Band 
Vierter Band.
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590
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Heer

geb. 1859

Leuthold

1827-1879

590 Siebentes Buch: Literatur und Wissenschaft Deutschlands im 19. Jahrhundert. 8 2

von Ludolf Ursleu dem Jüngeren, sich kühnlich zu den besten Leistungen ber^ö^wart auf diesem Gebiete zählen dürfen. Mehr als in ihren Dramen tritt in den ^je

ihre kraftvolle Eigenart hervor. Sie lebte eine Zeitlang als Bibliothekarin in 3ürE> .Johann Christoph Heer aus Winterthur als Mitarbeiter der „Neuen Züricherjetzt Leiter der „Gartenlaube". Heers Romane, wie An heiligen Wassern, ,König der Bernina, Zeugnisse einer gewaltigen Gestaltungskraft und in ihren wprächtigen Hochgebirgsbildern einer glänzenden Phantasie, haben ihren besonderen 1s.dem romantischen Ineinander von Natur und Menschenleben. Fast vergessen ist der WHeinrich Leuthold, der Freund Kellers und Heyses, mit dem er aus romanischerem^übersetzte. Unstüt zog er umher, oft im Kampfe mit der Not: vorübergehend Zäh»e ^den „Krokodilen" in München. Meister in den kunstvollen Versformen, pflegte er h,

das einfache Lied mit großem Erfolge. Mit der Liebe zum Schweizervolke, dessen ^

sucht ihn gelegentlich anwiderte, wußte er glühende Begeisterung für Deutschland zu ver ^Spittsler Einen philosophischen Anflug zeigen die lebensvollen Dichtungen von Karl Spitteler, ^' o anfänglich unter dem Decknamen Felix Tandem schrieb. Einen fabelhaften Erfolg ha ^populärphilosophische Schriftstellerei des Oberstauditeurs und Staatsrechtslehrers anUniversität Bern Karl Hilty, dessen „Glück" z. B. in 110000 Exemplaren verbrei

6. Die Tonkunst.

§ 298. Das Ende des achtzehnten Jahrhunderts bedeutet für diekunst eine Zeit der Blüte, so schön und reich, wie niemals zuvor undnachher. .

Hatte Christoph Willibald von Gluck die Musik vor allem durch strenge Wadihres Ausdruckes geadelt, die weltmännische Gewandtheit Emanuel Bachs diese Aus ^Mittel auch individueller Darstellung dienstbar gemacht, Joseph Hahdn endlichaller Einseitigkeit und Befangenheit der Überlieferung befreit und in den großenformen die Instrumentalmusik zu ihrer höchsten Leistung befähigt, so verkörperte NWolfgang Amadeus Mozart der universelle Genius, in dem alle gegensätzlichestrebungen und Richtungen aller Zeiten und Nationen aufgehoben waren. In ihm Iwsich Vergangenheit und Zukunft. Über sein Schaffen hinaus schien jeder Fortschm.geschlossen. Und wenn die Nachwelt Ludwig van Beethovens Lebenswerk in 8Glänze der Vollendung sieht wie Mozarts Schöpfungen, so erkennt sie damit an, datzMänner sich ergänzen, wie in der Literatur Schiller und Goethe in ihrer Weste'^>,Mozart das Hauptaugenmerk auf den Gesang gerichtet, bei Beethoven auf die hie

Gluck

1711—1787Em. Bach1714—1788Haydn1732-1809

Mozart

1756-1791

Beethoven

1770—1827

musik; dort vollendetste Anmut, hier leidenschaftlicher Ernst; dort alles Gewicht

Cimarosa1749-1801Rossini1792-1868Eherubini1760—1842Mehul1763—1817Spontini1774-1851Bellini1801-1835Donizetti1797—1848Auber1782-1871Halevy179')—1862Meyerbeer1791-1864Weber1786-1826Spohr1784-1859Marschner1795—1861Lachner1803—1890Gäbe

1817-1890

Formenschönheit gelegt, hier auf Inhalt, dramatischen Aufbau und Gedanken;sprudelnd von Lebenslust, Beethoven ganz Charakter, endlich jener universell,national in der Kunst. An diesen letzten Gegensatz knüpfte die Weiterentwickelung "M siksonst nirgends über die beiden Meister Hinauszugelangen vermochte, so sehr auch dieItaliens und Frankreichs durch sie, zunächst durch Mozart und Gluck, befruchtet M .In ihre Fußstapfen traten Cimarosa und Rossini und die Franzosen ^herst. MMehul, Spontini u. a., während in Deutschland die gleichzeitige Literaturstrs> j§eauch die Musik in den Bann der Romantik zog. Hier hatte Mozart überhaupt ^Schule gemacht. Mehr Pflege fand die nationale Oper, vermochte aber trotz BeewMeisterwerk Fidelio die fremden Vorbilder nicht zu verdrängen, weder die Uv ^lerischen Italiener Bellini und Donizetti noch vollends die französische s^^.^ngroße Oper Anders, Halevhs und Meyerbeers, dessen alle äußeren Wirkungenspannende Tätigkeit den Höhepunkt und zugleich Sturz dieser Richtung bedeutete. ^ ^,l

gegenüber war unverkennbar die romantische Oper eine erfreuliche Verinnerlichuvö^fruchtbares Besinnen auf deutsche Art, zugleich der endgültige Ausschluß südromaü l §Kunst, die in Mozarts Schöpfung zur Einheit mit der deutschen verwachsen war. Ds ^romantische Schule schenkte unserem Volke in den Opern von Karl Maria von . »oststSpohr und Marschner einen Schatz von unvergänglicher Schönheit. — Gegen diedes 19 ten Jahrhunderts macht sich ein Niedergang der Oper wahrnehmbar, über den ^die Menge der Komponisten noch der laute Beifall, den ihre Werke fanden, hinwegm»'^-können. Hier ist zu erinnern an Flotow, Kreutzer, Lindpaintner, HiUerSuppe. Selbst der treffliche von Holstein, der durch Die lustigen Weiber ^bekannte Nicolai und der vielseitige Karl Reinecke, auch die auf anderemtätigen Lachner, der Meister der „Suite", und der selbständig-frische Niels