Band 
Vierter Band.
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532
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16. Sept.

532 Sechstes Buch: D. Gründg. d. neuen Deutschen Reiches u. d. Vollendg. d. ital. Einheit.

iL. Zept. herbeizuführen, wurde Thiers mit einer außerordentlichen Misst»"

die Höfe von London, Petersburg, Wien und Florenz beauftragt. BlsM .hatte jedoch Fürsorge getroffen, daß der Wunsch des Herrn von Beusteinem gemeinsamen Vorgehen der Mächte zur Wiederherstellung des Fneo 'um, wie er sagte, die Forderungen des Siegers zu mäßigen und die Ges <des Besiegten zu schonen, vereitelt wurde. Er kennzeichnete die deu sForderungen in einer öffentlichen Erklärung, die sich in erster Linie Wdas Londoner Kabinett richtete, das ihm einen Vermittler in dasgeschickt und mit seiner sonderbaren Neutralität schon öfter Veranlaßzu Beschwerden gegeben hatte. Er sprach hier im Sinne des g""»deutschen Volkes, wenn er sagte: ,

„Die einmütige Stimme der deutschen Regierungen und des deutschen Volkesdaß Deutschland gegen die Bedrohungen und Vergewaltigungen, welche von allen franzol 1 ^Regierungen seit Jahrhunderten gegen uns geübt worden sind, durch bessere HP

bisher geschützt werde. Solange Frankreich im Besitze von Straßburg und Metzist seine Offensive strategisch stärker als unsere Defensive. Straßburg ist im 2 Ksttze n preichs eine stets offene Ausfallpforte gegen Süddeutschland; in deutschemgewinnen Straßburg und Metz einen desensiven Charakter. Wir sind in mehr als 20 K ^niemals die Angreifer gegen Frankreich gewesen, und wir haben von diesem nicht» Zgehren, als unsere von ihm so oft gefährdete Sicherheit im eigenen Lande. FrankMw^gegen wird jeden jetzt zu schließenden Frieden nur als einen Waffenstillstanduns, um Rache für seine jetzigen Niederlagen zu nehmen, ebenso händelsüchtigwie in diesem Jahre wiederum angreifen, sobald es sich durch eigene Kraft oder durch >Bündnisse stark genug fühlt. Indem wir Frankreich das Ergreifen der Offensive erschhandeln wir zugleich im Interesse des europäischen Friedens. Von Deutschland istStörung nicht zu befürchten. Nachdem uns der Krieg, dem wir mit Sorgfalt und ^Windung unseres durch Frankreich ohne Unterlaß herausgeforderten nationalen Selbstg l ^vier Jahre lang aus dem Wege gegangen sind, trotz unserer Friedensliebe aufgeMUworden ist, wollen wir zukünftige Sicherheit als den Preis der gewaltigen Anstreng ^fordern, die wir zu unserer Verteidigung haben machen müssen. Niemand wird uns -an Mäßigung vorwerfen können, wenn wir diese gerechte und billige Forderung festhn

Ebenso fest blieb er dem französischen Unterhändler Jules Favre ge 8 ^über, der ihn in Ferrieres aufsuchte, um über die Friedensbeding""S ^zu verhandeln. Die Pariser Regierung verlangte einen Waffenstiul ^von drei Wochen behufs Einberufung einer Nationalversammlung,dann der Friedensschluß ausgehen sollte. Bismarck forderte dagege"' ^Straßburg, Psalzburg und Toul den Deutschen eingeräumt werdenweiterhin forderte er, falls die Versammlung nach dem inzwischen v»"^^-Deutschen eingeschlossenen Paris berufen und für die Dauer ^

Handlung eine Verproviantierung gestattet werden sollte, ein militär" ^Äquivalent, etwa die Überlassung des Mont Valerien, oder aber, wen ^Versammlung in Tours zusammentrete, wohin drei Mitglieder der ^gierung als besondere Delegation beordert waren, die Erhaltung .Status guo vor Paris. Die Delegation in Tours erklärte darauf in . ^24. S°vt. Proklamation an das französische Volk, daß der Krieg fortgeführt w^ ^müsse, weil Preußen Frankreich zu einer Macht zweiten Ranges ddrücken wolle. ^Umsonst wies Bismarck in einer diplomatischen ^Zi^ gpd

Wasfon-stillstands-verhand-lungenIS. Sept.

Delegationin Tours

I. Olt.

depesche diesen Vorwurf, daß Frankreich durch den Verlust vonLothringen zu einer Macht zweiten Ranges herabgedrückt werde, ^indem er sich auf den Erwerb von Savohen und Nizza und aufoberungen in Algerien berief, welche die verlangten Abtretungen weit "träfen. So mußte der Krieg „bis aufs Messer", wie die französiMgierung ihn wollte, weitergehen.