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Zweites Kapitel: Die Einzelländer.
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sie vielleicht ertragen, wenn nicht allmählich Rußland in die von ihnen aufgegebenen FaßlandsStellungen eingedrungen wäre (8 383). Auch die Teilnahme am Kampfe gegen die Boxer » ^"chrit e(8 378) besserte ihre Lage nicht. Rußland heimste die besten Erfolge ein: die mandschurischeBahn entstand, Port Arthur wurde russisch, und Rußland wich, »trotz seines Versprechens,nicht aus der Mandschurei. An der Wurzel Koreas, am Yalufluß, standen russische Truppenund Ansiedler, um Wälder und Minen auszubeuten. Rußland mußte nun den russischen Schiffendie Ausfahrt in das Gelbe Meer und in den Stillen Ozean sichern. Weder die Straßevon Petschili noch die von Korea durften für Rußland neue Dardanellen 147) werden.
Daraus entsprang die Notwendigkeit, auf Korea selbst Fuß zu fassen. Genau entgegengesetztwaren die Interessen der Japaner, die Korea, wo sich schon viele Japaner niedergelassenhatten, durchaus als ihr Macht- und Handelsgebiet ansahen. Die russische Stellung in derMandschurei und die Vollendung der sibirischen Bahn riefen lebhafte Beunruhigung inTokio hervor; das Vorrücken an den Halufluß und die ununterbrochene Verstärkung derrussischen Kriegsflotte in Wladiwostok und Port Arthur wurden als eine unmittelbare Be-drohung angesehen.
So Wurde Anfang des Jahres 1902 die Lage sehr kritisch. MarquisJto (ß 370) reiste nach Petersburg, um einen Ausgleich der japanisch-russischen Interessen herbeizuführen. Da ihm das nicht gelang, wandteer sich an England, und am 12. Februar 1902 wurde der englisch-japanische Vertrag veröffentlicht, durch den beide Mächte sich auffünf Jahre, also bis 1907, zu Schutz und Trutz verbanden, wenn eine vonihnen von einigen anderen Mächten angegriffen werden sollte. Rußlandantwortete am 16. März 1902 mit der amtlichen Kundgebung, daß essein Bündnis mit Frankreich (§ 373) auch aus Ostasien ausgedehnt habe.Gleich darauf, am 8. April 1902, vollzog Rußland mit China einen Ver-trag, durch den es sich verpflichtete, bis zum 8. Oktober 1903 dieMandschurei zu räumen, wogegen China versprach, ebenfalls bis spätestenszu demselben Termine die Ordnung und die Sicherheit des Verkehrs inder Mandschurei herzustellen. Sollte es durch das Verhalten andererMächte verhindert sein, seine Verpflichtungen einzuhalten, dann sollte auchRußland nicht mehr an den Vertrag gebunden sein. Die Sache war zudurchsichtig, als daß Japan sich dabei hätte beruhigen können.
Japan stellte die weiteren Verhandlungen ein und rief seinen Gesandten aus Peters-burg ab. Kurz darauf erfolgte ein Angriff japanischer Torpedoboote auf die russische Flotteim Hafen von Port Arthur, wobei mehrere auf den Kampf nicht vorbereitete russischePanzerschiffe zerstört wurden. Und nun folgte Schlag auf Schlag; Japan hatte mit er-staunlicher Tatkraft seine Rüstungen vollendet, während in Rußland alles unfertig war.Bald war die russische Flotte in Port Arthur außer Tätigkeit gesetzt,- die nicht zerstörtenSchiffe wurden im Hafen eingeschlossen, und auch die im Hafen Wladiwostok liegendeFlotte konnte dem überlegenen Gegner nur geringe Verluste zufügen. Ein Ausfall derrussischen Schiffe aus Port Arthur wurde zurückgeschlagen; dabei fanden auf dem zerstörtenPanzerschiff „Petropawlowsk" der Admiral Makarow und der berühmte MalerWereschtschagin (8 399) den Tod. Zu Lande drangen die Japaner durch Korea in dieMandschurei ein, schlugen in der fast eine Woche dauernden Schlacht am Halu dieRussen, erstürmten Kint schon und besetzten Dalny. Dann schloffen sie Port Arthurauch von der Landseite ein und begannen unter General Nogi die mit bewundernswerterTapferkeit, unter furchtbaren Opfern an Toten und Verwundeten geführte Belagerung dieserüberaus starken Festung, die von den Russen unter General S tössel (ß 378) mit der gleichenZähigkeit und Tapferkeit verteidigt wurde. Eine zum Entsatz der Festung unter GeneralStackelberg heranrückende russische Heeresabteilung wurde von den Japanern beiWasangou zurückgeschlagen. Dann erlitten die Russen in der mörderischen, tagelangdauernden Schlacht bei Liaujang eine schwere Niederlage; der am Schahs entbrannte,ebenfalls lange Kampf brachte keine Entscheidung, so daß am Ende des Jahres 1904die Russen unter General Kuropatkin, die Japaner unter Feldmarschall Oyama sichhier abwartend gegenüberstanden. Inzwischen hätte die russische baltische Flotte, dieaus der Ostsee ausgelaufen war, um Port Arthur zu entsetzen, durch eine Beschießungenglischer Fischerboote an der englischen Küste bei Hüll, unter denen sie japanische Torpedo-
Verhand-
lungen
Der Krieg8. Febr. 1904Nacht vorn8./S. Febr.
13. April
Anfang Mai28., 30. Mai
14. Juni29. Aug. bis3. Sept.12.-18. Okt.
22. Okt.