^ Drittes Kapitel: Der deutsch-französische Krieg und das neue Deutsche Reich. 5Z5
selbst anfangs untnnlich schien; eine Erstürmung der Außen- Belagerungh ^ hätte ungeheure Opfer gefordert, die bei der Inanspruchnahme der. den übrigen Festungen liegenden Truppen nicht zu ersetzen gewesenreu. (Ltz mußten daher erst Geschütze von größerer Tragweite ausb 7"schland herbeigeschafft werden; aber bei der Unterbrechung der Eisen-. Minien (namentlich, seitdem es dem Feinde gelungen war, den langen^ Mel von Nanteuil unfahrbar zu machen, so daß neue Schienen um denherum gelegt werden mußten) und bei der Größe der Belagerungs-^ 'Mhe war der Transport mit solchen Schwierigkeiten verbunden, daßiw'id * diel Zeit verloren ging. So zog sich der Belagerungskrieg in er-H.dendem Einerlei des Wachdienstes und der Erdarbeiten hin. Fürwar diese Zeit überaus anstrengend; er hatte die politischenfg ? den militärischen Gesichtspunkten in Einklang zu bringen unddi? -r ^i oft den zähesten Widerstand der Generale. Vor allem führtehell'"d Paris bombardiert werden solle oder nicht, zu Miß-leiten und übte auch Einfluß auf die politischen Verhältnisse aus.
und die Mehrzahl der Generale mit Ausnahme Rooris erklärten sich gegen das Frage des?^uient, und zwar aus den angeführten militärischen Gründen; der vielbesprocheneleiHt w grauen ist an der Verzögerung der Beschießung nicht schuld, wenn auch viel-ÄA . Königin Victoria von England, unterstützt von ihrer Tochter, der Kronprinzessinse^ ^ dou Prelln aus humanen Erwägungen für eine Schonung von Paris eingetretendesto "8- Bismarck wünschte die Beschießung; er wußte, daß, je länger der Kampf dauere,
I der Möglichkeit gerechnet werden mußte, daß die latente Mißgunst und dieErsol ^nden Sympathien eine der übrigen Mächte in der Beunruhigung über die deutschen^Nn Initiative für eine diplomatische Einmischung bewegen könnten, und diese
ä»e r Anschluß anderer oder aller andern herbeiführte. Namentlich in Rußland trat^zuw ^ Strömung für eine europäische Intervention zutage. Diese Gefahr wußte Bismarckkrst^ " "Eter Benutzung der sogenannten Pontusfrage. Rußland hatte nach dem Krim- Pontu-srag-Vvh dazu verstehen müssen, auf dem Schwarzen Meere nur eine bestimmte kleine Anzahl
die öu halten (Z 202). Das war für das große Reich, zu dessen Lebensbedingungen
^Eniarcka uatürlichen Herrschaftsrechte an seinen Küsten gehörte, unerträglich. Auf
Achten N "^"^iative beseitigte nun Rußland diese lästige Bestimmung und erklärte den 31 . Okt.>^Hte Üch durch die Verpflichtung des Pariser Vertrages, soweit sie die Souveränitäts-
^kseren ^^Earzen Meere betreffe, nicht mehr für gebunden ansehe. Auf der Londoner Jan.—März^hlanös das Vorgehen Rußlands dann sanktioniert. So gewann Bismarck von neuemlenkst^. Dankbarkeit, vereitelte ein gemeinsames Vorgehen der europäischen Mächte undE Aufmerksamkeit der englischen Regierung von Paris nach dieser Richtung ab.
Okknn Gambetta in Tours. Die Kämpfe bei Orleans bis Ende V°us°rh--^ 2Venn man im Hauptquartier zu Versailles damit gerechnet^ Regierung der nationalen Verteidigung werde in Anbetracht deswelche Notstandes geneigt sein, eine Nationalversammlung einzuberufen,
^Urvj z Bürgschaften eines dauernden Friedens schaffen könne, und dieGewalt in ihre Hände zu legen, so täuschte man sich. Die Pariserdeh ^3 hatte vielmehr beschlossen, dieselben Wege zu betreten, welche in^ächt 1702 und 1793 Frankreich vor der Koalition der europäischenUnd d? hatten. Die revolutionäre Diktatur, wie sie einst der Konvent
llvjH * ^ohlsahrtsausschuß geübt hatten, und das allgemeine Aufgebot, diedie Tr'??^^ lleväs sn mässo (ß 17), die einst in Carnots starker HandGre Wer die Grenze getragen, sollten wieder ins Leben gerufenE die zu einer solchen Volkserhebung notwendigen Hebel in^olle ^ ^tzen, bedurfte es einer jungen heißblütigen Natur. Zu dieserballg^ ?j3te vorzüglich Leon Gambetta. Er verließ mittelst eines Lust-^e Hauptstadt und begab sich zu der Regierungsdelegation in Tours.
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