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Vierter Band.
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512 Sechstes Buch: D. Gründg. d. neuen Deutschen Reiches u. d. Vollendg. d. ital. Einheit- 3

fördern: er rechnete dabei nicht auf spanische Kriegshilfe, wohl aber darauidaß Napoleon zur Rückendeckung Truppen an der spanischen Grenze U>lassen müssen. Einen unmittelbaren Kriegszweck verfolgte er aber damit NWDenn er ließ zu, daß der König zur Badekur nach Ems ging, währen ,selbst wie Roon und Moltke sich anschickten, die Sommermonate aus wGütern zu verbringen, und in der Heeresorganisation und Bewaffnung „formen in Angriff genommen wurden, zu deren Durchführung längere Zerforderlich war. Als nun aber Prinz Leopold am 20. Juni demUnterhändler wirklich die Zusage gab und dies, obgleich die Spanier^Frankreich Heimhaltung versprochen hatten, am 3. Juli bekannt wurde, da faßte min Paris die Kandidatur als einen neuen Beweis des preußischen Strenach Machtvergrößerung auf; die ganze französische Nation brauste aus6. Jun i8?o verlangte Rache für Sadowa. Am 6. Juli erklärte der Minister ^

Auswärtigen, Herzog vonGramont, im gesetzgebenden Körper unter

gemeinem Beifall: „Wir glauben nicht, daß die Achtung vor den Re^^eines Nachbarvolkes uns verpflichtet, zu dulden, daß eine fremde neinen ihrer Prinzen auf den Thron Karls V. setzt und dadurch zu uns? .Nachteile das gegenwärtige Gleichgewicht der Kräfte Europas stb^" „j-die Ehre Frankreichs gefährden dürfte." Und am 8. Juli schrieb der ^teur": „Die Frage muß erweitert werden, heute wird der Verzicht -Prinzen auf seine Thronkandidatur nicht mehr genügen; das wenigste, -wir verlangen müssen, und was uns heute befriedigen kann, wäre du vheit der süddeutschen Staaten, die Räumung der Festung Mainz, du sSüden gehört, das Aufgeben jedes militärischen Einflusses südlich vomM^

In Berlin aber war schon am 4. Juli der französischen RegUs ^erklärt worden, daß die spanische Frage dem preußischen StaatsminN ^rium völlig fremd und unbekannt sei; dieselbe Antwort wurde auch iu

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gegeben.

Am 8. Juli kam dann der französische Botschafter Ben

Verzicht-leistungLeopolds12. Juli

nach Ems und verlangte vom König Wilhelm, er möge dem Prinzen Leop^.die Annahme der spanischen Krone verbieten. Am 9. Juli antwortete ^König in seiner freundlichen Weise, daß er mit der Sache nichts ^habe, nur als Haupt der Familie habe er seine Zustimmungwolle aber sofort mit dem Fürsten von Hohenzollern, dem Bäte ^Prinzen, noch einmal die Sache überlegen. Da erfolgte am 12.freiwillige Verzichtleistung des Prinzen, die sofort "achund Paris mitgeteilt wurde. Sie machte in Paris einen solchen EUdaß sogar der Minister Ollivier den Frieden für gesichert hielt-Gramont und die unter dem Einfluß der Klerikalen stehende „KriegM §wollten den Krieg; sie fanden eine neue Wendung, und Napoleon gab! ^nach: Verzichtleistung sei Nebensache; Frankreich würde nie einen preußUPrinzen in Spanien geduldet haben; der preußische König müsse stU"einen zu veröffentlichenden Brief an Napoleon schreiben mit der Verstcht ^daß er die Würde des französischen Volkes nicht habe beleidigen bwlle ^sich dem Verzicht des Prinzen Leopold anschließe. Wirklich übernayder preußische Gesandte in Paris, Baron von Werther, dies ^in Ems vorzulegen. Aber damit sollte es noch nicht genug sein- ^erhielt den Auftrag, vom Könige weiter zu fordern, er solle sein Beo ^darüber ausdrücken, daß er dem Prinzen die Erlaubnis erteiltversprechen, künftig eine derartige Erlaubnis nicht wieder erteilen zuJa, Gramont verlangte auch in London, daß England diese franZ