Äirchbachgeb. 1857
Avenariusgeb. 1856
Lausitz.
Polenz
1861-1903
Weyel
1779-1819
Lotze
1817—1881Leop.Schefer1784-1862
Püüler-
Muskau
1785-1871
Leipzig.
Gerhard1780—1858Ad. Nötiger;1815-1870Mahlmann1771-1826Marggraff
1809— 1864O. Marbach
1810— 1890
H. Marbachgeb. 1841
I. Minckwitz1812—1885Herlosssohn1804-1849
Kuranda1812 1884
Ebers1837 1898
582 Siebentes Buch: Literatur und Wissenschaft Deutschlands im 19 . Jahrhundert. 8
zur Geschichte unseres Schrifttumes. Mit der Elbestadt ist auch der Name Wolfgangbachs verknüpft, dessen literarisches Schaffen, wie die Romane SalvatorWeltfahrer u. a., die Dramen Die letzten Menschen, Des SonnenreUntergang usw-, endlich die philosophischen Schriften Was lehrte Jesus? Ast.Buch Jesus durchweg eigentümliche Anlage und hochstrebende Selbständigkeit be ^Unbeirrt vom Lärme des Tages sucht der Herausgeber des Kunstworts, u^iiAvenarius aus Berlin, Erscheinungen und Gedanken der Gegenwart im Kel
Sinne mit den Mitteln alter guter Kunst darzustellen. Doch ist keiner der lebendenSachsens zu gleicher Berühmtheit gelaugt wie Wilhelm von Polenz aus der Obtt ^dessen Büttnerbauer, in fast alle Kultursprachen übersetzt, seinen Weg auch über ^Weltmeer fand. In der Reihenfolge seiner Romane spiegelt sich der Entwickelungsg^? ^Erzählerkunst und der Lebensanschauung ihres Verfassers. Immer geht er vomoder inneren Selbsterlebniffe aus, dessen Rückschlag auf den sinnenden BetrachterStufe in seinem persönlichen oder künstlerischen Werden begründet. Wechselvoll gestm ^so der Weg von den Lehrjahren inmitten des neuen Sturmes und Dranges, denletzten Romane, Wurzellockcr, schildert, über den vielverketzerten Pfarrer von BrMdorf hinweg zur überwältigenden Tragik des Büttner b auers, zu den wohlübttd ^Reformplänen im Grabenhäger und zur feinen Seelenmalerei in Thekla Lüde ^Die Wahrhaftigkeit des Dichters ist eben zu stark, um nicht ungescheut den durch s^M ^ficht überwundenen Standpunkt zu verlassen. Nicht an der Oberfläche liegtwesentliche Bedeutung von Polenzens Werken, deren eindrucksvolle Eigenart nicht ZU»?Ergebnis reicher allgemeiner Kenntnisse, gewissenhaften Studiums auch des Kleinleben^, ,lieh angeborener Kraft zu realistischer Wiedergabe des scharf Beobachteten ist. ^Ü^.iikeltiker geht Polenz auf die Wirkungen der großen typischen Kunst aus, besonders in Iund Frön er. Dem Anfange des vorigen Jahrhunderts gehört ein anderer Oberm >der Lyriker und Humorist Karl Wetzel, der als Arzt in Bamberg lebte, an. mste st«,in Bautzen geboren der Göttinger Professor Rudolf Hermann Lohe, unter dessensophischen und medizinischen Werken sein Mikrokosmus obenansteht. DurchBildungsgang ist Leopold S ch efer mit Bautzen verknüpft. Den Ertrag vmüerlegte er in farbensatten, lebensvollen Erzählungen nieder. Bekannter haben ihn,i^°. zMlehrhafte Dichtung, vor allem das pantheistisch angehauchte Laienbrevier, wie str ^kehr mit dem Fürsten Pü ckl er-Muskau (Z 287) gemacht, aus dessen Stammsitze, ^ ^herrliche Parkanlagen ausgezeichneten Muskau, Schefer ein sorgenloses Unterkommen l"
Eine glänzende Stelle in der neueren Literatur nimmt Leipzig ein, der große .^ii,markt und der Hauptsitz „des jungen Deutschlands" (H 287). Universität, BuchlMd" ^Zeitschriften, Theater und Konzerthaus, die Messen, dazu der Einfluß eines ununterbrvw stliterarischen Lebens haben der Stadt von jeher das Gepräge von Bildung, Wissenschaft Al,und Kunstsinn verliehen, so daß sie vorzugsweise als Musenstadt galt undDichter und Gelehrte anzog. Auch die ernste Tonkunst hat in Leipzig, dem ehemaligen WM ^orte des großen Sebastian Bach, besonders durch Felix Mendelssohn-BartholdY i°^ftden Thomanerchor und seine Kantoren, in letzter Zeit durch den Bachverein nuMZPflege erfahren. Endlich sind neuerdings der Malerei und Bildhauerkunst hervorVertreter erstanden in Klinger, Seffner (398) u. a. m. — Der älteren 3^2^11,an der Kaufmann Wilhelm Gerhard mit volksliedartigen Gedichten und VerdeutsMwie der Übersetzer Byrons, Adolf Böttger, dessen erzählende Dichtungen, z^ AgilstPilgerfahrt der Blumengeister, von vollendeter Zartheit sind. Der aufgeklärte ^Mahlmann schrieb außer Gedichten den gegen Kotzebue gerichteten Herod^Bethlehem. Hermann Marggraff, Verfasser humoristischer Romane, warLeitung der „Blätter für literarische Unterhaltung" der Vorgänger Rudolf Vvvschalls (Z 292). Neben Übersetzungen gab der unermüdliche Oswald Marbach, /rder Philosophie, besonders Dramen heraus, worin ihm sein formgewandterMarbach folgte. Auf Platens Spuren wandelte Johannes Minckwitz mit -„stBund Oden. Auch sein Lehrbuch der deutschen Verskunst stellt die IForderungen an den Dichter. In Leipzig starb der Verfasser geschichtlicher RoM stj>ider Dichter des Buches der Lieder Karl Herlosssohn aus Prag; dort mLandsmann Jgnaz K urand a Zuflucht als Leiter der „Grenzboten", die dannFreytag (Z 291) und Julian Schmidt (H 304) zu einer Zeitschrift von matzSEinflüsse erhoben. Tort suchte ferner der Kenner des ägyptischen Altertums, Georg ^ jfl-die Ergebnisse seiner Wissenschaft im „archäologischen Romane" dichterisch zu ver"f „g„iiSdem er Menschen und Zustünde jener fernen Vergangenheit durch ungeschichtliche -Leevon Gedanken und Empfindungen der Gegenwart dem Leser verdeutlichen und