2. Sept.l/s12 Uhrmittags
Ergebnis derSchlacht
530 Sechstes Buch: D. Gründg. d. neuen Deutschen Reiches u. d. Vollendg. d. ital. Einheit. ^
nachdem Wimpffen die französischen Generale zu einem Kriegsrat zusamw^berufen hatte, die Kapitulation unterzeichnet und von dem KöwgHauptquartier zu Vendreffe bestätigt. „Welch eine Wendung durch ^Führung!" schloß die Meldung des gewaltigen Sieges an die KörngwBerlin. . .
So erlebte denn die Welt das unglaubliche, in der ganzen Kriegsgeschichte
2. Sept.morgens
Stimmungin Paris
Erklärungder Republik
stehende Schauspiel, daß außer den 25000, die während der Schlacht gefangerigerwwaren, ein Heer von 83000 Mann, darunter 1 Marschall (Mac Mahnn),
230 Stabsoffiziere, 2600 Offiziere und Militürbeamte, sich dem Sieger ergab,und alles Kriegsmaterial, bestehend in 330 Feldgeschützen, 70 Mitrailleusen, Ibogeschützen und 10000 Pferden, ablieferte und nebst dem Kaiser in Kriegsgefangenwanderte. Den Offizieren, welche auf schriftliches Ehrenwort versicherten, in dein Swärtigen Krieg nicht mehr gegen Deutschland zu fechten und in keiner Weise den deüInteressen zuwiderzuhandeln, wurde „in Rücksicht auf die tapfere Verteidigung" gestatte,Waffen zu behalten. Auf dem Gelände zwischen Billette und Jges wurde im '^gseines bayerischen und eines norddeutschen Armeekorps die Waffenstreckung vollzogen, ^die Festung Sedan übergeben und die gefangene Mannschaft nach Deutschland abg I ^wurde. Nur ein geringer Teil der Offiziere wollte das verlangte Ehrenwort abgev^s'meisten zogen das Los der Kriegsgefangenschaft vor. Alle Offiziere, die sich verpfuwsich am 10. September zu einem Eisenbahnzug in Pont-ä-Mousson zu stellen,selbständig dorthin begeben. Auch General Ducrot erschien dort; als aber die Absudnicht sofort vor sich gehen konnte, entwich er nach Paris.
Napoleon wurde nach einer Unterredung mit Bismarck bei Doncyund mit dem Könige in dem Schlößchen Bellevue bei Frenois als Gesangnach Wilhelmshöhe bei Kassel gebracht. ^
8 267. Der revolutionäre Staatsstreich in Paris. Indie wahre Lage der Dinge lange entstellt oder verheimlicht worden, 2Vaydie Regierung die Gemüter durch beruhigende Nachrichten zu beschwrw ^suchte, im Örakelton von einem großen Plan sprach, der nicht verr . ^werden dürfte, der aber sicher den Sieg an die französischen Fahnen rnW ^würde, ergingen sich die Zeitungen in den tollsten Wutausbrüchen übebarbarischen Horden, die den heiligen Boden Frankreichs zu besudeln wagschilderten die Kämpfe um Metz als Siege der französischen Waffen undkündeten den Tag als nahe bevorstehend, wo man den Feind über den Rbzurücktreiben würde. Zugleich wurde die Wut der Franzosen gegen drFrankreich ansässigen Deutschen aufgestachelt, und diese in der inhuwa!Weise zur Auswanderung gezwungen. Das Ausland sah diesen Ausbr ^völkerrechtswidriger Wut teilnahmlos zu; nur einzelne Konsulndie Bedrohten vor der Volksrache. ^ ^ die
War schon während des Augusts die ganze Nation und vorHauptstadt in fieberhafter Aufregung, so erreichte diese den höchsten ^als die Kunde von der Katastrophe in Sedan das System der Lüge, . ^das man bisher die Gemüter getäuscht hatte, enthüllte und den elichen Fall des Reiches bloßstellte. Am 4. September versammelteGesetzgebende Körper zum letzten Male. Eine stürmische Sitzung, 6!
ie Tribünen und den Saal
durch eindringende Volksmassen, welche die
4. Sept. endigte mit der feierlichen Thronentsetzung Louis Napol ydeund seiner Familie aus ewige Zeiten, beantragt durch zwei hervorrag ,Führer der Linken, die Advokaten JulesFavreundLeonGaDarauf eilten diese, begleitet von den Parteigenossen, nach dem Stadty^wo unter dem wachsenden Zudrange der städtischen Volksmaffe, nain^nder unteren Klassen, die Republik ausgerufen und bissammentritt einer neuen konstituierenden Versammlung eine provn