26. Juli
60. Drittes Kapitel: Der deutsch-französische Krieg und das neue Deutsche Reich. 517
^"ogspatrouille unter dem württembergischen Generalstabsoffizier GrafenkiiLn bei Lauterburg die Grenze überschritt und in einem 36stündigen!alle " Ritt sünf Meilen weit das Land durchstreifte. Beim Ausruhen über-daa"^ve der badische Dragonerleutnant Winsloe getötet. Graf Zeppeliny^gen entkam in das Hauptquartier mit der Meldung, daß zwischen Lauterburgwar keine größere Truppenansammlung zu bemerken sei. — Schwieriger
war ^age in Bayern. Das Herz des jugendlichen Königs Ludwig II. Bayern
8»b begeisterter Hingebung für die allgemeine deutsche Sache erfüllt: erda« ^on am 16. Juli den Befehl zur Mobilmachung; in der Landesvertretunga^ben hatten die preußenfeindlichen Elemente die Stimmenmehrheit: wie weitwockl ^ Demokraten, Klerikalen und Partikularsten voneinander abweichenDar» ' gingen sie Hand in Hand. Für sie gab es nur ein bayerischeswel>>k daher bezeichneten sie sich auch als „patriotische" Partei, ein Name,ßnn ^ bie Gegner mit einem Makel bedecken sollte. Indes die deutsche Ge-Äiir ^ des Königs und großer Teile des bayerischen Volkes, besonders derHörerschaft von München, trugen den Sieg für die deutsche Sache davon.
Äakn entscheidenden Sitzung des Landtags, in welcher die Geldmittel zur Ju«
Nar . "chung des Heeres bewilligt werden sollten, beantragte die Kommission,
^.»/lne solche Summe zu genehmigen, welche „zur Aufrechterhaltung bewaffneterxrf ^Etät gegenüber den Kriegsereignissen zwischen Preußen und Frankreich"will' Ech sei; aber die Kammermehrheit verwarf diese Beschränkung und be-den von der Regierung geforderten Kredit. Der Jubel der Hauptstadtbsesen Beschluß und das Dankestelegramm, welches König Wilhelm anEck ^*"3 Ludwig richtete, gaben Zeugnis, wie sehr man die Tragweite dieses^ Mttes zu würdigen wußte. Damit war auch der Anschluß von Württem-8ejs^' *0" "" Abgeordnetenhause die Demokraten die Opposition gegen die be-Volksstimmung aufgaben, und Hessen-Darmstadt entschieden und^ wationale Charakter des Krieges besiegelt. Die Ernennung des Kron-lickw Friedrich Wilhelm von Preußen, der sich durch seine ritter-Äi>» ^bwung und sein leutseliges Wesen die Herzen der Süddeutschen imLervann, zum Oberbefehlshaber über alle süddeutschen Truppen schloß dasnoch fester.
h Überaus wichtig für die Entscheidung des Krieges war aber auch dieVder europäischen Mächte. AIs einst König Heinrich II.tzbk^Abankreich zur Eroberung von Metz auszog, verkündete er, daß die^ IHützung der deutschen Freiheit gegen die Tyrannei der Habsburger^Kge Zweck des Krieges sei, und daß er keine Vorteile für sich selbst
' 3n ähnlichem Sinne war die Proklamation des Kaisers^ Jua rswG^oleon gehalten, als er sich, nach Übertragung der Regentschaft an seineh^ZMlin Eugenie, mit seinem Sohne Louis zur Armee begab. Auch hierstet ^tont, daß Frankreich nur der Eroberungslust Preußens entgegen-tsteh welche fortwährend zu Mißtrauen Anlaß gegeben, allenthalben über-staud"/ Rüstungen notwendig gemacht und Europa in ein Heerlager ver-^?be; Frankreich führe keinen Krieg gegen Deutschland, dessenbängigkeit es achte, und verlange für sich selbst nur einen StandMf!S^e, welcher seine zukünftige Sicherheit verbürge, einen FriedenTrauernder Grundlage schaffe: „ein großes Volk, welches eine gerechteverteidigt, ist unüberwindlich." Bismarck sorgte durch die akten-Enthüllung der Politik Napoleons dafür, daß ganz Europa
Württem-
berg
Hessen-
Darmstavt
Die europäi-schen Mächte
Kit »zu»,
ez „^staunen von dieser „gerechten Sache" volle Kenntnis erhielt, daßvrch; kie Napoleon die Eroberung Luxemburgs und Belgiens geplant^06 nicht aufgehört hatte, Preußen durch Anerbietungen auf Kosten^utschlands und Belgiens in Versuchung zu führen.
2S. Juli