578 SiebentesBuch: Literatur und Wissenschaft Deutschlands im 19. Jahrhundert. H
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H Seidel würdigen Kleinmalereien Heinrich Seidels aus Perlin. Tief sich einfühlend ge-^ das Alltägliche und Unscheinbare, voll teilnehmenden Verständnisses auch für wem tSchrullen und Absonderlichkeiten, adelt er nach dem bekannten Worte oft, was andere ^mein erschien. Seidel lebt jetzt seiner Muse in der Reichshauptstadt, wo er als ^
am Bau des Anhaltischen Bahnhofs beschäftigt gewesen war. — Ein zweiter p^ttdeu I ,Schlss- Dichter, Klaus Groth, stammt aus Holstein. Ein Jahr vor Reuters Lauschen
""steril Rimels erschien sein Quickborn, indem er die Gefühls- und Gedankenwelt seiner duy ,
Klaus Groth fischen Landsleute mit begeisterter Liebe für die alte Sitte und Sprache treu und anz1819-1899 Erstellt. Weitere Erzählungen folgten. Groths wissenschaftliche Kampfschriften gegs
Hochdeutsche fanden sehr geteilte Aufnahme. — Eine dichterische Kraft ersten Ranges, m ^wahrhaft keusche Innerlichkeit der Empfindung mit der Gabe anschaulichster Darpeu .Th. Storm paart, war Theodor Storm. Seine Gedichte wie seine Märchen und Novellen1817-1888 Perlen unserer Literatur. Mit Vorliebe verklärt er Land und Leute seiner
in ihrer Besonderheit zu stimmungsvollen Bildchen, die im engen Rahmen eine ^d^" ^Kraft einschließen. Überwiegen auch in Storms Lyrik und Epik die Züge weltftInnerlichkeit und traumverlorener Sehnsucht, so kommt doch auch seelische Erregung-künstlerisch gedämpft, zu entsprechendem Ausdrucke, bis die letzten Novellen selbst ^feite der menschlichen Natur behandeln. Der Einklang, in den Storm die Form und SW ,zum Inhalte zu setzen weiß, macht ihn zu einem Meister des Stiles. —Landsleute Hebbel und Jenseit vgl. Z 292 und H 291. — Wie Hebbel stammt ausburen Adolf Bartels, dessen geschichtliche Romane, Die Dithmarscher u. a., Zk g ^schöner Heimatkunst und mit den Gedichten und Dramen auch der Bielseitlg'e .Dichters sind, der mit der Deutschen Dichtung der Gegenwart selbst flauen Mse1 M 9-1893 schaftlichen Beruf erwies. — Zwei Erzählerinnen, Eliza Wille aus Jtzehoe und EY ^Chart. Nisse Niese von der Insel Fehmarn, zeichnen sich, jene durch den Reichtum inneren Le" st-geb. 1854 ihren Romanen Felicitas, Stillleben in bewegter Zeit u. a., diese durch
vollen Darstellungen Aus dänischer Zeit usw., vor anderen aus. In jüngster Zert n x,die Romane, zuletzt Jörn 11hl, von Gustav Frenssen mit ihren wirklichkeitsgetrschauten und wiedergegebenen Kulturbildern aus dem Leben der Dithmarschen berecyAufsehen erregt, das durch freimütige Äußerungen einer wahrhaften Religiosität nsteigert ward. Diese hat auch Frenssen auf sein Predigtamt verzichten und den fteüruf des Schriftstellers wählen lassen. . ^stil,
Unter den Hansestädten hat Hamburg einige Namen von Bedeutung nnM. ,st-
so den Verfasser der Geschichte von England nnd Forscher auf dem Gebiete des l
,,dl-
Bartslsgeb. 1882
Frenssengeb. 1883
Hanse-
städte.
Hamburg
Lormayr
1781—1848
Wi Nahengeb. 1824
Lappenberg atischen Rechts, Lappenberg, die Tagesschriftsteller Wurm 1859) und Negrs-1794-1865 1825 in Tilsit geboren, später Professor in Bonn und 1872 vortragender Rat ein stgwärtigen Amte ward, Otto Beneke, der die Geschichten und Sagen der Stadt 1^Ewsrt ^arbeitete. Johann Gottwert Müller, der satirische Gegner der Kraftgenies nn
Müller - ------------- --------- ----
1743-1828 fasscr des Romans Siegfried von Lindenberg, ist in Hamburg geboren undDreves Lebrecht D r e v e s , ein liederreicher Romantiker im Geiste Eichendorffs, vertauschte nach i st,o Übertritte die protestantische Vaterstadt mit Feldkirch. Namhafte Schulmänner, wie EIRichard Lange, Theodor Hofmann, waren getreue Hüter der geistigen EiüterStadt des Weltverkehrs. Hier waren der vielerfahrene Schilderer amerikanischer1818-1872 und Natur Friedrich Gerstücker und die dichterisch begabte Kennerin HamburgerI. Frapan Jlse Frap an, eigentlich Ilse Levien, die Verfasserin von Hamburger Novelle -stogeb. 1852 gchoE. Ottensen ist der Geburtsort des gewesenen Lehrers und jetzigen Dramatiker^gsb° Ernst Schmidt, der sich kurz Otto Ernst nennt. Zwei seiner Stücke, Die größte ,,dund Flachsmann als Erzieher, erinnern an seinen früheren Beruf. Gut aNgenS ^flott geschrieben, vermögen sie doch kaum auf Lebenswahrheit Anspruch zu erheben.Bremen. Beobachtung zeichnet Ernsts Gedichte und Erzählungen aus. — In Breinen M^787*—1845* um mach er, der Verfasser lieblicher Parabeln, als Prediger. Anregenden
auf das Zeitungswefen übte u. a. der bayerische Ministerresident JosephHormahr aus, der wichtige Beitrüge zur Geschichte der Freiheitskriege in seinem Dain Österreich feindlichem Sinne geliefert hat. Die gelehrte Schule Bremens erblühtder Leitung des Ästhetikers Wilhelm Ernst Weber (gest. 1850), den sein BernfMtNw ' ^Literaturforscher Johann Wilhelm Schäfer, erfolgreich unterstützte. EineBremischen Dichter und Schriftsteller der Gegenwart hat Franzikus H ^ hB1893 veröffentlicht. Aus der langen Reihe heben sich neben Willatzen, ^ flw figyÜbertragungen nordischer Gesänge ebenso formgewandt wie anmutig in eigenen Liederbesonders fünf Namen ab- Die gefällige Anmut und Schalkhaftigkeit der Äöw> K-H. Allmsrs Schlendertage und derGedichtevon Hermann Allmer s entstammen einem relw
1821—1902