516 Sechstes Buch: D. Gründg. d. neuen Deutschen Reiches u. d. Vollendg. d- ital- Einheit- ^
Fahnen, daß dieselben nicht alle in das Heer eingereiht werden konntemvor dreißig Jahren (K 130) von Schneckenburger gedichtete, von Wu)in Musik gesetzte Lied: „Die Wacht am Rhein", das mit Blitzesschnelle zallgemeinen Volksliede wurde, war der Ausdruck der festen Zuversicht im »scheu Heer und Volk; es rief nicht, wie die Marseillaise, die Söhne des Valands zum Angriff auf, es sprach nur den festen Entschluß aus, den deut; )Strom zu schützen. Aber diese zuversichtliche Stimmung war in Deutschland rberechtigt, weil sie auf ein wohlgeschultes und gut organisiertes Heer bauen koMEs zeigte sich ein sicheres, zielbewußtes Vollenden der Kriegsvorbereitungnach einem bis ins kleinste vorgearbeiteten Mobilmachungsplane; !,er
in der Tat nichts bis zum Gamaschenknopf hinab. Auch hier stellte sichKönig an die Spitze seines Heeres, aber hier führte ein in seinemAlter jugendfrischer, auf blutigen Schlachtfeldern erprobter, von dem As. ^Volke geliebter Herrscher Alldeutschland zu einem Kampfe, in dem als der sch^Lohn Deutschlands Einheit und Größe zu erringen war. -
Der Norden H 2tzy. Die Haltung der süddeutschen Staaten und des Unstarr^ 'Am Tage der Kriegserklärung wurde der norddeutsche Reichstaw. Jui> i87o ^gssnet. »Hat Deutschland," so hieß es in der Thronrede,
gewaltigung seines Rechtes und seiner Ehre in früheren Jahrhundtt „schweigend ertragen, so ertrug es sie nur, weil es in seiner Zerrissetnicht wußte, wie stark es war. Die Liebe zu dem gemeinsamen Daslande, die einmütige Erhebung der deutschen Stämme und der deuM,Fürsten hat alle Unterschiede und Gegensätze in sich beschlossen und versM^Die von glühender Vaterlandsliebe durchwehte Antwort aus die </ rede, die sofortige Bewilligung der zum Kriege erforderlichen Geldinn
gaben Zeugnis, wie sehr alle Gemüter von der Bedeutung des Augblicks erfüllt waren. Alle nötigen Beschlüsse waren bis zum Abend21. Juli fertig. Am 19. Juli, dem Todestage seiner Mutter, der undgeßlichen Königin Louise, die so schwer unter französischem ÜbernMÜ Alitten hatte, besuchte König Wilhelm deren Gruft in Charlottens»und erneuerte den einst an ihrem Geburtstage (§ 65) gestifteten O^dedes EiserneuKreuzes: er sollte das Ehrenzeichen sein für dietaten der deutschen Söhne, die, wie damals in den Freiheitskriegen, ^ ,wiederum bereit waren, ihr Leben in diesem heiligen Kampfe M. .
° Vaterland dahinzugeben. Es mußte sich nun zeigen, ob gegenüber dererklärung an Preußen die mit den süddeutschen Staaten geschloffnBündnisverträge (§ 248) zur Geltung kämen. Man hatte in Paris ghofft, einen neuen Rheinbund ins Leben rufen, die süddeutschen Regrungen, wenn nicht zum Anschluß an Frankreich, so doch zu einer NeutraHaltung bewegen, die unzufriedenen Elemente des Norddeutschen Bundes)Abfall bringen zu können, indem man den ganzen Streit nur als einen K"flikt zwischen Frankreich und Preußen, ja eigentlich sogar als eineZweikampf zwischen Napoleon und den Hohenzollern hinstellte. Aber adiese Versuche, Preußen zu isolieren, blieben erfolglos.
In Baden, wo die Regierung und der Landtag schon seit Jahren ^nationale Politik innegehalten hatten, bewilligten die Kammern ohne Affdersp^is. Zuii die zum Kriege nötigen Geldmittel, und die Regierung ordnete sofort die
machung an. Schnell wurde die Rheinbrücke bei Kehl gesprengt, und dann mman, von Württembergern unterstützt, durch einzelne Abteilungen, die stH .täglich wechselnden Stellungen am rechten Rheinufer sehen ließen, die Wew^zu erzeugen, das Land sei von einem „Schwarzwaldkorps" gut bewacht-groß war bei den süddeutschen Vortruppen die Kriegslust, daß eine Rekogn
Die sUddeut- ischenStaaten'
Baden