504 Sechstes Buch: D- Gründg. d. neuen Deutschen Reiches u. d. Bollendg. d. ital. Einheit. 8
gekommen; nun aber scheiterte das mexikanische Unternehmen (8wagte es Preußen durch den Norddeutschen Bund die Ohnmacht Deutnlands, aus der das französische Übergewicht zum guten Teil beruht ha ^zu beseitigen. Besonders hierüber empfand man patriotische Beklernnu
gen; man forderte „Rache für Sadowa". Die verlangten Kompensation
am Rhein wurden nicht erreicht und auch Luxemburg wurde nicht ^N>on(§ 252). Um so fester stand den Franzosen die Notwendigkeit eines Kruggegen Preußen; aber ohne Verbündete fürchtete man nicht Z"M ^I.kommen zu können. Das Verhältnis zu Rußland war seit 1863 (8/getrübt. Auch die im Frühjahr 1867 in Paris eröffnete Weltausstelul, ,bei der die Franzosen die Genugtuung hatten, die mächtigsten >in ihrer Hauptstadt zu sehen — auch König Wilhelm traf dort nlitKaiser von Rußland zusammen — hatte keine Besserung gebracht; vtelwhatte der Zar unter dem Eindruck des polnischen Attentates (Z 207) Pamit dem größten Widerwillen verlassen. Um so leichter erschien eine ^Näherung an das grollende Österreich. In Salzburg trafen M,tzxjhxn Kaiser unter dem Scheine einer Beileidsbezeigung wegen der K"strophe in Mexiko. Der eigentliche Zweck aber war eine Verständigungdas Verhalten in der orientalischen Frage gegen Rußland und überVereinbarung gegen Preußen; doch kam kein Bündnis zustande: Nlipol ^kehrte unbefriedigt nach Paris zurück; soll ihm doch das Wort entsab ^
sein. „mit dem österreichischen Leichnam sei keine Allianz möglich"-
B-lgi-n
IMS
Wurde als erster Schritt zur Einverleibung Belgiens angesehen. 3"
Tat war der Prinz Napoleon in Berlin gewesen, um über eine Ei
durch
Trotz-
dem blieben die Kriegsgelüste. Zwar gelang es der diplomatischen D" 'keit. die Kriegsgefahren, die im Jahre 1868 eine Zeitlang in der ortalischen Frage (Z 209) drohten, durch ausgleichende Vermittlung Z" ^fettigen und den Weltsrieden zu erhalten, aber Vertrauen hatte .
Herbst IMS nirgendwo zu diesem bewaffneten Frieden. Auch die EinweihungSuezkanals konnte die finsteren Wolken des Kriegs nicht bannen-dieser Feier nahmen die Kaiserin Eugenik, der Kaiser Franz Josef, rv ^rich Wilhelm, der Kronprinz von Preußen, teil. Dieselben machte" ^auch einen Besuch in Konstantinopel, der um so angemessener erschie"'der Sultan den „Vizekönig" (Chedive) Ismail Pascha in Verdacht h^ieer wolle sich zum unabhängigen Herrscher machen: es gelang indes,türkische Oberlehnshoheit zu erhalten. , A
In demselben Jahre wurde auch wieder eine „Kompensation" ver'Das Streben der französischen Ostbahngesellschaft unter Begünstigung ^Regierung die Eisenbahn nach Brüssel durch Kauf an sich zu her
ver-
leib ung Belgiens in Verhandlung zu treten, war aber entschiede"^
gewiesen worden. Daraus versuchte man auf einem Umwege, n' dieKauf der Eisenbahnen, in den Besitz Belgiens zu kommen, ha"belgische Regierung war wachsam; dem belgischen Minister Fr'cre-^gelang es, zu erwirken, daß Napoleon sich mit einem Betriebstbegnügte, der Belgien in keiner Weise zu nahe trat. Der Kais^dadurch eine diplomatische Niederlage, welche die Franzosen "ochgegen alles aufreizte, was von Preußen und vom Norddeutschen ^d,ausging; selbst den Plan einer Gotthardtbahn, welche von Deutsw^-der Schweiz und Italien ausgeführt werden sollte, suchte man zukreuzen.