L. vonPloemnss1803-1872
H öi d el-b erg.
Hausrathgeb. 1837
Stratzgeb. 1864
Karlsruhe.Ed. Devrient1801-1877P. Hebel1780-1828
von Aussen-berg
17S8—18L7Scheffel1828—1886
584 Siebentes Buch: Literatur und Wissenschaft Deutschlands im 19. Jahrhundert. 8
K. Büchner geboren, dessen Umsturzdrama Dantons Tod große Erwartungen erregte, aber auch^ ^ seinen politischen Umtrieben Anlaß zu seiner Flucht ins Ausland wurde. An der ^
straße lebte die Dichterin und gewandte Übersetzerin, besonders Englischer Lyrikertöten Jahrhunderts, Luise vonPloennies (8 294). Sie starb in Darmstadt ,nach dem Tode ihres Sohnes, des Militärschriftstellers Wilhelm von Ploennies, derauch durch Gedichte und als Ludwig Sieg rist durch einen humoristischen Soldatenr"bekannt gemacht hat. — Heidelberg mit der altehrwürdigen Universität und denschichtlichen Überlieferungen, die mit Schloß und Stadt verknüpft sind, war jahrzehnn ^der Hauptsitz romantischer Bestrebungen. Hier befand sich die weltberühmte Kunstsammlung .Brüter Boisseree, hier bildeten die Studien von Daub und Kreuzer (8 300) den A lPunkt dichterisch-philosophischer Forschungen, hier weilte vorübergehend die Münder(8 294). Selbst die Angriffe des rüstigen Voß(Bd. III) aus Kreuzers symbolische Erkm ^der griechischen Göttersagen, nach der in diesen die Grundideen einer morgenländiMN ^religion verhüllt liegen, waren der Literatur im allgemeinen nur ersprießlich.
Gebiete des geschichtlichen Romanes hat sich neuerdings der Universitätslehrer Adolf H " ^rath unter dem Namen George Taylor mit Antinous, Klytia, Jetta usw-der Verkörperung weltgeschichtlicher Ideen versucht, während Rudolf Stratz als Erl" ^mitten in der Gegenwart steht, deren Licht- und Schattenseiten, kümpfende Gegriffn?Politik und Gesellschaft er mit gleich großer Wirklichkeitstreue schildert wie dieAlpenwelt. — In Karlsruhe, wo der Dramaturg Eduard Devrient demvorstand, lebte Max von Schenkendorf (H 83) einige Zeit und seit 1791 Peter Hsder in seinen Alemannischen Gedichten und Erzählungen den anheimelndenton wie wenige traf. Auch als mundartlicher Dichter steht er in erster Reihe-Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes ist durch die Fülle prmkllft^Lebensweisheit und harmlosen Witzes wie durch die glückliche Form der DarstellungLieblingsbuch unseres Volkes geworden. Der dramatische Dichter Joseph von Aussen"
Verfasser von Pizarro, Die Flibustier u. a., und Viktor von Scheffel gehören e^falls Baden an. Scheffels vielgerühmter Humor ruht auf dem Grunde eines reichen ^mütes, das ihn die Schönheit und das Leben in der Natur ebenso innig erfassen w>edichterischen Gehalt ferner Vergangenheit nachempfindend erkennen ließ. In seinen ,stalten und ihrer Zeit lebend und webend vermochte er im Ekkehard ein ebenso aN)wliches wie farbensattes Gemälde aus dem Mittelalter zu entwerfen, zu dem ihm eiE?,^Studien die belebenden Eiuzelzüge und sein ungezwungener Humor glückliche r,lieferten. Annähernd gleichen Beifall fand die Erzählung in Versen Der Trowhvon Snckiugen Der Erfolg beider Werke reizte zur Nachahmung. Doch blieb sow"? ^sogenannte archäologische Roman als vollends die „Butzenscheibenlyrik" (S. 577) weit hist^rVorbilde zurück. Auch der „feuchtfröhliche" Humor der Scheffclschen Studentenlieder ^der Sammlung Gaudeamus mit ihrer launigen Verwendung der Ergebnisse vorgeswlicher Forschung ist nicht wieder erreicht worden. Im badischen Staatsdienste wirk ^geistreiche Graf Bentzel-Sternau aus Maiuz, ein Humorist in Jean Pauls Art,^weniger idealistisch, so im Goldenen Kalbe, im Steinernen Gaste usw-, ^Dramatiker, z. B- im Geiste von Kanossa, und vielseitiger Schriftsteller voll st"Ernstes und warmer Begeisterung für menschliche und bürgerliche Freiheit, wie in densprächen im Labyrinthe. In Baden-Baden hielt sich August Lewald aus K"berg auf, der langjährige Herausgeber der vielgelesenen,Zeitschrift Europa. Er ^eine Menge Reisebücher, Novellen u. dgl., nach seinem Übertritte zum Katholizisnnw ^ultramontane Romane. — Freiburg war Jahrzehnte hindurch eine politischedie Verfechter des Liberalismus, Rotteck, Welcker (8 304), Duttlingeru. a., dortund die beiden ersteren das auf die öffentliche Meinung so einflußreiche Staatslek ^gründeten. Gleichzeitig wirkte auf dem Felde der Altertumskunde der geistreiche Mdes Vatikanischen Apollo, Auselm Feuerbach. Eine BewohnerinWilhelmine von Hillern, die Tochter der Frau Birch-Pfeiffer (8 294) auch in der fty,fabulieren", hat sich durch Romane, u. a. Ein Arzt der Seele, Die Geier-M ^einen Namen gemacht. 1877 lieh sich Wilhelm Jensen (8 291) in Freiburg n" -In Konstanz lebte und starb der frühere Bistumsverweser Freiherr vonEin wahrer Christ und freimütiger Gegner des Ultramontanismus, füllte er seine ^,<mit geschichtlichen und philosophischen Forschungen über Die großen Kirchenversn^lungen des löten und löten Jahrhunderts, Gott und die Welt sowie mit ep ^ekund lyrischen Dichtungen würdig aus. Zu Eppishausen, dann zu Meersburg am 2W° ^verbrachte Freiherr von Laßberg, ein lebendiges Abbild mittelalterlicher 3"?^ gxheNRitterzeit, unter Studien nnd Sammlungen aus längst entschwundenen Tagen ft'N
Bentzel-
Sternau
1767—1849
Aug. Lewald1792—1871
Freiburg.
Ans. Feuer-bach
1798-1851W. vonHillerngeb. 1836
K onstanz.von Weffen-berg
1774-1860
von Laßberg1770-1855