572 Siebentes Buch: Literatur und Wissenschaft Deutschlands im 19 . Jahrhundert.Gilm vaterländischen Gedichten des Statthaltereisekretürs
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vaterländischen Gedichten des L-tatthatterersekretars Hermann von Gilm, dessen Je! ^und Allerseelen allbekannt geworden sind. — Freiheitshoffnung und WeltschmerzmE'Ä-D Friedensehnsucht verschwistern sich in der Empfindungsdichtung von Nikolaus Leeigentlich Riembsch Edler von Strehlenau, aus Csatad in Ungarn. Die -beniffe des Elternhauses konnten die schwermütige Anlage des Knaben nur entwickeln- . ^unsteten Charakter spiegelt sein Leben Wider. Nirgends recht seßhaft- lebte er nach 3Reisen- auch in Nordamerika, zu Wien, Jschl und Stuttgart, wo er besonders Kernel ^trat. Kurz vor seiner Verheiratung verfiel er 1844 einer Geisteskrankheit, der er sp» ^Irrenhause zu Oberdöbling erlag. Unter seinen lyrischen Gedichten bieten MB ^Schilflieder das Vollendetste an Wohllaut, Bilderreichtum und tiefem, ergreifendem^fühle. Nach kleineren Erzählungen in Versen, wie Heideschenke, MischkaMarosch, Anna, erschienen der episch-dramatische Faust, ein farbenglühendes A -des Inneren Lenaus, S a v o n a r o l a und D i e A l b i g e n s c r. In allen dreien ist der »für religiös-sittliche Freiheit der Grundgedanke. Das letzte Werk, die wild-drain» ^Dichtung Don Juan, gab Anastasius Grün nach Lenaus Tode heraus. — SeinWürttemberg"^ Kunstgenosse war Alexander Graf von Württemberg. Geboren i" gM
1801 — 1844 ' lebte er in Wien und Stuttgart, wo er sich anfänglich der schwäbischen Dichtersch»' . ^schloß. Seine Gedichte, Lieder des Sturms, Gegen den Strom usw. find ^ eEingebungen politischer Zerrissenheit als stiller Wehmut und Weckrufe an die für1772—1847 Interessen abgestorbene Gegenwart. — Der ungarische Erzbischof Ladislaus Pyrker zFelsö-Eör erntete mit seinen Heldengedichten nach altklassischem Muster TniMi g(Karls V. Zug gegen Tunis) und Rudolfias (Kampf gegen Ottokar von BölMN s,Ehrentitel des kunstgerechten Epikers. Doch bezeichnet auch mehr als seine Schau!» ^die Lyrik, wie Lieder der Sehnsucht nach den Alpen, des DichterS Eige»^*1801—1882 Kunst. — Ein zweiter Epiker, Egon Ebert, lehnte sich mit Wlasta und dem Jdh» ^Kloster mehr an romantische Überlieferungen an. Trefflich sind seine Ballade»seine gefühlsinnigen Gedichte. Er lebte als Bibliothekar des Fürsten von Fürstettve 3 ^Donaueschingen und in seiner Heimat Prag. — Die allgemeine Teilnahme für die. und die Unterhaltung suchende Schaulust kamen den dramatischen Dichtern znstatten-iiR)"i 8 M Liebling des theaterbesuchenden Volkes war Ferdinand Raimund, den heitere
nicht vor Schwermut zu bewähren vermochte. Aus Furcht, von einem tollen H»" hxrbissen zu sein, gab er sich selbst den Tod. Erst Schauspieler, dann Dichter, hatte er »" ^Volksposse, mit lebensvollen Märchendramen wie Alpenkönig und Mensche»!^,-Der Diamant des Geisterkönigs, besonders aber mit dem Volkstücke derschwender durch die wundersame Mischung von Humor und Rührung anßerordents»Erfolg. — Unerschöpflich in launigem, volkstümlichem Kleinwerk, Rätseln, Schw»1181-1882 scherzhaften Bildern, aber auch Romanzen und Balladen war Jgnaz Castelli, de»^.mühsame Beamtenlanfbahn weder des Mutterwitzes noch angeborener Lustigkeit beraNachdem er sich mit den Patriotischen Kricgsliedern für die österreiw^^,Armee einen Namen gemacht hatte, erlangte er die Stelle des Hoftheaterdichters, die ^sonders seiner Schweizerfamilie zu verdanken hatte. Gesunder Sinn bekundete st^ »,Schicksals st rümpfe, durch den er mit Witz und Spott die Verkehrtheit des Sckst^,,1791^1872* dramas bekämpfte. — Diesem schien nämlich die Ahnfrau von Franz Grillparze
zugehören. Seine Lebensverhültnisse konnten dem dichterischen Schaffen kaum förderlich ^Langsam stieg er zur Stelle des Archivdirektors empor: 1856 trat er in den Ruhest»»»'.Verhältnis mit Katharina Fröhlich, seiner „ewigen Braut," führte nicht zur Ehe-berichtet darüber in den Jugenderinnerungen im Grünen. Vollends aber stererfolg seiner Dramatik enttäuschte und verstimmte den hochstrebenden, ernstgerichtetenin solchem Grade, daß er nach der unverständlichen Ablehnung des Lustspieles Weh ^der lügt 1839 seine weiteren Schöpfungen Die Jüdin von Toledo, Libusl?
Ein Bruderzwist in Habsburg der Öffentlichkeit vorenthielt. Das Verhält»'^,Ahnfrau zur „Schicksalstragödie" läßt sich hier nicht erörtern. Neben romantische»slüssen macht sich bei Grillparzer vor allem das Studium Calderons und Lope st»merkbar. Doch blieb ihm das höchste Ideal für sein Schaffen die reine Klassizität ^ ^beund Goethes. In ihrem Geiste schuf der Dichter Sappho, Des Meeres und derWellen, König Ottokars Glück und Ende, dessen Erfolge die Politik bald eisetzte, und die vor beiden entstandene Trilogie Das goldnc Vlies, eine seelisch ^Dramatisierung der alten Sage von wahrhaft tragischer Kraft. Das dramatische N ^i>Der Traum ein Leben gibt sich schon im Titel als Gegenstück zu Calderons Dasein Traum. Unverstanden blieb der freilich seltsame Treue Diener seines Herr»>^mit dem Übermaße von unterwürfiger Ergebenheit als Abfall des Dichters von U