßregeln des neuen Ministers zur Beseitigung des Defizits sowie der Eintritt des 4fidenteu des Bundeskanzleramtes, Delbrück, in das Ministerium wurden freudig begrnur die engherzige Politik des Kultusministers v. Mühler schien den hohen AufgabenRegierung nicht zu entsprechen; sein neues Unterrichtsgesetz fand keine Annahme.

In den Beziehungen zu den süddeutschen Staaten ging der Bundekanzler sehr vorsichtig zu Werke. Bei der Eifersucht, mit welcher FsaNreich und die preußenfeindlichen Elemente in Deutschland alle Versucheines Anschlusses als Symptome preußischer Eroberungspolitik verdächtigte 'hielt sich Vismarck strenge innerhalb der durch den Präger Frieden gesetztGrenzen und vermied jeden Schein eines Druckes auf die Südstaaten- "Öim Reichstag von einigen Mitgliedern der Antrag aus Ausnahme Badein den Norddeutschen Bund gestellt wurde, wies Vismarck ihn entschwdzurück. Er hielt es für wirksamer für die nationale Sache in Süddeutsch'land, wenn Baden dort bliebe: mußte doch in der süddeutschen Bevölkerungerst noch viel Widerstand aus nltramontaner und demokratischer Seite übc^Wunden werden. In Bayern mußte sogar der patriotische Fürst Hohcwlohe dem Ansturm der Ultramontanen weichen und dem Grasen Brah/Steinburg Platz machen, der in den nationalen Fragen eine weit zürnhaltendere Stellung einnahm. Es bedurfte noch einer neuen, gewaltigereKraft, um das einige Deutschland zu schaffen.

§ 254. Der österreichisch-ungarische Ausgleich und das MinistersAuersperg. Österreich war durch den Krieg von der Neugestaltung Deutschlands ausgeschlossen; naturgemäß drohten damit die nichtdeutschen ElemeUeinen stärkeren Einfluß zu gewinnen. Man hielt es deshalb für notwendig'wenigstens mit Ungarn zu einem festen Abkommen zu gelangen. Da dVertrauen zu den heimischen Staatsmännern erschüttert war, wurde debisherigen sächsischen Minister und Preußenfeind v. Beust die Leitndes Ministeriums übertragen. Die Konföderationspolitik Belcredis, wej^die Monarchie in fünf, fast nur durch Personalunion verbundene Königlichzerlegen wollte (Z 241), wurde aufgegeben, aber den Ungarn kam mau tWeit entgegen, daß sich das Reich in eine östliche und westliche Halsspaltete, in ein deutsch-slawisches Ländergebiet diesselder Leitha und in ein ungarisches Königreich jenseits diesFlusses. Der ungarische Staatsmann Deak vereinbarte mit Beust öAusgleich, durch den Ungarn die alten Rechte, welche durch die Revo-lution von 1848 verwirkt sein sollten, zurückgegeben, Siebenbürgen, Kv